Remicade plus MTX hilft bei frühem Rheuma

Remicade kann die Gelenkzerstörung bei einer frühen rheumatoiden Arthritis aufhalten – im Verein mit anderen Anti-Rheuma-Mitteln wie MTX. Das Medikament ist bei schwerer, aktiver und fortschreitender Krankheit angesagt.

Frühe rheumatoide Arthritis heißt, dass die Krankheit noch „frisch“ ist oder bis höchstens drei Jahre lang besteht.

Der Europäische Ausschuss für Arzneimittelspezialitäten (CMP) stellte für die Europäische Arzneimittelbehörde (EMEA) ein positives Gutachten für Remicade aus. Er empfahl, Remicade auch für die Behandlung der frühen rheumatoiden Arthritis zuzulassen.

Das Gutachten stützt sich auf eine Studie. 54 Wochen lang erhielten 1.049 Patienten mit früher rheumatoider Arthritis Remicade und MTX oder nur MTX oder ein Placebo. Das Doppelpack aus Remicade und MTX wirkte eindeutig besser: Es reduzierte die Behinderung und verbesserte die Symptome und Anzeichen der rheumatoiden Arthritis besser als MTX allein. Auch setzte sich die Gelenkzerstörung nicht so stark fort.

„Frühe Behandlung kann Fortschreiten aufhalten“

Für Paul Emery, Professor für Rheumatologie an der Universität Leeds (Großbritannien), ist klar: „Eine frühe Behandlung mit Remicade kann das Fortschreiten dieser schwächenden Krankheit aufhalten“.

Die Patienten in der Studie an 125 Standorten in den USA und Europa plagten sich im Durchschnitt nur sieben Monate lang mit der frühen rheumatoiden Arthritis herum. 90 Prozent von ihnen hatten aber bereits erosive Gelenkveränderungen – also Schäden in den Gelenken.

Nach 54 Wochen waren die Ergebnisse nicht nur wie oben genannt gut: Die physikalische Funktion der Gelenke hatte sich bei den Probanden ebenfalls verbessert.

Bei den Patienten, die vor der Studie noch keine Gelenkschäden hatten, stellten sich bei 80 Prozent auch nach den 54 Wochen der Studie keine Schäden ein, wenn sie Remicade und MTX bekommen hatten. Aber: Auch 63 Prozent derer, die nur das Placebo-„Medikament“ bekamen, hatten vor- und nachher keine Gelenkschäden.

Die Empfehlung der CPMP dient als Basis für die Zulassung der Europäischen Kommission. Wird Remicade von der EMEA für die Behandlung der frühen rheumatoiden Arthritis zugelassen, kann es in allen EU-Mitgliedsstaaten sowie in Island und Norwegen vertrieben, verschrieben und verkauft werden.

Über die frühe rheumatoide Arthritis

Rheumatoide Arthritis ist eine chronische, progressive Krankheit und jüngste Forschungen zeigen, dass ein kritisches therapeutisches Fenster in den ersten Jahren nach Krankheitsausbruch existiert, in dem die progressiven Gelenkschädigungen der Krankheit, wie röntgenologisch gemessen, „gelöscht“ werden können.(1)(2)(3) Gelenkschädigungen können innerhalb von zwei Jahren nach Krankheitsausbruch bei 50-70 Prozent der Patienten mit rheumatoider Arthritis auftreten.(4) Das „American College of Rheumatology“ (ACR) schlägt vor, mit der Krankheitskontrolle so früh wie möglich zu beginnen, um Gelenkschädigungen bei rheumatoider Arthritis zu begrenzen.(3)

Rheumatoide Arthritis ist mit starker Behinderung und ökonomischen Verlusten verbunden. Eine Studie hat gezeigt, dass ein Drittel der Patienten in Großbritannien, die angestellt waren, innerhalb von zwei Jahren nach Krankheitsausbruch arbeitsuntauglich wurden.(5)

Über Remicade

Remicade ist ein monoklonaler Antikörper, der spezifisch und irreversibel an TNF-alpha bindet, welcher eine Rolle bei rheumatoider Arthritis, Crohns Krankheit, Spondylitis ankylosans und Psoriasis spielt und auch bei einer ganzen Reihe von anderen immunvermittelten Entzündungskrankheiten wichtig sein könnte.

Nebenwirkungen

Viele Patienten mit Herzversagen sollten Remicade nicht einnehmen. Patienten sollten vor der Behandlung jegliche Herzbeschwerden mit ihrem Arzt besprechen. Patienten sollten ihren Arzt umgehend davon in Kenntnis setzen, falls bei ihnen neue oder verschlimmerte Symptome von Herzversagen (wie beispielsweise Kurzatmigkeit oder Anschwellen der Füße) auftreten.

Es gibt Berichte über ernsthafte Entzündungen in Verbindung mit Remicade-Behandlungen – unter anderem Tuberkulose (TB) und Sepsis. Einige dieser Entzündungen sind tödlich verlaufen. Patienten sollten ihren Arzt davon in Kenntnis setzen, falls sie kürzlich oder in der Vergangenheit Kontakt mit TB-Patienten hatten. Ihr Arzt wird sie auf TB untersuchen. Falls ein Patient eine latente (inaktive) Tuberkulose hat, sollte der Arzt vor der Verwendung von Remicade mit einer TB-Behandlung beginnen. Falls der Patient zu Entzündungen neigt, wiederholte Entzündungen hatte, derzeit unter einer Entzündung leidet, oder falls bei dem Patienten während der Einnahme von REMICADE eine Entzündung auftritt, sollte er dies dem Arzt umgehend mitteilen. Patienten sollten ihren Arzt ebenfalls davon unterrichten, falls sie eine das Nervensystem betreffende Erkrankung haben oder hatten oder falls sie unter jeglicher Taubheit oder Kribbeln bzw. unter Sehstörungen leiden.

Außerdem gibt es Berichte über schwerwiegende Infusionsreaktionen mit Ausschlägen, Atmungsschwierigkeiten und niedrigem Blutdruck. Innerhalb von klinischen Studien sind bei einigen Patienten die häufig Nebenwirkungen wie

  • Infektionen der oberen Luftwege
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Husten
  • Sinusitis oder
  • leichte Reaktionen auf die Infusion wie Ausschlag oder Hautjucken

beobachtet worden.

Entwickler von Remicade ist die Firma Schering-Plough, ein Forschungsunternehmen mit Schwerpunkt Erforschung, Entwicklung, Herstellung und weltweitem Marketing von pharmazeutischen Produkten. ( Website: http://www.schering-plough.com )

Referenzen

(1) Landewe RB, Boers M, Verhoeven AC, et al. COBRA combination therapy in patients with early rheumatoid arthritis: long-term structural benefits of a brief intervention. Arthritis Rheum. 2002;46

(2) Egsmose C, Lund B, Borg G, et al. Patients with rheumatoid arthritis benefit from early 2nd line therapy: 5 year follow up of a prospective double blind placebo controlled study. J. Rheumatol. 1995;22

(3) American College of Rheumatology, Subkomitee über Richtlinien über Rheumatoide Arthritis, Überarbeitung 2002.

(4) van der Heijde DM. Joint erosions and patients with early rheumatoid arthritis. Br J Rheumatol. 1995;34(suppl 2)

(5) Barrett EM, Scott DGI, Wiles NJ, Symmons DPM. The impact of rheumatoid arthritis on employment status in the early years of disease: a UK community-based study. Rheumatology. 2000;39

Quelle: PR Newswire, 24. April 2004

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