Monoklonaler Antikörper stoppt Psoriasis

Psoriasis könnte zukünftig mit Hilfe des monoklonalen Antikörpers Infliximab therapiert werden. Das berichten amerikanische Forscher in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Lancet“.

Psoriasis beeinträchtigt den Patienten sowohl psychisch als auch physisch. Zirka ein bis drei Prozent aller Europäer leiden an der Krankheit, ein Viertel von ihnen haben eine mittelschwere bis schwere Form. Übliche Therapieformen der Psoriasis wie Ciclosporin oder Methotrexat sind entweder nicht sehr wirkungsvoll oder haben starke Nebenwirkungen. Bekannt ist, dass der Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-alpha) bei der Pathogenese der Psoriasis eine Rolle spielt. Nun wollten Dr. Alice Gottlieb und ihre Kollegen herausfinden, welchen klinischen Einfluss Infliximab, ein TNF-alpha-Blocker, auf den Krankheitsverlauf haben würde. Infliximab wird bislang in der Therapie des Morbus Crohn und der Rheumatoiden Arthritis eingesetzt. Zu diesem Zweck führten die Forscher von der UMDNJ-Robert Wood Johnson Medical School in New Jersey eine doppelblinde Studie durch, um die klinischen Vorteile sowie die Nebenwirkungen von Infliximab zu untersuchen.

33 Patienten mit mäßiger bis schwerer Psoriasis wurden randomisiert in drei Gruppen eingeteilt. Zu Beginn der Studie sowie nach zwei und nach sechs Wochen bekam eine Gruppe fünf Milligramm/Kilogramm Körpergewicht Infliximab, die zweite Gruppe die doppelte Menge und die dritte Gruppe einen Placebo verabreicht. Nach zehn Wochen wurden die Patienten nachuntersucht. Neun von elf Patienten der fünf Milligramm-Gruppe sprachen sehr gut auf die Therapie an, im Vergleich zu zehn von elf Patienten in der zehn Milligramm-Gruppe und lediglich zwei von elf Patienten in der Placebo-Gruppe. Die Patienten der beiden Infliximab-Gruppen sprachen durchschnittlich nach vier Wochen auf die Therapie an. Es traten keine ernsten Nebenwirkungen auf, Infliximab wurde gut toleriert.

„Was die Langzeitwirkung angeht, so müssen wir noch weitere Studien durchführen, um herauszufinden, ob spätere unerwünschte Nebenwirkungen auftreten“, so die Studienleiterin Gottlieb. Die Schlüsselrolle des TNF-alpha habe sich jedoch durch diese Studie bestätigen lassen, meint die Forscherin. kre

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