Cimzia® für die Behandlung der Psoriasis arthritis zugelassen

Cimzia

Mit Cimzia® gibt es nun für die Behandlung der Psoriasis arthritis ein weiteres Biologic. Es handelt sich um einen TNF-Alpha-Blocker, unterscheidet sich aber chemisch von den bisherigen Biologics dieser Gruppe. Mit der neuen Formel sollen weniger Nebenwirkungen auftreten – und es soll seltener vorkommen, dass der Körper Antikörper gegen das Medikament entwickelt. Allerdings wird Cimzia® auch vom Körper langsamer abgebaut: Die Halbwertzeit ist zwei Wochen lang.

Cimzia® ist eine Fertigspritze mit 200 Milligramm des Wirkstoffs. Der Wirkstoff wird alle zwei Wochen gespritzt – die ersten dreimal jeweils in der doppelten Dosis, danach in der Standardmenge von 200 Milligramm. Das Medikament soll immer mit MTX kombiniert werden – außer, der Patient verträgt MTX nicht oder etwas anderes spricht dagegen.

Mit dem Medikament gibt es schon einige Erfahrung, denn es ist schon länger zur Behandlung der Rheumatoiden Arthritis und der axialen Spondyloarthritis zugelassen. Für die Zulassung bei Psoriasis arthritis war eine Studie entscheidend, die der Hersteller RAPID-PsA getauft hat. An der nahmen 409 Menschen mit Psoriasis arthritis teil. Nach 24 Wochen waren es noch 368 Probanden.

Das Fazit der Mediziner: Sie sahen in beiden getesteten Dosierungen eine schnelle Verbesserung der Anzeichen und Symptome einer Psoriasis arthritis inklusive Gelenke, Haut, Enthesitis (Entzündung der Sehnenansätze), Daktylitis (geschwollene, so genannte Wurstfinger) und der Nagel-Psoriasis.

An der Studie konnten auch Menschen teilnehmen, die zuvor schon ein anderes Biologic angewendet hatten. Damit wird berücksichtigt, dass manche schwer Betroffene erst mehrere Biologic ausprobieren müssen, bevor sie das Biologic finden, das bei ihnen anschlägt.In unserem Forum berichten Menschen über ihre Erfahrungen mit Cimzia®.

Tipp: Klicken Sie in der folgenden Grafik auf die unterschiedlichen Dosierungen, um die Ergebnisse zu sehen.

Nebenwirkungen

Nach 24 Wochen waren die häufigsten Nebenwirkungen:

  • Nasopharyngitis – eine Entzündung von Nase und / oder Rachen (8,7 Prozent der Teilnehmer in den Wirkstoff-Gruppen, verglichen mit 7,4 Prozent in der Placebo-Gruppe)
  • Durchfall (3,6 Prozent der Teilnehmer in den Wirkstoff-Gruppen, verglichen mit 2,9 Prozent in der Placebo-Gruppe)
  • Kopfschmerzen (3,6 Prozent in der Teilnehmer in den Wirkstoff-Gruppen, verglichen mit 1,5 Prozent in der Placebo-Gruppe)
  • Infektion der oberen Atemwege (7,8 Prozent in der Teilnehmer in den Wirkstoff-Gruppen, verglichen mit 5,1 Prozent in der Placebo-Gruppe)

Während der ersten 24 Monate der Studie starben zwei Patienten – einer am Herzinfarkt und einer plötzlich mit unklarer Todesursache. Dazu heißt es in der Studie, dass in beiden Fällen ermittelt wurde, dass die Todesfälle nichts mit dem Wirktstoff zu tun gehabt hätten.

Die Autoren der Veröffenlichung in den Annals of the Rheumatic Diseases sehen in ihrer eigenen Arbeit auch Schwächen:

  • Die Ergebnisse aus den ersten 24 Wochen müssen noch von der weiter laufenden Langzeitstudie bestätigt werden.
  • Die Teilnehmer hatten neben der Psoriasis arthritis einen für die Forscher verblüffend geringen Psoriasis-Befall (PASI). Die Ergebnisse ihrer RAPID-PsA-Studie bezüglich der Psoriasis könnten untypisch sein und anderen Studien widersprechen, in denen es speziell um die Besserung der Psoriasis unter Cimzia® geht.
  • Die Studie wurde in mehreren Zentren durchgeführt. Es war nicht zu klären, weshalb in sich einigen Gegenden bei deutlich mehr Patienten die Symptome um 20 Prozent nach 12 Wochen verbessert hatten.
  • Ebenfalls konnte nicht geklärt werden, weshalb in Südamerika mehr Probanden auf die Placebo-Spritzen reagierten als in anderen Teilen der Welt. Dieses Phänomen war insofern neu, weil in früheren Studien mit diesem Wirkstoff keine Patienten aus Südamerika dabei waren.

Tipp: Beim Anklicken der jeweiligen Ergebnisse wird gezeigt, auf wie viel Prozent der Patienten das zutraf.

Quellen:

Bildquellen

  • cimzia150: Hersteller
Über Claudia Liebram 279 Artikel
Claudia Liebram ist Berlinerin mit Leib und Seele. Dort arbeitet sie als Redakteurin. Ihre Psoriasis begann, als sie 3 Jahre alt war – viel Erfahrung also, die sie weitergeben kann.

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