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Wie Ärzte über Patienten denken (können)

von Claudia , 30. Oktober 2010 · 11 Aufrufe

Gestern war ich zu Vorträgen von und für Psychodermatologen - ein spannendes Thema und Fach! (Psychodermatologen sind die, die sich sowohl um die Haut als auch die Psyche kümmern, mal eher mit dem Schwerpunkt Haut, mal mit dem Schwerpunkt Psyche.)

Die Aussage einer Chefärztin hat mich dann den ganzen Abend geärgert.

Es ging um Compliance - wie "brav" Patienten also befolgen, was der Arzt ihnen rät, wie "brav" sie ihre Medikamente nehmen oder anwenden bzw., warum sie das nicht tun. (Auch das ist grundsätzlich ein spannendes Thema.)

Besagte Oberärztin sagte sinngemäß "Ich bestelle alle meine Patienten lieber ein und gebe ihnen eine Spritze (zur Immunisierung gegen Heuschnupfen) als dass ich ihnen diese neuen Tabletten verschreibe, die man nur unter der Zunge zergehen lassen muss. Ich traue meinen Patienten nicht zu, dass sie die Tabletten regelmäßig nehmen. Wenn ich ihnen die Spritze gebe, weiß ich, dass sie das Medikament genommen haben."

Das empfinde ich ganz klar als Entmündigung.

Zum einen: Erfahren ihre Patienten je, dass es auch eine Tabletten-Therapie gäbe?

Zum anderen: Eine Spritze ist - für mich jedenfalls - so viel mehr "Körperverletzung" (nicht im strafrechtlichen Sinne) als eine Tablette. Denkt die Ärztin mal daran, was eine Spritze ihren Patienten bedeutet?

Und dann: Ich möchte als Patient bitte nicht für "dumm" gehalten werden - für so "dumm", dass ich meine Tabletten nicht regelmäßig nehmen kann. Wenn sie das von Fall zu Fall entscheidet - okay. Aber so pauschal zu sagen, alle ihre Patienten würden eh nicht machen (können), was sie rät - das ist eine ordentliche Abwertung oder - höflicher ausgedrückt - Unterschätzung.

Wie so oft wurde auf der Veranstaltung auch das (vermeintlich) schlechte Ansehen der Ärzte beklagt - das wäre ja schon fast so schlimm wie das von Lehrern ;) Mich wundert das Ansehen jedenfalls manchmal nicht.

Ein andermal werde ich mal noch andere Aussagen von Psychodermatolgen vorstellen, zu denen mich Eure Meinung interessiert. Das war aber die krasseste, die mich am meisten geärgert hat.




Indem sie ihren Patienten persönlich die Spritze verabreicht hat sie ja auch ganz andere Möglichkeiten der Abrechnung. Schließlich steht ja dann auch ein Patientengespräch" auf der Liste.
Ganz so wie die Othtopäden bei uns in der Stadt.
Mit akuten starken Schmerzen, lassen die einen sechs Wochen auf einen Termin warten. In der Zeit haben sie aber schon hunderte ihrer Einrenk-Patienten kommen lassen.
Und dann wundern sie sich über ihr sclechtes Image???? :blink:
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Natürlich hat sie (nur?) unrecht, diese Ärztin. :rolleyes:
Sämtlich sogenannte Hausapotheken (Küchenschränke, Schubladen und sonstige Verstecke) platzen nicht aus allen Nähten. Nein, sie müssen nicht mit Schwerlastdübel verankert sein. ;)

Klar piekst ne Nadel mehr als ne Tablette, aber wie meinst du das, das mit der "Bedeutung"?

LG
Siegfried
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:angry: Vielleicht sticht sie (Die Oberärztin) auch nur einfach gerne zu. :angry:
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Hallo Claudia,
der Name der Ärztin beginnt nicht etwas mit H.....?
Die Veranstaltung in der Friedrichstraße fand ich sehr informativ.
Du warst auf der verkehrten Veranstaltung. Lächel-
Liebe Grüße
Bluemchen28
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Bluemchen28 schrieb 30. Oktober 2010 - 18:57:

Hallo Claudia,
der Name der Ärztin beginnt nicht etwas mit H.....?
Ähm, doch... Ist aber keine von denen, die wir so aus der Selbsthilfegruppe kennen...
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Nun ich denke mal, dass diese Ärztin eine von denen ist, die denkt, dass sie "über der Sonne wohnt". ;)
Nicht umsonst sagt man im Volksmund ".... die Götter in weiß....".
Das soll natürlich keine Pauschalaussage sein. Diese Ärztin ist Gott sei dank kein Maßstab für die Ärzteschaft.
Aber oft genug hat man das schon erlebt,
........dass man den Ärzten jedes Wort aus der Nase ziehen muss.
........dass der Arzt gar nicht darauf eingeht, was der Patient ihm eigentlich mitteilt.
........dass Ärzte mit einer recht arroganten Art den Patienten gegenüber auftreten.
und und und. Der Beispiele gibt es da sicherlich viele und es ist ja auch immer noch eine Frage, wie es der Patient auffasst.
Ich kenne aber auch viele andere Ärzte, die nicht so denken und handeln.

LG aus Thüringen vom
Zeisig
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Hallo Claudia, ich halte dies ebenso als eine " Entmündigung " des Patienten. Vergißt diese Ärztin denn nicht, das der Patient ja ein direktes Interesse hat, das er Hilfe bekommt? In welcher Form auch immer. Der Patient geht ja nicht zum Arzt, weil er Pritzengeil ist, oder? Und ich dachte schon, die Ärzte haben einwenig dazu gelernt. Irrtum anscheinend, auch wenn dies nicht für ALLE Ärzte gilt.
Es stimmt, heute muss der Patient " mündig " sein, damit er überhaupt etwas erfährt. Andererseits kann ich auch die Ärzte verstehen. Die möchten nach Studium, Einrichtung ihrer Praxis, Miete und Personal bezahlen und und und - auch mal Geld bedienen. Ein Beispiel aus MEINEM Alltag. Ein Augenarzt bekommt von der GKS im Quartal " 17,00 Euro " pro Patient, egal, ob der 1 mal oder 10 mal da war. Diese Ärzte MÜSSEN also viele Patienten durchschleusen, damit sie überhaupt überleben können. Weiß nicht, was ein HA bekommt. Wird aber auch nicht mehr sein. Dies soll keine Entschuldigung sein, sondern verständlich machen, warum WIR - die Patienten mündiger werden sollten und ruhig mal den Ärzten ne klare Ansage geben sollten. Denn .... manchmal wissen WIR durchaus MEHR über PSO, als die HÄ, oder?
LG Tom
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Es muss natürlich GKV - Gesetzliche Krankenkassen Versicherung - heißen, sorry Tom
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restvitaminsuche
18. Juni 2011 05:10
Dank Dir, Claudia,

SCHÖNER hätte ich das auch nicht ausdrücken können.

Es gibt natürlich "beratungsresistente" Menschen, aber DAS ist eine maßlose Unverschämtheit an Ignorantentum!

Was Du Dir da so alles antust!?!

Dafür meine Bewunderung!

Thomas.
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