Psoriasis arthritis kann nun mit Remicade behandelt werden

Patienten mit Psoriasis arthritis können nun innerhalb der EU mit dem Medikament Remicade behandelt werden – wenn dazu noch MTX genommen wird. Die Zulassung für dieses Verfahren gab die europäische Kommission EMEA im Oktober 2004.

Remicade wird bereits bei mehreren entzündlichen Krankheiten eingesetzt. Der Wirkstoff darin heißt Infliximab.

Die enscheidende Studie vor der Zulassung war die Studie namens Impact. Dafür wurden 104 Patienten mit einer aktiven Psoriasis arthritis untersucht, denen mindestens eines der klassischen antirheumatischen Medikamente nicht geholfen hatte. In neun medizinischen Zentren in den USA, Kanada und Europa wurde geforscht.

Mehr über Remicade

Remicade oder Infliximab ist ein Antikörper, der nicht loslassen will: Er schnappt sich den Tumornekrosefaktor alpha (TNF-alpha) und bindet ihn an sich. Dieser TNF-alpha spielt auch bei Morbus Crohn, Gelenkrheuma und Morbus Bechterew eine Rolle.

Das Medikament wird beim Arzt gespritzt. Andere neue Medikamente sind dagegen so konzipiert, daß die Patienten es lernen, sich die Injektion selbst zu setzen.

Hersteller Schering-Plough hält Remicade für sicher und wirksam: Es gäbe eine mehr als 12-jährige Erfahrung aus klinischen Studien und weltweit mehr als 500.000 damit behandelte Patienten.

Remicade wird in den USA von der Firma Centocor vermarktet, während die Schering-Plough Corporation in allen anderen Ländern der Welt aktiv ist – mit Ausnahme von Japan und Teilen den Fernen Ostens, wo Tanabe Seiyaku, Ltd das Produkt vermarktet.

Neben- und Wechselwirkungen

So hoffnungsvoll alle neuen Medikamente für die Patienten klingen: Auch sie sind nicht ohne Nebenwirkungen zu haben.

Viele Patienten mit Herzinsuffizienz sollten Remicade nicht anwenden. Vor der Behandlung sollten die Patienten jegliche Herzkrankheiten mit ihrem Arzt besprechen. Patienten sollten ihrem Arzt sofort mitteilen, wenn Symptome einer Herzinsuffizienz neu auftreten oder sich verschlechtern.

Patienten, die mit Remicade behandelt wurden, berichteten auch über schwere Infektionen – einschließlich Tuberkulose (TB) und Sepsis. Einige dieser Infektionen verliefen tödlich. Patienten sollten ihrem Arzt berichten, wenn sie vor kurzem oder längerem Kontakt mit Menschen mit TB hatten. Ihr Arzt wird sie dann auf TB untersuchen und einen Hauttest durchführen.

Remicade kann die Fähigkeiten zur Bekämpfung von Infektionen einschränken. Wenn ein Patient zu Infektionen neigt oder in der Vergangenheit oder zurzeit unter Infektionen gelitten hat bzw. leidet, oder irgendein Anzeichen einer Infektion .- ob Fieber, Ermüdung, Husten oder Grippe – unter Remicade -Therapie entwickelt, sollte sie oder er dies dem Arzt sofort berichten.

Der Arzt sollte auch informiert werden, wenn der Patient in einer Gegend lebt, in der Histoplasmose oder Coccidioidomykose regelmäßig auftreten. Es gibt ebenfalls Berichte über Blutstoffwechselkrankheiten, die teilweise tödlich verlaufen sind. Außerdem gibt es Berichte über Störungen des Nervensystems. Patienten sollten ihren Arzt informieren, wenn sie eine Krankheit hatten, die das Nervensystem betrifft, oder wenn während einer Behandlung mit Remicade jegliche Art von Taubheit, Schwäche, Prickeln oder Sehstörungen auftreten.

Es gibt auch Berichte von schweren Infusionsreaktionen mit Ausschlägen, Atemproblemen und niedrigem Blutdruck. Die Reaktionen traten während oder nach den Infusionen auf. In klinischen Studien traten bei einigen Patienten folgende gewöhnliche Nebenwirkungen auf: Infektionen des oberen Atmungstrakts (u.a. Sinusitis und Halsschmerzen), Husten und Magenschmerzen oder leichte Reaktionen auf die Infusion, wie Haut-Ausschlag oder -Juckreiz.

Informationen: http://www.remicade.com

Claudia Liebram

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