Computermodell simuliert Amöbenleben

Eine Studentin der John Hopkins Universität hat ein zweidimensionales Computermodell entwickelt, das die inneren Vorgänge einer Amöbenart simuliert. Da sich die Einzeller wie die weißen Blutzellen des Menschen verhalten, sehen die Biologen in den mikroskopischen Tierchen den Schlüssel neuer Behandlungsformen wie Asthma, Psoriasis oder Krebs.

Das zweidimensionale Modell repliziert den Chemotaxis-Prozess des Organismus. Das detaillierte Modell basiert auf der Software namens Virtual Cell und befindet sich noch in der Entwicklungsphase. "Bisher können nur biologische Reaktionen in der Zelle während der Chemotaxis nachgeahmt werden", erklärte Chris Janetopoulos von der Abteilung für Zellbiologie und Anatomie der John Hopkins Universität. Ziel sei es, die virtuelle Zellreaktion bei der Zugabe verschiedener chemischen Substanzkonzentrationen betrachten zu können. "Mit Hilfe des Computers werden die zusammenwirkenden Komponenten verändert, neue hinzugefügt oder entfernt", Janetopoulos weiter.

Die Biomedizinerin Jane Kim konzentrierte sich im Rahmen ihrer Forschungsarbeit auf jene Kettenreaktion, die beim Organismus "Dictyostelium discoideum" Bewegungen auslöst und weiterleitet. Stirbt ein Einzeller ab, wird das den restlichen Amöben durch chemische Signale signalisiert. Sie wandern zum absterbenden Einzeller und schließen sich zu einem multizellulären Organismus zusammen. Dieser Vorgang wird als Chemotaxis bezeichnet. Das Verhalten ist weißen Blutzellen, die Bakterien suchen und zerstören, sowie Pathogenen, die chemische "Duftstoffe" verströmen, sehr ähnlich.

Quelle: pressetext.austria, Mai 2001