Schuppenflechte – ein Wechselbad der Gefühle!

Manfred Puderbach hatte zunächst einen Schock. Ein Leben lang mit der Schuppenflechte? Die Psoriasis ist für ihn ein Wechselbad der Gefühle. Seine Hoffnung auf Besserung aber ist ungebrochen. Der Erfahrungsbericht eines Betroffenen.

Der Schock

Mit zweiundzwanzig Jahren begann meine „Karriere“ als Psoriatiker. Der erste Besuch bei einem Dermatologen verlief weder hilfreich noch besonders informativ. Er meinte: „Das beste Mittel gegen Psoriasis ist, nichts mehr essen!“ Auch die Aussage, ich müsse ein Leben lang mit der Schuppenflechte leben, war für mich damals ein Schock.

Es folgten einige Jahre Behandlung mit verschiedenen Medikamenten, Cignolin, Salicylpräparate, Teer und Balneotherapeutika, um nur einige zu nennen.

Das „Tote Meer“

Von Freunden erfuhr ich vom Toten Meer. Einem „Medikament ohne Nebenwirkungen“. Sofort stellte ich einen Antrag auf eine Heilklimatherapie. Ich bekam von meiner Krankenkasse eine Absage. Daraufhin fuhr ich persönlich zur Geschäftsstelle der Krankenkasse und musste mir anhören, wie teuer so eine Behandlung sei. Nach einer Diskussion und einer Untersuchung beim „Vertrauensarzt“ (heute medizinischer Dienst) konnte ich im April 1988 zum ersten Mal an das Tote Meer nach Israel reisen. Der Erfolg war beachtlich, wie sich nach vier Wochen herausstellte.

Gelenke

Nicht nur meine Haut war zu 99% erscheinungsfrei, auch die seit einiger Zeit aufgetretenen Gelenkschmerzen, waren nach diesem vierwöchigen Aufenthalt am Toten Meer kein Thema mehr. Noch eine Besonderheit ist festzustellen, meine Haut war über sechs Monate erscheinungsfrei. Eine vorher nie erreichte Dauer.

Ich fühlte mich wie neugeboren. Bei allen Aufenthalten in Israel habe ich immer neue Erfahrungen gewonnen und mit anderen Betroffenen diskutiert: Wie gehen andere mit der Schuppenflechte um? Was kann ich davon für mich umsetzen?

Doch musste ich auch erfahren, wie unberechenbar die Psoriasis sein kann. Natürlich folgten auch wieder Monate des Unbehagens über das eigene Aussehen! Unsicherheit und schwindendes Selbstbewusstsein waren die Begleiter des Alltags.

Momentan glaube ich, meine Psoriasis mit einer nicht mehr ganz neuen, aber dennoch sehr wirksamen Therapieform im Griff zu haben. Ich mache eine ambulante Tomesa-Therapie, bade in einer Tote Meer Solelösung und werde gleichzeitig mit UV-B bestrahlt. Ob mir künftig in dieser Beziehung ein Wechselbad der Gefühle erspart bleibt? Meine Hoffnung ist ungebrochen!

© Manfred Puderbach, Psoriasis Selbsthilfegruppe München e.V.

1 Kommentar

  1. Hallo Manfred,
    ich hoffe das Du mit Deiner jetzigen Therapie gut zurecht kommst und Deine „Gefühle“ im „grünen Bereich“ bleiben.
    Jedenfalls wünsche ich Dir das.
    Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt!
    Grüße von haso52

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