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Hautkrankheiten an Händen und Füßen
Fakten

Topographische Dermatologie: Hände und Füße

Dermatologische Läsionen an Händen und Füßen sind häufig: zahlreiche, zumeist bekannte Dermatosen manifestieren sich in dieser Lokalisation. Sie zeigen morphologische Besonderheiten, die durch die follikelfreie, schweißdrüsenreiche Leistenhaut bedingt sind. Als Beispiel ist der Lichen ruber planus zu nennen. Er zeigt sich im Bereich der Hände und Füße anders als z.B. in der Schleimhaut oder am Kapillitium.

Die häufigsten Effloreszenzen an Händen und Füßen sind Erytheme, Schuppung, Blasen, Bläschen und Pusteln. Papeln treten weniger häufig auf. Oft sind gleichzeitig Ver-änderungen an den Nagelorganen zu beobachten. Diese werden selten be-achtet und können häufig doch durch ihre charakteristischen Veränderun-gen diagnostische Hilfestellung geben. Die Zahl der Dermatosen an den Händen und Füßen ist sehr groß.

Einige sind im Folgenden beispielhaft aufgeführt. Auch bei sehr bekannten Dermatosen sind einige Besonderheiten bei der Manifestation der Erkrankung an den Händen und Füßen hervorzuheben.

Häufig Hautkrankheiten an Händen und Füßen

  • Endrogenes Ekzem
  • Dyshidrosis
  • Hyperhidrosis
  • Psoriasis vulgaris
  • Pustulosen
  • Mykosen
  • Genodermatrosen
  • Palmo-plantare Keratosen
  • Epidermolysis bullosa
  • Virale und bakterielle Infektionen
  • Kollagenosen
  • Lichen ruber planus
  • Granuloma anulare
  • Perniones
  • Polymorphe Lichtdermatosen
  • Akral-lentiginöse Melanome
  • Vitiligo
  • Nagelveränderungen
  • Raucherfinger

Zeichen bei Hauterscheinungen an Händen und Füßen

  • Hyperlineaeität
  • Vergröbertes Linienmuster über dem Knöchel
  • Hyperhidrosis
  • Zyanose
  • Paradoxe
  • Vasokonstriktion
  • Verminderte Alkaliresistenz
  • Trockenheit
  • Infektanfälligkeit besonders Bakterien und Viren
  • Atopie-Stigmata

Bevor es zur Vollausprägung des atopischen Ekzembildes kommt, treten charakteristische Hauterscheinungen an den Händen und Füßen auf, die als sogenannte Atopie-Stigmata bezeichnet werden. Sie weisen auf eine atopische Diathese hin. Einige sind besonders hervorzuheben. We-nig bekannt ist, daß die Hyperlinearität bei atopischer Diathese nicht nur an den Handinnenflächen, sondern auch an den Fußsohlen nachzuweisen ist. Generell werden die Füße in der Sprechstunde zu selten angese-hen. Ein anderes Atopiezeichen, auf das Altmeyer und Mitarb. [1] hinwiesen, ist das bei Atopikern zu findende vergröberte Linienmuster über den Fingerknöcheln. Nicht selten findet man im Gegensatz zu der Exsikkation des übrigen Integumentes eine Hy-perhidrosis pedum et manuum. Die Hände und Füße sind zudem sehr kalt, wahrscheinlich bedingt durch eine erhöhte Verdunstungskälte. Ato-piker besitzen bekanntlich eine er-höhte Infektanfälligkeit. Dies zeigt sich häufig in Form einer Pyodermie oder in einer massiven Aus-saat von Verrucae vulgares in diesen Regionen. Sind sie vorhanden, sollte immer an eine atopische Diathese ge-dacht werden. [...]

Psoriasis vulgaris

Eine der häufigsten Dermatosen, die man in der Dermatologie sieht, ist die Psoriasis vulgaris. Sie zeigt an den Händen und Füßen sich selten etwas anders als am übrigen Integument. Die Diagnose ist nicht immer einfach, wenn ein isolierter Befall oder auch Nagelveränderungen vorhanden sind oder Nagelveränderungen völlig fehlen. Allerdings wird das morphologi-sche Bild häufig durch zahlreiche Provokationsfaktoren verändert, z.B. durch Traumen oder physikalische und chemische Reize. Oft ist die Diffe-rentialdiagnose zum hyperkeratotisch- rhagadiformen Ekzem sehr schwierig und nur durch die Probeexzision zu klären. Luther [5] unterscheidet zwischen einer wenig ent-zündlichen und einer hochent-zündlichen Form der Psoriasis. Im Einzelnen sind folgende Typen der Hand- und Fuß-Psoriasis zu unterscheiden: 1. hyperkeratotische, hyperkera-totisch- rhagadiforme, 2. dyshidrotische, dyshidrotisch-pustulöse und 3. pustulöse Psoriasis. Gerade die hyperkeratotische Form ist - wie erwähnt - nicht leicht von ei-nem Ekzem abzugrenzen. Typisch ist allerdings der Plaquecharakter der Psoriasis mit einer scharfen Abgrenzung zur Umgebung. Die schmerzhaften Rhagaden sind vor allem an den mechanisch belasteten Stellen nachweisbar [4]. Die wenig belasteten Stellen wie Hohlhand und Hohlfuß können ebenfalls Psoriasisplaques zeigen. Ein besonderes Charakteristikum kann der Befall der Interdigitalräume sein, der bei den hyperkeratotisch- rhagadiformen Ekzemen zu-meist fehlt. Was früher nicht zur Psoriasis gezählt wurde, sind die dys-hidrotischen Bläschen an Händen und Füßen. Die Prädilektionsstellen unterscheiden sich sehr zur genuinen nicht sterilen Formen sind die bakte-riell und mykotisch infizierten Pusteln zu nennen. Der Nachweis kann einfach durch einen Pustelabstrich erfolgen. Zu den nicht sterilen, palmoplantaren Pustulosen gehören die Pustulosis palmaris et plantaris (Bakterid Andrews) sowie die Psoriasis pustulosa palmaris et plantaris (Königsbeck-Barber).

Seit Jahrzehnten streiten Dermatologen darüber, ob die Pustulosis palmaris et plantaris und die Psoriasis pustulosa palmaris et plantaris ein Krankheitsbild darstellen oder getrennte Entitäten sind. Wenn klinisch und anamnestisch keine Hinweise auf eine Psoriasis vorhanden sind, spricht man von einer Pustulosis palmaris et plantaris. Die pustulösen Hautveränderungen werden als Minimalvariante der Psoriasis von einigen Autoren angesehen [1].

Welche Gemeinsamkeiten gibt es?

  • Sterile Pusteln auf erythomato-squamöser Fläche
  • Histologischer Nachweis von spongioformen Pusteln
  • Skelettszintigraphische Muster einer Osteoarthropathie
  • Häufige Beobachtung der Entwicklung von psoriatischen Plaques nach Monaten und Jahren aus einer Pustulosis palmaris et plantaris
  • Chronisch rezidivierender Verlauf
  • Häufig symmetrische Verteilung an Hand- und Fußsohlen.

Die chronisch-rezidivierenden Pustulosen bevorzugen das weibliche Geschlecht und das mittlere Lebensalter. Im Kindesalter fehlt diese Pustulose. In ca. 75% sind Plantar- und Palmar-flächen gleichzeitig betroffen. Prädilektionsstellen sind ThÈnar, HypothÈnar und Handtellermitte. Das Handgelenk wird nicht über-schritten. Plantar sind das mittlere Fußgewölbe und die angrenzenden medialen und lateralen Abschnitte betroffen. In 15% sollen Knochenerkrankungen assoziiert sein [7]. Außerdem wird ein Zusammenhang mit einer Autoimmunthyreoiditis und Rauchen vermutet. 30% der Erkrank-ten zeigen eine Spontanheilung nach ca. fünf bis zehn Jahren. Histologisch sind unterhalb der Pu-steln zahlreiche Mastzellen und Eosi-nophile nachweisbar. Die Schweißdrüsen sind im Epidermisbereich nicht beteiligt. Das IgA und das ECP (eosinophiles cationisches Protein) ist erhöht gefunden worden [2]. Die Therapie ist sehr langwierig, da der Verlauf sehr hartnäckig ist. Einfache Lokaltherapien mit Keratolytika, Kortison-Externa oder Teer reichen häu-fig nicht aus. Effektiver sind die Retinoidbehandlungen allein oder in Kombination mit PUVA und Cyclosporin. Erfolge wurden mit lokaler Behandlung mit einem Vitamin-D3-Analogon-Tacalcitol und mit Itraconazol bei der pustulösen Psoriasis bzw. bei der Pustulosis palmaris et plantaris [3, 5] erzielt. Eine ausschließlich akral lokalisierte Form der Psoriasis mit Pustel-bildung ist die Acrodermatitis continua suppurativa Hallopeau. Diese zeichnet sich durch den periungualen und subungualen Befall sowie durch extreme Nagelveränderungen aus. Die Finger sind wesentlich häufiger befallen als die Zehen. Gelegentlich treten Juckreiz und Blasenbildungen auf [9]. [...]

Literatur

Altmeyer P, Schultz-Ehrenburg U, Luther H: Dermatologische Erkrankungen der Hände und Füße. Handsymposium. Editiones - Roche, Miesbach Verlag GmbH, Basel (1989)

Eriksson MO, Hagforsen E, Lundin IP, Michaelsson G: Palmoplantar pustulosis; a clinical and immunohistological study. Department of Dermatology and Venerology, University Hospital, Uppsala, Swe-den. BR J Dermatol 138 (1998): 390-98

Jüttner C: Tacalcitol - Bei Psoriasis-Typ Königsbeck-Barber erfolgreich. ÄP Dermatologie 28, (1998): 372

Luther H: Mykosen an Händen und Füßen. In: Handsymposium. Editiones - Roche, Miesbach Verlag GmbH, Basel. (1998): 89-99

Mihara M, Hagari Y, Morimura T, Nakay-ma H, Isihara M, Aki T, Inoue T: Itraco-nazole as a new treatment for pustulosis palmaris et plantaris. Arch Dermatol 134 (5): (1998): 639-40

Moe AT, Jemec GB: Arthritis and pustulo-sis palmoplantaris. Ugesk Laeger 158 (14): (1996): 1984-85

Roeser B, Tronnier H: Die Kollagenoseh-and. In: Handsymposium. Editiones - Roche, Miesbach Verlag GmbH, Basel. (1989): 179-97

Schwanitz H-J: Das atopische Palmoplan-tar- Ekzem. Springer-Verlag Berlin, Heidelberg, New York, Tokio (1986)

Seebacher K: Grenzen der Kurzzeitbe-handlung von Onychomykosen. Hautarzt 49: (1998): 705-08

Prof. Dr. med. Maria Zabel

Klinik für Haut-, Allergie-, Venen-und Umwelterkrankungen Knappschaftskrankenhaus Recklinghausen

Dorstener Str. 151

45657 Recklinghausen

Quelle: hautnah dermatologie, Heft 1/1999

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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 05. Januar 2014 um 16:34 Uhr