Großer Erfolg für die „Abwehr“

Drei Jahre lang und für 6,2 Millionen Euro durften Wissenschaftler am Heidelberger Sonderforschungsbereich "Immuntoleranz und ihre Störungen" forschen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft förderte die Arbeit.

Fehler in der Abwehr können böse Folgen haben: Das gilt auch für das Immunsystem. Entzündliche Erkrankungen der Haut und der Gelenke – wie die Schuppenflechte und die Psoriasis arthritis – stehen in engem Zusammenhang mit unerwünschten Reaktionen des Immunsystems, dem größten Organ des

menschlichen Körpers. Dies ist wenig bekannt – wohl deshalb, weil es sich dabei um das einzige Organ handelt, das keinen festen Platz im Organismus einnimmt.

Anders als Organe wie Niere, Leber, Gehirn oder Herz muss das Immunsystem, das sich aus mehreren Billionen von Zellen zusammensetzt, mobil sein, um seine Schutzfunktion zu erfüllen. Seine Zellen patroullieren permanent alle Bereiche des Körpers.

Wer sich in verschiedenen Milieus bewegt, muss wissen, wo er sich jeweils befindet, um sich sinnvoll verhalten und reagieren zu können. Störungen im Orientierungssinns des Immunsystems führen zu schwerwiegenden, zumeist chronischen Erkrankungen.

Der Sonderforschungsbereich "Immuntoleranz und ihre Störungen", dessen Federführung beim Institut für Immunologie am Universitätsklinikum Heidelberg liegt, befasst sich seit 1997 mit den Orientierungsstörungen der körpereigenen Abwehr, deren schweren Krankheitsfolgen sowie neuen Therapieansätzen. Jetzt hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft eine weitere Förderung der insgesamt 15 Forschergruppen mit mehr als 6 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren entschieden. Einen gleich großen Betrag stellt die Medizinische Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität zusätzlich als Grundausstattung zur Verfügung gestellt.

Insgesamt 35 Stellen für Wissenschaftler und wissenschaftlich-technische Angestellte werden mit dem Förderprogramm finanziert. An dem "Querschnittsforschungsprogramm" beteiligt sind Forscher des Universitätsklinikums Heidelberg, des Deutschen Krebsforschungszentrums und des Universitätsklinikums Mannheim.

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 05. Juli 2006

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