Studien – weniger direkt, aber mehr Pharma-Einfluss

Alle paar Jahre setzen sich Forscher hin und ziehen Bilanz: Was für Studien sind in den letzten Jahren gelaufen? Wie liefen sie ab, wie lange dauerten sie, welche Folgen hatten sie – und: wer hat sie bezahlt?
Europäische Forscher haben dazu zum wiederholten Male randomisiert kontrollierte Studien verglichen – also jene, in denen die Patienten nach dem Zufallsprinzip einer Gruppe zugeordnet und die Ergebnisse mehrerer (meist zweier) Gruppen verglichen werden.
Diesmal ging es um Studien aus den Jahren 2001 bis 2006. Die Vorgänger-Version hatte sich mit Studien aus den Jahren 1997 bis 2000 befasst.
Das Ergebnis:
  • Im jüngeren Zeitraum gab es 140 solcher randomisiert kontrollierten Studien – deutlich weniger als zuvor, wo es 249 waren, obwohl "damals" zwei Jahre weniger einbezogen waren.
  • Der Anteil plazebokontrollierter Studien hat sich erhöht – von 44,6 auf fast 70 Prozent.
  • Eine Studie dauert im Durchschnitt 12 Wochen – vorher waren es 7 Wochen.
  • Der PASI wurde als Kriterium jetzt deutlich öfter verwendet – nämlich in 57,7 Prozent der Studien. Vorher waren es 30,6 Prozent.
  • Die Lebensqualität zählte als Krterium nun auch deutlich öfter – 7,7 Prozent der Studien gingen darauf ein. Von den früheren Studien taten das nur 0,4 Prozent.
  • Der Anteil der von Pharmafirmen unterstützten Studien ist dann auch deutlich gestiegen – von 61 auf 73,7 Prozent der Studien.
Die Forscher ziehen ein Fazit: "Obwohl es neue Behandlungsoptionen gibt, ist die Zahl der direkten Vergleichsstudien zurückgegangen", schreiben sie. "Die meisten Versuche zielen auf einen kurzfristigen Effekt ab – was vielleicht den verstärkten Einfluss des Sponsorings aus der Industrie auf die Forschungsthemen widerspiegelt." cl
 
 

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