Die Idee des Gesundheits-Stammbaums

Wissen, woran die Verwandten erkrankt waren

Die Zeitschrift "Reader's Digest" gab jüngst Tipps, wie man mit einem Gesundheits-Familienstammbaum die eigene Gesundheit besser sichern kann.

Wer wissen möchte, ob es Krankheiten in der Verwandtschaft gab, die einem selbst auch drohen könnten, sollte sich einen Gesundheits-Familienstammbaum zulegen. Das Magazin Reader's Digest widmete sich der Ausgabe vom Dezember 2007 der Frage, ob Krankheiten vererbbar sind und was man dagegen tun kann. Grundsätzlich gilt: Die Krankheitsgeschichte der eigenen Familie zu kennen, kann äußerst nützlich sein, weil der Arzt bei der Behandlung dann einen zeitlichen Vorsprung bekommt.

Je enger die Verwandtschaft ist, desto mehr Gene hat man mit dem Betroffenen gemeinsam. Umso größer ist somit das Risiko, dieselben genetischen Schwachstellen zu erben und möglicherweise die gleichen Krankheiten zu bekommen. Experten wie Mona Saleh vom Zentrum für Genetik-Schulung in Sydney raten dazu, sich frühzeitig mit den Krankengeschichten von Großeltern, Tanten und Onkels, Cousinen und Vettern zu beschäftigen und mögliche Erkenntnisse dem eigenen Arzt mitzuteilen.

Unabhängig davon sollte man das Gespräch mit den Verwandten suchen, um auf diesem Weg zum Gesundheits-Familienstammbaum zu kommen. Manche ältere Verwandte sprechen nicht gern über Wehwehchen. Und für manchen sind "die paar roten Flecken" am Ellenbogen oder Knie nicht der Rede wert.

Nun gibt es keine sichere Methode, dem Ausbruch der Schuppenflechte aus dem Weg zu gehen. "Allein das Wissen, dass Sie und Ihre Familie einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, gibt Ihnen einen viel größeren Anreiz, Ratschläge zu einer gesunden Lebensweise zu befolgen", erklärt Dr. Jo Dickonson, Leiterin der Abteilung Genetik am Menzies-Forschungsinstitut in Hobart (Australien). "Im Allgemeinen glauben die Leute, ihnen werde so etwas schon nicht passieren", so Dickinson. "Wenn Verwandte betroffen sind, werden sie unfanft darauf hingewiesen, dass es ihnen selbst auch einmal so ergehen könnte."

Reader's Digest gibt Tipps für einen Gesundheitsfragebogen:

1.) Schreiben Sie Ihre Krankheiten auf – dazu das Jahr ihres ersten Auftretens und Ihr damaliges Alter.

2.) Listen Sie nun nahe Verwandte auf. Notieren Sie, was Sie über deren Gesundheit wissen. Lebenspartner und Adoptierte gehören nicht dazu.

3.) Jetzt müssen Sie mit Ihren Verwandten sprechen. Beginnen Sie mit dem, der Ihnen am vertrautesten ist. Gehen Sie mit ihm Ihre Liste durch und notieren Sie die Diagnosen. Fragen Sie Ihren Gesprächspartner, was er von der Krankengeschichte anderer, vor allem verstorbener, Angehöriger weiß.

5.) Vergessen Sie die Liste nicht. Ergänzen Sie sie am Rande von Familienfeiern. Heutzutage finden sich so einige Verwandte in Portalen wie stayfriends, XING oder in Verwandtschafts-Portalen. Suchen Sie dort nach ihnen, schreiben Sie ihnen. Vielleicht freuen sich die Verwandten auch so über ein Lebenszeichen von Ihnen.

Ärgern Sie sich aber nicht: Die Liste wird immer unvollständig bleiben. Aber Sie haben einen Anfang gemacht.

Schreiben Sie immer dazu, ob Ihre Information gesichert ist oder aus zweiter Hand kommt. cl

Quellen: ots, 27.11.2007; Reader's Digest, Heft Dezember 2007