Den genetischen Wurzeln der Psoriasis auf der Spur

Die Dermatologen sind den genetischen Wurzeln chronischer entzündlicher Hautkrankheiten wie Psoriasis oder Neurodermitis auf der Spur. Darauf wies Prof. Dr. Enno Christophers, Direktor der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie an der Universitätsklinik in Kiel auf dem DDG-Kongress in Berlin hin.

Acht Genstellen auf verschiedenen Chromosomen seien inzwischen lokalisiert worden, die in der Pathogenese der Psoriasis eine Rolle spielen. Nun arbeiten unter anderem auch deutsche Forscher innerhalb von internationalen Untersuchungsprogrammen daran herauszufinden, welche Gene eine dominierende Funktion spielen. Für die Neurodermitis wurden vier Gene lokalisiert, die mitverantwortlich für die Entstehung der Krankheit sind.

Christophers betonte, dass sich beim Verständnis der chronischen entzündlichen Hautkrankheiten ein Paradigmenwechsel vollzogen habe. Heute werden sie mehr als Immunkrankheiten denn als reine Hautkrankheiten gesehen und entsprechend behandelt. Im Mittelpunkt der Therapie stehe deshalb die Stabilisierung des Immunsystems. In neueren Studien wurden Psoriasis-Patienten Antikörper oder Fusionsprodukte injiziert, die direkt an bestimmten Eiweißen an der Oberfläche der T-Zelle oder ihrer Botensubstanzen wie TNF, IL-1 und IL-8 andocken und sie damit vernichten.

Skeptisch äußerte sich Christophers gegenüber Versuchen, die Psoriasis mit Lasergeräten zu behandeln: „Bislang ist das negativ, bei der Psoriasis geht es nicht“, sagte der Kieler Klinikdirektor. (jp)

Quelle: Derma-online, 03. Mai 2001

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