Die nackte Wahrheit über die Schuppenflechte

Roman
Die nackte Wahrheit über die Schuppenflechte

In Europa leben 5,1 Millionen Menschen mit der Psoriasis, weltweit sind es 80 Millionen. 19 von ihnen sind jetzt auf großformatigen Fotos in einer Ausstellung zu sehen. Sie haben sich vor die Kameras des Fotografen Ralf Tooten getraut.

Mit der Ausstellung „The naked truth“ sollen die physischen und emotionalen Auswirkungen der Schuppenflechte auf den Alltag gezeigt werden. Zu sehen sind 19 Menschen aus 14 Ländern, die ihre Haut zeigen – und damit einen Teil ihrer selbst, um anderen zu signalisieren, dass sie von der Krankheit nicht ihr Leben diktieren lassen wollen.

„Ich bekam meine Diagnose, als ich sieben Jahre alt war“, sagt die Niederländerin Astrid Sibbes, die in der Ausstellung zu sehen ist. „Von da an bestimmte die Krankheit mein Leben – die Arbeit, die Beziehungen, Hobbys und die Wahl des Urlaubsortes“. Sie ist froh, dass sie eine eine Behandlung gefunden hat, die ihr die Kontrolle über ihr Leben wiedergegeben hat.

„Die Herausforderung für mich als Fotograf besteht darin, bei den Modellen unter die Haut zu schauen und ihre Persönlichkeit zu zeigen“, sagt Ralf Tooten, der Ausstellungs-Fotograf. „Das war ein sehr ungewöhnliches Projekt für mich. Ich habe Menschen fotografiert, die die meiste Zeit ihres Lebens damit verbracht haben, ihre Haut zu verhüllen, da sie von anderen oft auf ihre Hautkrankheit reduziert wurden. Auf diesen Fotos habe ich versucht, Ihre Stärke und ihren Trotz einzufangen. Es ist ja nicht die Psoriasis allein, die einen Menschen zu dem macht, was er ist. Auf meinen Fotografien scheint die wahre Seele durch.“

Die Ausstellung wurde von der Firma Wyeth initiiert – die auch ein Medikament gegen Schuppenflechte herstellt und damit ein wirtschaftliches Interesse am Thema hat. Mit der Ausstellung und anderen Aktionen will sie die Krankheit ins Bewusstsein der Menschen rücken – und die (Werbe-)Botschaft loswerden, dass es Mittel gibt, um die Krankheit zu kontrollieren.

Die Ausstellung wird nach ihrem Start in Amsterdam durch Europa touren. Informationen, Fotos und ein Video von der Arbeit gab es auf der inzwischen nicht mehr erreichbaren Internetseite zum Projekt. Im November 2009 wurde die Website zur Ausstellung beim „CIPR PRide“ prämiert – für die multimediale Verbindung von Bildern und Videos. cl

Video zur Ausstellung

 

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Bildquellen

  • Roman: Ralf Tooten
Über Claudia Liebram 279 Artikel
Claudia Liebram ist Berlinerin mit Leib und Seele. Dort arbeitet sie als Redakteurin. Ihre Psoriasis begann, als sie 3 Jahre alt war – viel Erfahrung also, die sie weitergeben kann.

10 Kommentare

  1. Ist diese Ausstellung wirklich eine Möglichkeit, über Psoriasis aufzuklären und beispielhaft Mut zu machen? Oder handelt es sich um eine weitere Idee der Pharmaindustrie, wie sie versteckt für ihre Produkte werben kann?

    Die Diskussion darüber findet sich im Forum vom Psoriasis-Netz: http://www.psoriasis-netz.net/forum/showthread.php?t=228291

    Für die Macher von „Gute Pillen – Schlechte Pillen“ [url]http://www.gutepillen-schlechtepillen.de/fileadmin/pdf/GPSP_3-2009_Psoriasis.pdf[/url] und für die Blogger vom „Plazeboalarm“[url]http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2009/06/kunst-als-verdeckte-werbung.php[/url] handelt es sich ganz eindeutig um verkappte Werbung.

  2. und sie ist sichtbar
    Also ich kann auf diesen Bilder keine Schuppenflechte sehen. Eines weiß ich sicher, mich hätte der Fotograf sicher nicht alsModel gewählt.das wäre ihm bestimmt zu normal, oder sollte ich sagen zu „häßlich“?

  3. toller Marketingtrick
    Liebe Vertriebsleute von Wyeth,

    weshalb ihr Euch einen namhaften Menschen wie Ralf Tooten gewählt habt? Na, ic schätze – um eurer Produkte besser an den Mann und an die Frau bringen zu können!

    Wider mal einer dieser coolen abgestandenen Marketingtricks. Und dann wird auch wider hinterher behauptet, dass diese tolle Kunstaktion doch zur Entstigmatisierung und zur Enttabuisierung beigetragen hat.

    Nebenbei – hätte es in den Reihen der Psoriatiker nicht auch genügend Kreative gegeben? Ich hätte z.B. die exakt olle Sucherkamera wie Tooten.

  4. nicht die rauhe Welt
    Dieser Beitrag hat mich enttäuscht, denn diese Menschen sahen normal aus, bis auf den einen jungen Mann. Wo waren die befallenen Arme und Beine, das Gesicht zu sehen, weswegen man Freibäder verlassen muss, weil man nicht nachweisen kann, dass es nicht ansteckend ist? Wo Kassierer/innen einem das Wechselgeld aufs Band legen, weil sich sich scheuen, einen auch nur ausversehen zu berühren? Das hätte sich dieser Fotograf sparen können, diese Anblicke hätte wahrscheinlich er selbst nicht ertragen können.

  5. Quatsch mit Käse
    Ich kenne genügend , die mit meiner Krankheit gut umgehen können.
    Ebenso gibt es genügend , die sich davor ekeln oder erst gar nicht wissen was das ist.
    Da hilft auch eine Ausstellung nicht, da man sich immernoch unsicher ist, was der gegenüber wohl hat.

  6. solche Bilder hab ich auch …
    von mir, aus der Zeit von vor 4 Monaten…
    Das hilft nun wirklich niemandem der sich nicht mehr traut ohne Hut raus zu gehen. Ich finde den Herbst Winter toll… schön dick ein mummeln und jetzt ist auch noch Hut/Mütze modern….
    Aber bitte nicht dieses Pseudoverständnis.

  7. ich
    leider kann ich hier nicht das erkennen, was mit meiner pso zu vergeleichen ist… ich kann nicht fröhlich durch die luft hüpfen… mir tut alles weh!!!

  8. na ja haut mich nicht vomHocker
    Also ich muss sagen was soll das.Ich seh einen der hat was auf dem Rücken und das wars. Sonst seh ich keine PSO im Film.>:( Ich glaube die haben garkeine Intresse wie wirklich befallene Aussehen.

  9. Ich kann mich den anderen nur anschließen… Ich seh da nichts, was mit Psoriasis zu tun haben sollte.. Und da es eine sichtbare Krankheit ist gehe ich nicht davon aus, dass man es nur nicht sieht.
    Ich bin 14, ein Alter in dem das Aussehen eine sehr wichtige Rolle spielt. SOLCHE Leute hätten sie nehmen sollen!

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