Übersicht von Kortisonsalben in Arbeit

Angst vor Kortison ist unnötig / Ärzteverband will Klarheit über Wirkungen und Nebenwirkungen schaffen

Schon das Wort „Kortison“ löst bei vielen Psoriatikern ein „will ich nicht“ aus. „Ungerechtfertigt“, meint Professor Thomas A. Luger von der Uniklinik Münster.

„Heute gibt es kaum noch unerwünschte Wirkungen von Kortisonsalben“, so Luger – vorausgesetzt, das richtige Präparat wird auch richtig angewendet.

Die Ärzte Zeitung widmete dem Thema kürzlich einen Artikel. Danach wurden in den 60-er und 70-er Jahren immer stärkere Kortisonsalben entwickelt. Die damalige falsche Anwendung hätte die Kortisonsalben-Therapie bei Patienten und auch bei vielen Ärzten „in Misskredit gebracht“. Seit Mitte der 80-er Jahre stünden aber Kortisonsalben der inzwischen vierten Generation zur Verfügung. Die würden nicht mehr zur gefürchteten „Verdünnung“ der Haut (fachmännisch: Atrophie) führen.

Ärzte müssten jedoch vor der Verordnung wissen:

  • Wie stark ist das Kortison?
  • Wie stark ist die Konzentration?
  • Welche Trägersubstanz kommt zum Einsatz? (Heißt: Worin ist das Kortison untergemischt?)
  • Wie groß sind die Hautstellen, wo die Salbe hinkommt?
  • Wie lange soll die Kortisonsalbe angewendet werden?

Damit der Arzt es bei der Auswahl künftig leichter hat, entwickelt die Deutsche Dermatologische Gesellschaft derzeit einen „Therapeutischen Index“ für die zehn am meisten verschriebenen Kortisonsalben. Dort fließen auch die Nebenwirkungen – Hautverdünnung, Beeinflussung der Nierenfunktion, Kontaktallergien – ein. Ende des Jahres soll der „therapeutische Index“ fertig sein.

Die Pharmafirma Dermapharm hat einen Patienten-Ratgeber zum Thema Kortison als PDF-Datei ins Netz gestellt.

Vorsichtige Naturen können ihre Fragen zum Thema Kortison an jedem ersten Mittwoch im Monat von 16 bis 18 unter 069/49086740 bei der Informationszentrale Haut stellen.

Claudia Liebram

Über Claudia Liebram 279 Artikel
Claudia Liebram ist Berlinerin mit Leib und Seele. Dort arbeitet sie als Redakteurin. Ihre Psoriasis begann, als sie 3 Jahre alt war – viel Erfahrung also, die sie weitergeben kann.

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