Psoriasis arthritis geht mit Apremilast zurück

Apremilast
Für eines der nächsten Medikamente, das bei Psoriasis arthritis zum Einsatz kommen könnte, gibt es weitere Daten. Sie zeigen, dass der Wirkstoff Apremilast bei der Gelenkerkrankung hilft und im Nebeneffekt auch die Psoriasis der Haut bessert.
An der Studie mit dem Titel „PALACE 3“ nahmen 495 Patienten Testpersonen teil. Sie alle hatten Psoriasis arthritis und waren in der Vergangenheit mit einem oralen krankheitsmodifizierenden Antirheumatikum (DMARD in Tabletten- oder Kapselform) oder Biologics behandelt worden. Während des Tests duften neben Apremilast auch die oralen DMARDs weiter angewandt werden.
In dieser Studie wollten die Forscher wissen, wie stark das Medikament nach 16 Wochen wirkt.
Eine Gruppe der Testpersonen erhielt ein Schein-Medikament (Placebo), eine andere nahm zweimal täglich jeweils 20 Milligramm, eine weitere zweimal täglich je 30 Milligramm.
Nach besagten 16 Wochen wurde gemessen, bei wie vielen Teilnehmern die Symptome der Psoriasis arthritis um mindestens 20 Prozent zurückgegangen waren.
  • In der Placebo-Gruppe erreichten 19 Prozent der Probanden diesen Wert.
  • In der Gruppe mit der niedrigeren Dosis (2-mal 20mg) erreichten 29 Prozent diesen Wert.
  • In der Gruppe mit der höchsten Dosis (2-mal 30 mg) erreichten 43 Prozent diesen Wert.

Apremilast

270 von den 495 Teilnehmern hatten außerdem eine Psoriasis. Unter ihnen sahen die Forscher bei denen, die mit der höchsten Dosis Apremilast behandelt wurden, nach 24 Wochen auch „signifikante und anhaltende Verbesserungen“ der Hauterscheinungen um 50 oder 75 Prozent (PASI50 bzw. PASI75).
Hersteller Celgene hat außerdem Daten aus drei Studien zusammengefasst und veröffentlicht – aus PALACE 1, 2 und 3. Bei allen Studien handelte es sich um RCTs – um placebokontrollierte Tests, deren 1500 Teilnehmer per Zufall in verschiedene Gruppen eingeteilt wurden. Eine bessere Studienart gibt es derzeit nicht.
Nach 24 Wochen wurde in den drei Studien geschaut, welche „unerwünschte Ereignisse“ auftraten. Die häufigsten waren:
  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen
  • Infektionen der oberen Atemwege
Die meisten „unerwünschten Ereignisse“ waren mild oder moderat. Aber: Wegen „unerwünschter Ereignisse“ brachen auch einige Patienten den Test ab:
  • 4,2 Prozent der Placebopatienten
  • 5,6 Prozent der 2×20 mg
  • 7,2 Prozent der 2×30 mg
Ernste unerwünschte Ereignisse gab es bei
  • 3,8 Prozent der Placebopatienten
  • 3,4 Prozent der 2×20 mg
  • 3,8 Prozent der 2×30 mg
Keine Auffälligkeiten gab es im Zusammenhang mit gravierenden Herzvorfällen oder Malignomen oder systemischen opportunistischen Infektionen. Zudem traten keine Fälle von einer reaktivierten Tuberkulose auf, wie sie bei Biologics beobachtet wurden.
In den USA und Kanada läuft ein Zulassungsantrag des Herstellers für die Behandlung der Psoriasis arthritis seit dem ersten bzw. zweiten Quartal 2013. In Europa soll der Antrag für die Behandlung von Psoriasis arthritis und Psoriasis in der zweiten Jahreshälfte 2013 an die Behörden gestellt werden.

Was ist Apremilast?

Apremilast ist – im Gegensatz zu den bisher zugelassenen Biologics – eine Tablette. Der Wirkstoff reguliert das Immunsystem im Allgemeinen und die entzündliche Reaktion im Besonderen. Das schafft er, indem er die Ausschüttung von TNF-alpha, Interleukin 23 und anderen entzündlichen Zytokinen verändert.
Der Hersteller informiert auf einer eigenen Internetseite (leider nur auf Englisch) über den Wirkstoff.
In unserem Forum berichtet ein Nutzer von seinen Erfahrungen mit Apremilast.
cl
Quelle: Pressemitteilung des Herstellers
Über Claudia Liebram 279 Artikel
Claudia Liebram ist Berlinerin mit Leib und Seele. Dort arbeitet sie als Redakteurin. Ihre Psoriasis begann, als sie 3 Jahre alt war – viel Erfahrung also, die sie weitergeben kann.

2 Kommentare

  1. Habe seit 42 Jahren Psoriasis und seit 30 Jahren Polyarthritis. Nehme Apremilast
    seit 3Jahren ( Studienteilnahme) und mir geht es sehr gut damit. Toll, das das Medikament nun zugelassen ist. Wünsche allen viel Erfolg damit.

    • Hallo Gerda,

      danke, dass Du uns an Deinen Erfahrungen teilhaben lässt.
      Ich habe etwa genausolange Pso wie Du und, ich glaube nun auch eine PsA, die aber noch nicht diagnostiziert wurde. Bisher habe ich Fumaderm genommen, aber es hilft kaum. Im Gegenteil scheint es meine Immunaktivität wieder angeschubst zu haben, denn vorher hatte ich eine Art Gleichgewicht.
      Mir wurde das Medikament jetzt auch angeboten, aber ich habe ein bißchen Angst. Stellt es doch einen tiefen Eingriff in unser Immunsystem, v.a. aber wohl auch (laienhaft ausgedrückt) in unseren Stoffwechsel sowie in unser Herz-Kreislaufsystem dar, wenn man die Gruppe der PDE-Hemmer allgemein betrachtet (siehe Verwandschaft mit Viagra).
      Mich würde interessieren, welche Nebenwirkungen Du hattest und noch hast und ob Du gegen die Pso und Arthritis gleichzeitig noch andere Medikamente nehmen musst.

      Viele Grüße von Mariellchen

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