„MyTherapy“ – eine App nur für chronisch Kranke

MyTherapySmartphones können chronisch Kranken das Leben erleichtern. Daran dürfte es wenig Zweifel geben. Doch egal, für welches System man sich entscheidet – die Auswahl an Apps ist sowohl bei Android- als auch bei iPhone-Apps riesig und undurchschaubar. Nur ein Bruchteil der Apps ist wirklich sinnvoll und verdient es, überhaupt installiert und geschweige denn mit privaten Daten gefüttert zu werden.

Wer nur daran erinnert werden möchte, wenn ein Medikament wieder eingenommen oder angewendet werden sollte, sollte hier aufhören zu lesen und einfach die Erinnerungsfunktion seiner bevorzugten Kalender-App nutzen. Für alle, die mehr möchten, stellen wir an dieser Stelle künftig ab und an Apps vor.

Den Anfang bei uns macht MyTherapy. Der englische Titel täuscht darüber hinweg, dass die App für deutschsprachige Patienten entwickelt wurde und demzufolge komplett in Deutsch vorliegt. Dahinter steht ein Startup, gegründet von drei jungen Männern, die vorher als Berater unterwegs waren und Erfahrungen im Gesundheitswesen sammelten.

MyTherapy

Die drei jungen Männer vertrauten nicht einfach auf die Coolness von Gründern oder auf hippe Technik: Sie hören einerseits genau zu, was chronisch Kranke von ihrem Programm erwarten und kooperieren andererseits mit Wissenschaftlern beispielsweise von der Charité in Berlin oder dem Klinikum rechts der Isar in München. Hinzu kommt noch das Wissen von praktizierenden Ärzte aus der bayerischen Landeshauptstadt.

Nun aber zur App:

Am Anfang gibt der Nutzer ein, welche Grunderkrankungen er hat – neben Geburtsjahr, Geschlecht, Größe und Gewicht. Dann wird abgefragt, welche Medikamente der Nutzer wann einnehmen muss. Dafür wird genau das Medikament mit seinem Namen, Dosierung etc. ausgesucht. Dazu kommen viele weitere „Aufgaben“, die einmal eingegeben werden – so etwas wie „Gewicht messen“ oder „Blutdruck messen“. Auch regelmäßige Aktivitäten wie viele Sportarten, aber auch Gartenarbeit oder Spaziergänge können fest eingetragen werden. Dabei kann „täglich“ genauso eingegeben werden wie beispielsweise „immer montags“.

Wer sich vornimmt, mehr Fisch, Obst oder Wasser in seine Ernährung einzubauen, kann auch das auswählen.

Schlussendlich wird in der Rubrik „Wohlbefinden“ noch eingetragen, wie oft man vom Smartphone danach gefragt werden möchte. Dahinter verbirgt sich dann eine Abfrage, welche Symptome gerade vorhanden sind. Für Psoriatiker bieten sich ohnehin schon vorgegebene „Trockene Haut“, „Juckreiz“, „Schmerzen“ und andere an. Außerdem kann das Gesamt-Befinden zwischen „Ich fühle mich schrecklich“ und „Ausgezeichnet“ beurteilt werden.

MyTherapy
MyTherapy

Fortan fragt das Smartphone also zur vorher festgelegten Zeit alles ab, was man der App zuvor „befohlen“ hat. Doch auch spontane Eingaben sind möglich. Wer sich also merken will, dass er gerade 30 Minuten gejoggt ist oder dass er außer der Reihe ein Medikament genommen hat, kann dies unter dem Punkt „Eintragen“ tun.

Die Entwickler denken über die App hinaus: Jeder Nutzer kann sich sein Tagebuch mit zwei Fingertipps per E-Mail zuschicken lassen. Noch kommt dann per Mail ein Bericht, der offenbar in der Beta-Phase ist. Doch wenn die Funktion einwandfrei arbeitet, kann so ein richtiger Ausdruck der Patientendaten entstehen, der jeden Arzt beeindrucken dürfte und in dessen Akte Platz finden kann (wenn diese denn noch auf Papier geführt wird).

Was ist gut?

Auf Verbesserungsvorschläge wird gehört. Der Support reagiert ausführlich und ohne Textbausteine.

  • Die App richtet sich an chronisch kranke Menschen – Punkt. Keine seichte Information über Wellness-Themen aller Art.
  • Die Optik ist angenehm zurückhaltend.

Was könnte besser sein?

  • Praktisch wäre es, wenn man seine „Aufgaben“ und sonstige Daten auch auf der Internetseite eingeben könnte, schließlich sitzen viele bestimmt ohnehin oft am „großen“ Computer.
  • Gut wäre es auch, wenn jeder seinen Arzt eingeben könnte und der Mediziner nicht aus einer Liste von wenigen Einträgen ausgewählt werden müsste. Diese Funktion soll aber kommen.
  • Die App sollte nicht nur als iPhone-App verfügbar sein. Android ist auch sehr weit verbreitet. 😉
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Update: Die App gibt es auch in einer Android-Version.

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Kennen Sie eine App, die wir hier vorstellen sollten? Schreiben Sie uns das unten ins Kommentarfeld oder per E-Mail. Wir freuen uns darüber!

Über Claudia Liebram 279 Artikel
Claudia Liebram ist Berlinerin mit Leib und Seele. Dort arbeitet sie als Redakteurin. Ihre Psoriasis begann, als sie 3 Jahre alt war – viel Erfahrung also, die sie weitergeben kann.

6 Kommentare

  1. Hallo! Finde ich super, das Ihr euch dafür Zeit nehmt und so etwas wie diese App hier vorstellt. Wäre selbst nicht auf die Idee gekommen, nach so einer App zu suchen. Bestimmt kann diese sehr nützlich sein. Vielen Dank!

  2. In Apples AppStore ist die App zu finden, wenn man bei der Suche „MyTherapy“ eingibt. Eine Android-Version gibt es unseres Wissens noch nicht.

  3. Wir freuen uns sehr über die positive Bewertung von MyTherapy! Gleichzeitig sind wir uns bewusst, dass es immer noch ein paar Sachen zu tun gibt, um MyTherapy zur besten App für Psoriasis-Patienten zu machen. Bei Verbesserungsvorschlägen können Sie sich / könnt ihr euch gern direkt bei mir melden!

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