Otezla – was ist das und wie wird es angewendet?

Otezla
Otezla

Der Wirkstoff in Otezla heißt Apremilast. Es handelt sich um eine Tablette. Das Medikament ist rezeptpflichtig.

Bei welchen Erkrankungen wird Otezla® angewandt?

Otezla® kann zum Einsatz kommen bei

  • Psoriasis arthritis, wenn andere Arzneimittel nicht angewendet werden können oder die Behandlung damit erfolglos war
  • mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, wenn eine Lichttherapie oder andere innerliche Medikamente wie Ciclosporin oder Methotrexat nicht angewendet werden können oder die Behandlung damit erfolglos war

Wirkmechanismus

Otezla® sorgt dafür, dass das körpereigene Enzym Phosphodiesterase-4 nicht mehr so aktiv ist. Dadurch wird die Entzündung bei einer Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis eingefangen.

Wie wird die Therapie angewandt?

Otezla® wird 2-mal pro Tag eingenommen – morgens und abends jeweils eine Tablette mit je 30 mg.

Zu Beginn der Therapie wird die Dosis allerdings erst einmal langsam erhöht.

  • Tag 1: eine Tablette mit 10 mg Apremilast
  • Tag 2: jeweils eine Tablette mit 10 mg morgens und abends
  • Tag 3: morgens eine Tablette mit 10 mg, abends eine Tablette mit 20 mg
  • Tag 4: jeweils eine Tablette mit 20 mg morgens und abends
  • Tag 5: morgens eine Tablette mit 20 mg, abends eine Tablette mit 30 mg

Ab Tag 6 ist die „normale Dosis“ erreicht.

Das Medikament wird am besten mit Wasser und vor allem unzerkaut heruntergeschluckt. Laut Hersteller ist es egal, ob das mit oder ohne Mahlzeit geschieht. Allerdings empfiehlt der Hersteller, Otezla® immer ungefähr zur gleichen Uhrzeit einzunehmen.

Wann darf Otezla® nicht eingenommen werden?

Das Medikament darf in der Schwangerschaft und in der Stillzeit nicht eingenommen werden. Für Leute mit stark eingeschränkter Nierenfunktion gelten besondere Empfehlungen zur Dosierung (siehe weiter unten).

Worauf müssen Arzt und Betroffener besonders achten?

Eher untergewichtige Menschen sollten sehr auf ihr Gewicht achten. Auch, wer einen ungewöhnlichen Gewichtsverlust bemerkt, sollte mit dem Arzt sprechen.

Otezla® in Schwangerschaft und Stillzeit

Dazu gibt es nicht viel mehr zu sagen als: geht nicht. Das Medikament ist noch so neu, dass über seine Wirkung in der Schwangerschaft zu wenig bekannt ist. Frauen dürfen während der Einnahme von Otezla® also nicht schwanger werden.

Weil nicht bekannt ist, ob Otezla® in die Muttermilch übergeht, darf es auch während der Stillzeit nicht eingenommen werden.

Nebenwirkungen von Otezla®

Sehr häufig
(bei mehr als 1 von 10 Behandelten)

  • Durchfall
  • Übelkeit

Häufig
(bei bis zu 1 von 10 Behandelten)

  • Husten
  • Rückenschmerzen
  • Erbrechen
  • Müdigkeitsgefühl
  • Magenschmerz
  • Appetitlosigkeit
  • Häufiger Stuhlgang
  • Schlafschwierigkeiten (Schlaflosigkeit)
  • Verdauungsstörungen oder Sodbrennen
  • Kopfschmerzen, Migräne oder Spannungskopfschmerzen
  • Infektionen der oberen Atemwege wie Erkältung, Schnupfen, Infektion der Nasennebenhöhlen
  • Entzündung und Schwellung der Luftwege in der Lunge (Bronchitis)
  • Grippaler Infekt (Nasopharyngitis)

Gelegentlich
(bei bis zu 1 von 100 Behandelten)

  • Hautausschlag
  • Gewichtsverlust
  • Allergische Reaktion

Vor allem in den ersten zwei Wochen der Behandlung können Nebenwirkungen in Magen und Darm auftreten. In den Studien vor der Zulassung des Medikamentes verschwanden diese Nebenwirkungen innerhalb der ersten vier Wochen wieder.

Wechselwirkungen mit Medikamenten oder Wirkstoffen

Sie sollten mit dem Arzt, der Ihnen Otezla® verschreibt, unbedingt über alle Medikamente sprechen, die Sie sonst noch nehmen. Besonders wichtig ist das aber, wenn Sie

  • Rifampicin
  • Phenytoin, Phenobarbital und Carbamazepin oder
  • Johanniskraut

nehmen.

Was sollte man sonst noch wissen?

Menschen mit stark eingeschränkter Nierenfunktion sollten nur die halbe empfohlene Dosis von Otezla® einnehmen.

Lagerung

Otezla® sollte nicht bei einer Temperatur von über 30 °C aufbewahrt werden.

5 Kommentare

    • Die Herstellerfirma hat uns am 14.04.15 mitgeteilt, dass sie „diese unerwünschte Nebenwirkung bei unserem Wirkstoff Apremilast bis heute nicht verzeichnet“ habe.

      Grundsätzlich besteht das extrem seltene (!!) Risiko, eine lebensgefährliche Hirninfektion (PML) zu bekommen, bei allen immunsuppressiven Medikamenten. Aber tatsächlich ist es erst bei einigen eingetreten. Welche das sind, ist nachzulesen bei Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Progressive_multifokale_Leukenzephalopathie. Das liegt sicherlich auch daran, welche Kontrolluntersuchungen wie regelmäßig durchgeführt werden, um eine generelle Gefährdung rechtzeitig zu erkennen.

  1. Wirkung Otezla – spricht gut an. Nebenwirkung Übelkeit bis Erbrechen- leider, das ist sehr schade. Praktisch die gleichen Nebenwirkungen wie beim Methotrexat.

  2. Ich habe beste Erfolge, ab dem 1.6.2015 nehme ich otezla, mußte aber immer wieder in die Unihautklinik in Magdeburg um ein neues Rezept zu bekommen. Mein Hautarzt und mein Hausarzt haben es mir verweigert, es ist ihnen zu teuer. Nun komme ich wieder in die häßliche Lage, weil die Uniklinik mich auch nicht mehr versorgen will. Morgen (21.1.2016)habe ich vielleicht die letzte Sprechstunde in der Uniklinik. Was kann ich machen, wenn ich beim Hautarzt wieder nicht behandelt werde ?
    Können Sie mir helfen?
    Mit freundlichen Grüßen
    Brigitte H.

    • Ich würde mich bei der Krankenkasse erkundigen, wie ich an das Medikament komme. Ich habe es für meine Psoriasis Arthritis vom Rheumatologen verschrieben bekommen. Alles Gute! S. Reinhardt

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