Keine Pockenimpfung bei Psoriasis

Wer eine Psoriasis mit sich herumschleppt, sollte um den Pocken-Pieks einen Bogen machen: Neben diversen anderen Krankheiten zählt die Schuppenflechte zu den sogenannten Kontraindikationen der Pocken-Impfung.

„Zwei Gründe sind zuerst dafür zu nennen“, so Dr. Ulf Goebel von der Berliner Charité:

  • die extrem schnellere Ausbreitung der Impfviren über die Hautstellen mit der möglichen Folge eines Ekzema vaccinatum (Ekzem, das Pockennarben hinterlässt und in 30% der Fälle tödlich verläuft)
  • die Gefahr eines neuen Schubes

Er fügt hinzu: „Ich halte allerdings das Gefährdungsrisiko eines bioterroristischen Angriffs mit Pockenviren für eher klein.“

Nicht nur Psoriatiker sind für die Impfung schlicht untauglich: Wer immunsupressive (das Immunsystem unterdrückende) Medikamente einnimmt, sollte auch nicht geimpft werden. Außerdem auf der Nicht-Liste:

  • schwer Rheuma-Kranke
  • Krebs-Patienten
  • Schwangere
  • Aids-Kranke
  • Hautkranke mit Krankheiten wie Neurodermitis oder Herpes
  • Menschen mit Multipler Sklerose
  • Menschen mit Epilepsie
  • Menschen mit schwerer Diabetes
  • Menschen mit Asthma
  • schwer Herz- oder Nierenkranke

Wer also nicht geimpft werden sollte, darf sein trautes Heim genießen – er soll zunächst einmal zuhause bleiben.

Wie sehen Pocken aus?

Der Patient hat Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen. Zwei bis drei Tage danach treten Papeln mit rötlichem Rand auf. Darauf bilden sich Bläschen. Die trüben sich ein und verkrusten. Zurück bleiben kleine Narben. Von Windpocken unterscheiden sich die Pocken, weil bei letzteren die Bläschen alle auf einen Schlag auftreten.

Ansteckend ist der Patient vom Beginn des Fiebers bis zum Abfallen der Krusten.

Das Problem der Erkennung ist aber auch eine eigentliche Errungenschaft: Kaum ein praktizierender Arzt hat bislang einen Pockenkranken gesehen, weil die Krankheit seit 1980 als ausgerottet gilt.

Zusätzliche Quellen: Medical Tribune 7/2003 und Zeit-Fragen 16.12.2002

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