Neue Ansätze bei der Erforschung der Schuppenflechte

Bundesweit leiden rund 2,2 Millionen Menschen unter Schuppenflechte. Bei der Erforschung dieser so genannten Psoriasis weisen neue Ansätze auf immunologische Krankheitsursachen hin. Dies wurde auf der Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft in Berlin mitgeteilt.

«Man hat festgestellt, dass ein Großteil der entzündlichen Reaktionen der Haut wie Juckreiz, Rötung, Schuppung und Nässen durch Abwehrzellen verursacht wird, die in der Haut aktiviert sind», erklärte Professor Enno Christophers von der Hautklinik der Universität Kiel. Diese so genannten Lymphozyten oder T-Zellen dienen eigentlich der spezifischen Abwehr von Krankheitserregern. Bei Autoimmunkrankheiten wie der Psoriasis können sich die Angriffe der Lymphozyten aber auch gegen körpereigene Zellen richten.

Diese Erkenntnis führt zu völlig neuen Ansätzen für die Therapie der Schuppenflechte. In neuen Studien werden den Patienten Antikörper oder Fusionsprodukte injiziert, die direkt an bestimmten Eiweißen an der Oberfläche der T-Zelle oder ihrer Botensubstanzen andocken und sie damit vernichten. Laut Christophers verlaufen diese Studien sehr erfolgreich.

Er verwies aber auch auf die starke genetische Komponente der Erkrankung. So werden im Zuge der Entschlüsselung des menschlichen Erbgutes große Anstrengungen unternommen, die beteiligten Gene zu identifizieren.

Quelle: AP, 4.5.01

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