Psoriasis arthritis – Was außerdem helfen kann

Psoriasis arthritis

Neben verschreibungspflichtigen Medikamenten und rezeptfrei erhältlichen Schmerzmitteln gibt es weitere Maßnahmen, mit deren Hilfe sich der Verlauf der Psoriasis Arthritis günstig beeinflussen lässt.

Den Körper in Schwung halten

Ein ganzes Maßnahmenbündel gilt dabei für alle Menschen mit chronischen Schmerzen des Bewegungsapparates – zum Beispiel Rückenschmerzen oder Rheuma – und zielt darauf ab, Patienten körperlich zu aktivieren. So neigen Schmerzpatienten oft zu Schonverhalten. Dies aber kann dazu führen, dass das Zusammenspiel von Muskeln, Bändern und Gelenken aus dem Gleichgewicht gerät und sich die Schmerzen noch weiter verstärken. Krankengymnastik, gezieltes Muskelaufbautraining, Dehnungsübungen und eine allgemeine Steigerung der körperlichen Aktivität sind deshalb wichtige Bestandteile eines so genannten „multimodalen“ Therapiekonzepts.

Eine Voraussetzung hierfür ist, dass Arzt und Patient die Schmerzen gemeinsam zumindest einigermaßen in den Griff bekommen. Doch auch wenn dies geling, sollten Patienten mit Psoriasis Arthritis nicht einfach „drauf los trainieren“. So weist Professor Uwe Lange in einem 2010 erschienenen Artikel darauf hin, dass vor dem Training die Belastbarkeit und die Beweglichkeit der Gelenke getestet werden sollte. Grundsätzlich befürwortete der Rheumatologe Übungsprogramme in Fitness-Studios. Er bezweifelt aber, dass deren Betreiber eine den speziellen Bedürfnissen der Patienten entsprechende Betreuung leisten können – etwa durch die Anpassung des Programms an den jeweiligen Krankheitszustand. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte sich deshalb besser nach Kursen an Reha-Kliniken, bei Selbsthilfegruppen oder in ambulanten Praxen mit rheumatologisch geschultem Personal umsehen.

Gesunde Ernährung

Eine spezielle Diät, die nachweislich das Erkrankungsrisiko reduziert oder den Verlauf der Psoriasis Arthritis verlangsamt, existiert nicht. Übergewicht sollte jedoch vermieden werden, da jedes Kilo mehr die Gelenke zusätzlich belastet. Zudem kommt es ihrer Gesundheit zu Gute, wenn Sie allgemeine Ernährungsempfehlungen beherzigen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zehn Regeln formuliert, unter ihnen die folgenden:

  • Reichlich Getreideprodukte und Kartoffeln; Brot, Getreideflocken, Nudeln, Reis am besten aus Vollkorn.
  • Fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag, möglichst frisch oder nur kurz gegart; gelegentlich auch als Saft oder Smoothie.
  • Milch- und Milchprodukte täglich, ein- bis zweimal in der Woche Fisch; Fleisch und Wurstwaren (zusammen nicht mehr als 300 – 600 g pro Woche) sowie Eier in Maßen; Geflügel sei unter gesundheitlichen Gesichtspunkten günstiger zu bewerten als Rind- oder Schweinefleisch.
  • Wenig Fett und fettreiche Lebensmittel; pflanzliche Öle und Fette (z.B. Raps- und Sojaöl sowie daraus hergestellte Streichfette) sind zu bevorzugen.
  • Lebensmittel schonend zubereiten.
  • Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben.

Vitamine

Auf Vitaminpräparate können die meisten Menschen bei einer ausgewogenen Ernährung verzichten. Obst und Gemüse lassen sich wegen der in ihnen enthaltenen Mineralien und so genannten „sekundären Pflanzenstoffen“ durch Nahrungsergänzungsmittel auch nicht ersetzen.Es gibt allerdings zwei Ausnahmen: Vitamin E und das bei Schuppenflechte als Salbe angewendete Vitamin D.

So kann Vitamin E eventuell dazu verhelfen, die Dosis an Schmerzmitteln zu reduzieren. Mit Vitamin D sind viele Patienten mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma, Multipler Sklerose sowie Schuppenflechte unterversorgt. Das bei Osteoporose schon seit Langem eingesetzte Vitamin ist dabei nicht nur für den Erhalt der Knochendichte notwendig. Mittlerweile werden ihm weitere positive Eigenschaften wie ein regulierender Eingriff in das Immunsystem zugeschrieben.

Da der Körper Sonnenlicht benötigt, um Vitamin D in der Haut herzustellen, kommt es gerade in den Wintermonaten bei vielen Menschen zu einer Unterversorgung. Doch auch im Sommer sind die Blutspiegel oft erniedrigt. Scheuen Sie sich deshalb nicht, Ihren Arzt um einen Labortest zur Bestimmung des Vitamin D-Spiegels im Blut zu bitten.

Liegt ein Defizit vor, reicht die üblicherweise empfohlene Dosis von 800 bis 1.000 I.E. (Internationale Einheiten) täglich bei Patienten mit bestimmten chronischen Erkrankungen wie Rheuma nicht aus. Auch wenn rheumatoide Arthritis und Psoriasis Arthritis nicht dasselbe sind: Aufgrund ähnlicher Krankheitsprozesse ist davon auszugehen, dass dies auch auf Patienten mit Psoriasis Arthritis zutrifft.

Alternative Behandlungsmethoden

Zu den alternativen Behandlungsmethoden zählen Homöopathie, Akupunktur und pflanzliche Produkte. Unter Letzteren gibt es für Zubereitungen aus Weihrauch Hinweise, dass sie entzündliche Haut- und Gelenkerkrankungen günstig beeinflussen könnten. Studien, die wissenschaftlichen Standards genügen, liegen hierzu jedoch nicht vor. Für Homöopathie und Akupunktur ist eine Wirksamkeit ebenfalls nicht zweifelsfrei belegt.

Das bedeutet nicht, dass diese Verfahren im Einzelfall nicht wirken können. Hören Sie aber auf Ihren gesunden Menschenverstand, wenn Ihnen ein Anbieter Heilung verspricht. Was Sie ebenfalls beachten sollten: Naturprodukte sind nicht automatisch „sanfte Medizin“. So enthalten Pflanzenzubereitungen eine Vielzahl verschiedener Substanzen, die Wechselwirkungen mit synthetisch hergestellten Medikamenten haben können. Je nach Herkunftsland können aus Pflanzen hergestellte Produkte außerdem mit Pestiziden und anderen Schadstoffen belastet sein. Sprechen Sie solche Behandlungsversuche deshalb bitte immer mit Ihrem Arzt ab.

Dr. rer. nat. Matthias Herrmann

Bildquellen

  • Psoriasis arthritis: dalaprod – Fotolia

1 Kommentar

  1. Das Psoriasis Forum Berlin linked auf diese Seite. Ihre Ernährungsvorschläge weichen von der des Forums erheblich ab. Nicht nachvollziehbar, dass Sie allen Ernstes Getreideprodukte, Brot, Eier und Milchprodukte auf den Speiseplan stellen, mal abgesehen vom Fleisch. In meiner Wahrnehmung schöpfen Sie hier aus dem Pool des Halbwissens und empfehlen m. E. die Verschlechterung des Gesundheitszustands der Patienten.

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