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Marius J.

Hallo, ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber für mich war pso immer zwei krankheiten auf einmal. Da ist das erscheinungsbild auf der haut, das sich mehr oder weniger gut behandeln lässt, dessenwegen man ärzte aufsucht oder sich mit leidensgenossen darüber austauscht, welche salbe wem, warum, zu welcher zeit in kombination mit was am besten hilft. Und da ist das auf grund der krankheit gestörte Verhältnis zu anderen, das ich hauptsächlich im alleingang zu "therapieren" versuchte. Auch im forum wird ja bezeichnenderweise viel mehr über medizinisches als über den sozialen, psychischen etc. aspekt von pso diskutiert, obwohl es ja in den meisten fällen nicht die schuppen sind, die schmerzen.

Wahrscheinlich fällt es einfach leichter, über salben als über ängste und kränkungen zu reden. Jetzt, im alter von 30 jahren, habe ich mit konsequenter bestrahlung meine schuppenflechte ganz gut im griff.

Zeitweise bin ich völlig symptomfrei, wenn es schlecht läuft, ist es immer noch tolerabel. Woran es aber auch heute noch bei mir hapert, ist der unbefangene umgang mit anderen und insbesondere mit dem anderen Geschlecht. Sprich: als mit beginn der pupertät, die zeit wie bei jedem anderen so auch bei mir reif war, allseitsbekannte verhaltensmuster einzuüben, habe ich mir hauptsächlich Sorgen darüber gemacht, wie ich aus der mysere heil raus komme. Heil hieß für mich damals: ohne mich der zutiefst kränkenden reaktion anderer, insbesondere natürlich der mädchen aussetzten zu müssen. Darin war ich lange zeit leider ziemlich erfolgreich. Ich erfand bei sich androhenden Gelegenheiten ausreden oder zog mich von vornherein ganz zurück und beschäftigte mich mit allem, nur nicht damit, womit Jungs im alter von 14 oder 15 beginnen, sich in angestrengtem maße nunmal zu beschäftigen.

Diesen in einer wichtigen entwicklungsphase unterlaufene soziale/sexuelle "trainingsrückstand", glaube ich, kann man kaum ganz aufholen. Was ich damit sagen will: Die jüngeren menschen (eingeschlossen ich selbst) mit schuppenflechte oder ähnlichen krankheiten, die ich bis dato kennen gelernt habe, sind alle gelernte zwangsintrovertierte - der eine mehr, der andere weniger.

Obwohl ich meinen Körper heute nicht mehr verstecken müsste (und es auch nicht tue), verhalte ich mich deshalb trotzdem nicht plötzlich wie von einer zentnerlast befreit, bin deswegen trotzdem nicht das partytier geworden, das Männer wie Frauen gleichermaßen beeindruckt. Und ich ziehe es immer noch vor, es dem zufall zu überlassen, ob ich frauen kennen lerne oder nicht. Ungehemmtes vorpreschen ist auch heute noch nicht mein ding. Geht es euch, Mann oder Frau, da anders? Oder habe ich mit pso einfach eine schöne Ausrede für mein verhalten?

Kommentare (1)

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Ich habe, wie ich schon in anderen Kommentaren gesagt habe, seit ich 9 Jahre alt bin psoriasis, bin jetxt 33 und werde von Ärzten als schwerer Fall bezeichnet.
Trotzdem habe ich NIE eine schlechte Erfahrung mit Männern gemacht, die auf meine Schuppenflechte zu beziehen wäre. In deinem Fall wird es Dir wichtig sein, dass ich dazu sage, dass meine Teenager-Fruedinnen bezeugen, dass ich nicht weniger Erfahrungen gesammelt habe als sie.
Es mag sein, dass ich die Personen meines Vertrauens immer sehr gut ausgewählt habe.
Ich werde allgemein als eher extrovertiert bezeichnet, obwohl ich mich selbst als eher introveritert sehe, wobei mir nahestehende Personen zustimmen. Gründe? Sicherlich viele, vielleicht mag auch die Psoriasis einer sein...unter vielen.


Tinka , 30.09.2010

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Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 02. Juni 2007 um 07:54 Uhr