Psoriasis arthritis – Risikofaktoren, Symptome, Ursachen

Psoriasis arthritis

Risikofaktoren

Unter dem Begriff „Psoriasis Arthritis“ werden alle mit Schuppenflechte einhergehenden Veränderungen an Gelenken und auch Sehnen zusammengefasst. Der Verlauf ist dabei von Patient zu Patient sehr unterschiedlich. Ein erhöhtes Risiko, eine Psoriasis Arthritis zu entwickeln, besteht bei

  • schwerer Hauterkrankung
  • Beteiligung der Nägel und/oder
  • Beteiligung der Kopfhaut sowie bei
  • Schuppenflechte in der Gesäßfalte oder um den After.

Je ausgeprägter die Hautsymptome, desto wahrscheinlicher muss mit einer Psoriasis Arthritis gerechnet werden. Ein Zusammenhang zwischen dem Schweregrad der Hautsymptome und der Gelenkbeschwerden besteht aber nicht.

Einteilung in Untergruppen („Subtypen“)

Die Einteilung der Psoriasis Arthritis ist komplex und wird dadurch erschwert, dass ein Patient nacheinander verschiedene Formen durchlaufen kann oder mehrere Subtypen gleichzeitig vorliegen können. So sind bei manchen Patienten zunächst wenige Gelenke („Oligoarthritis“) und später viele Gelenke („Polyarthritis“) entzündet – etwa die Fingergelenke und zusätzlich ein großes Gelenk wie das Kniegelenk. Bei bis zu 40 Prozent der Patienten ist neben Gelenken der Extremitäten auch die Wirbelsäule betroffen.

Ein charakteristisches Zeichen der Psoriasis Arthritis ist die so genannte Daktylitis, d.h. eine Entzündung der Finger, bei der neben den Gelenken auch die Weichteile betroffen sind und anschwellen („Wurstfinger“). Im Unterschied zur Arthrose treten die Gelenkentzündungen oft asymmetrisch auf, zum Beispiel an Fingergelenken der rechten Hand und gleichzeitig dem linken Knie. Die Übergangsstellen zwischen Sehnen und Knochen können sich ebenfalls entzündlich verändern. Eine solche „Enthesitis“ ist dann zum Beispiel an einer Schwellung im Bereich der Achillessehne erkennbar.

Wie groß der Anteil der Patienten mit bestimmten Symptomen ist, lässt sich kaum sagen. Denn die vielen hierzu durchgeführten Studien kommen teilweise zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen.

Symptome

Eine Psoriasis Arthritis verläuft oft viele Jahre unbemerkt, bevor die ersten Symptome auftreten. Zu ihnen zählen Schmerzen, Rötungen und Schwellungen über einem Gelenk, Morgensteifigkeit, Funktionseinschränkungen und – in fortgeschrittenen Stadien – sichtbare Verformungen der Gelenke. Ist das Kreuz-Darmbein betroffen, kann sich dies durch Schmerzen im Bereich des unteren Rückens und des Gesäßes äußern. Sie sind nachts besonders stark ausgeprägt und bessern sich am Tage unter Bewegung. Eine Beteiligung der Wirbelsäule kann ebenfalls mit Schmerzen verbunden sein. Oft macht sie sich auch durch eine eingeschränkte Beweglichkeit bemerkbar, etwa beim Drehen des Kopfes.

Dies alles kann die Lebensqualität Betroffener erheblich beeinträchtigen – zusätzlich zur Belastung durch die Psoriasis selbst.

Ursachen

Die Ursachen der Psoriasis Arthritis sind im Detail noch nicht geklärt. Sie wird jedoch – ebenso wie zum Beispiel die rheumatoide Arthritis und die Plaque-Psoriasis – den immunvermittelten entzündlichen Erkrankungen zugeordnet. Aus noch ungeklärten Gründen kommt es demnach zu einer Aktivierung des Immunsystems, das sich dann gegen körpereigene Strukturen richtet und Entzündungsprozesse an den Gelenken in Gang setzt. Mediziner und Grundlagenforscher haben noch keine Erklärung dafür, warum einige Psoriatiker eine Psoriasis Arthritis entwickeln und andere nicht – und warum das Krankheitsbild individuell so unterschiedlich verläuft. Da die Erkrankung familiär gehäuft auftritt, ist ein Einfluss genetischer Faktoren aber wahrscheinlich. Umweltfaktoren wie zum Beispiel bakterielle Infekte könnten ebenfalls eine Rolle spielen.

Dr. rer. nat. Matthias Herrmann

Bildquellen

  • Psoriasis arthritis: underdogstudios – Fotolia.com

2 Kommentare

    • Eine Infrarot-Kabine kann – wie Wärme sonst auch – dafür sorgen, dass man beweglich bleibt oder wird, dass Schmerzen gelindert werden. Den Abbau der Gelenke kann sie nicht verhindern.

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