„Nicht den Kopf in den Sand stecken“

Ostsee

„Ich kann nur raten, nicht den Kopf in den Sand zu stecken und einfach zu leben und die Krankheit nicht das Leben gestalten zu lassen.“ Der Erfahrungsbericht eines Betroffenen.

Hallo Liebe Leser 🙂

*lach* okay – vielleicht nicht ganz so gestelzt. Meine Name ist Klaus, ich bin 26 Jahre alt und habe seit 16 Jahren Psoriasis, besser bekannt als Schuppenflechte.

Bei mir fing es ganz klassisch mit einer 5 Mark (damals noch Ostmark *lächel*) großen Stelle am behaarten Hinterkopf an. Dies hielt dann noch eine Zeit an. Nach etwa drei Jahren war irgendwann der gesamte Kopf betroffen. Da ich allerdings damals noch Haare auf dem Kopf hatte, konnte ich das gut verdecken. Mit dem Heranwachsen gingen leider die Haare aus und die Schuppenflechte nahm Ihren Lauf. Mit etwa 18 Jahren hatte ich die typische Sternenpsoriasis, also viele kreisrunde oder ovale Herde an den verschiedensten Stellen des Körpers, vor allem am Hinterkopf, den Ellenbogen, Rücken, Bauch und an den Waden. Bemerkenswert fand ich die Entwicklung am Kopf, denn mit dem Ausgehen der Haare ging an diesen Stellen auch die Schuppenflechte zurück. Auch heute ist nur noch der behaarte Hinterkopf betroffen.

Da ich als gehbehinderter Junge als Kind ohnehin schon als „krank“ galt, hatte ich mich an diese Krankheit eigentlich auch ganz gut gewöhnt. Sicherlich habe ich im Sommer auch öfter eine gewisse Hemmschwelle, ins Freibad oder gar an den FKK-Strand zu gehen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Sonne und Wasser, vor allem das Meer, einen ĂĽberaus positiven Einfluss auf die Schuppenflechte haben. Was ich nicht bestätigen kann, ist die Aussage, dass die Schuppenflechte zu bestimmten Jahreszeiten besser oder schlechter sei. Beobachtet habe ich allerdings eine negative Wirkung, wenn ich zu viele Orangen esse oder „hochprozentigen“ Orangensaft oder Apfelsaft trinke. Ich trinke daher am liebsten Mineralwasser, was ich auch fĂĽr am bekömmlichsten halte.

Ein bestimmtes Medikament kann ich nicht empfehlen. Ich habe wie die meisten Patienten auch die Erfahrung gemacht, dass man viel ausprobieren muss. Ich benutze im Winter oft einfache Vaseline, um die Haut geschmeidig zu halten. Wenn die Haut sehr spannt oder leicht entzündlich ist, benutze ich wenige Tage ein Kortisonpräparat.

Empfehlen kann ich sommerliche Kuraufenthalte an der Ostsee. Im Jahr 2001 war ich 6 Wochen in der Median-Klinik in Heiligendamm, dass einigen vielleicht jetzt auch wegen das neu gestalteten Hotels bekannt ist. Nach diesem Kuraufenthalt hatte ich etwa ein Jahr lang keinerlei Symptome, was schon mal nicht schlecht ist.

Also kann ich nur raten, nicht den Kopf in den Sand zu stecken und einfach zu leben und die Krankheit nicht das Leben gestalten zu lassen.

Viele GrĂĽĂźe

Klaus

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