Berufsorientierung für Menschen mit chronischen Krankheiten

Berufsorientierung für Berliner mit chronischen Erkrankungen

Freie Plätze in zwei Berufsorientierungsprojekten der Deutschen Rheuma-Liga Berlin

Michael S. war Fotograf, als er an Psoriasis arthritis erkrankte. Die Bewegungseinschränkungen nahmen ihm die berufliche Perspektive. Im vergangenen Jahr nahm er an einem berlinweiten Berufsbildungsprojekt der Rheuma-Liga teil. Heute arbeitet Michael in einer PR-Agentur. Vor seiner Ausbildung als Fotograf hatte er Germanistik studiert, doch nie in diesem Beruf gearbeitet.

Menschen mit chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates verlieren wegen zunehmender Bewegungseinschränkungen ihre Arbeit. Oft sind Isolation und ein Verlust des Selbstwertgefühls damit verbunden.

Ein Berufsorientierungsprojekt der Deutschen Rheuma-Liga Berlin möchte den beruflichen Wiederein- oder Umstieg mit einer individuellen Berufswegeplanung erleichtern. In Einzelgesprächen und Seminaren werden die Ziele der Teilnehmer anhand ihrer individuellen Berufsbiographie und Krankengeschichte mit einer gezielten Stärke-Schwächen-Analyse erarbeitet.

Dieses Projekt richtet sich an alle chronisch erkrankten Berliner, die Bezüge einer Agentur für Arbeit, eines JobCenters oder eines Versicherungsträgers erhalten. Ziel des Projektes ist die Orientierung und Arbeitsaufnahme auf dem 1. Arbeitsmarkt oder Aufnahme eines geeigneten Ausbildungsverhältnisses.

Das zweite Projekt richtet sich an Menschen, die in Marzahn-Hellersdorf wohnen. Neben den Seminaren werden auch die Infrastruktur und der Aufbau von Netzwerken im Bezirk thematisiert. Die verschiedenen Einrichtungen des Bezirks werden den Teilnehmern vorgestellt sowie auch verschiedene potentielle Arbeitgeber. Ein erster Kontakt erleichtert das Abbauen von Hürden, die sich durch längere Arbeitslosigkeit oft auftürmen.

Nicht immer reicht es aus, Anzeigen zu studieren und sich immer wieder zu bewerben. "Man muss sich über sich selbst klarer werden. Oft muss man sich von einem konkreten Ziel freimachen und schauen, was stecken in mir für Kompetenzen, was interessiert mich", berichtet Michael S. – der Fotograf. Das Feedback in der Projektgruppe und die Anregungen beim Coaching haben dazu geführt, dass er sein Studienfach in einem neuen Licht sehen konnte und neue Möglichkeiten der Umsetzung entwickelte.

Die Projekte werden von der EU gefördert und werden in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern wie dem Seminarzentrum Göttingen durchgeführt.

Informationen erteilt:

Astrid Fengler

Tel.: 030/450 57 80 27

Mail: fengler@rheuma-liga-berlin.de