Forschung mit DNA-Chips

Die Aktivität von Genen, die bei einer Fehlfunktion Autoimmunkrankheiten oder Allergien mit verursachen, kann im großen Stil mit so genannten DNA-Chips bestimmt werden. Dieser Technik bedienen sich Wissenschaftler der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) in der Hoffnung, damit Hinweise auf neue Therapien gegen Krankheiten zu erhalten, bei denen das Immunsystem den eigenen Körper angreift.

Hat sich ein Mensch mit Viren oder Bakterien infiziert, verteidigt ihn sein Immunsystem. Dabei kommen T-Zellen zum Einsatz. In ihnen muss eine Vielzahl von Genen zur richtigen Zeit ein- und wieder ausgeschaltet werden, damit die Abwehr erfolgreich ist. Ist das Zusammenspiel dieser Gene gestört, wenden sich die T-Zellen unter Umständen nicht nur gegen die Erreger, sondern auch gegen körpereigene Proteine: Es kommt zu einer Autoimmunkrankheit.

Die Identifikation der beteiligten Gene wird durch die DNA-Chip-Technologie ermöglicht. Mit diesem modernen Verfahren lässt sich die Aktivität von bis zu 12.000 Genen gleichzeitig bestimmen. Dabei arbeiteten die Wissenschaftler mit Extrakten aus T-Zellen. Durch den Vergleich von gesunden mit fehlgesteuerten T-Zellen lassen sich dann diejenigen Gene identifizieren, die für den Krankheitsverlauf wichtig sind. Damit erhoffen sich die Wissenschaftler langfristig, neue Medikamente für Erkrankungen wie Psoriasis, Diabetes, Multiple Sklerose, Rheumatoide Arthritis oder Asthma entwickeln zu können.

Die GBF hat ihr DNA-Chip-Labor seit Beginn dieses Jahres modernisiert und ausgebaut. Mit der neuen, 600.000 Mark teuren Anlage stellt die GBF eine wesentlichen Teil für das nationale Genomforschungsnetz zur Verfügung, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung Ende März eingerichtet worden ist. (fa)

Quelle: derma-online, 11.05.01

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