„Blockbuster“ gegen atopische Dermatitis

Riesenerfolg österreichischer Wissenschaftler: Die US-Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) hat am Freitag dem am Novartis-Forschungsinstitut in Wien entwickelten Medikament „Elidel“ (Pimecrolimus, ASM 981) die Zulassung für die Behandlung der atopischen Dermatitis (ehemals Neurodermitis) für Patienten ab dem Alter von zwei Jahren erteilt.

Es handelt sich bei dem Wirkstoff um einen so genannten Immunmodulator der ähnliche Effekte wie Cortison – aber ohne dessen Nebenwirkungen – erzielt. In Zukunft soll es das Arzneimittel auch in Tablettenform und zur Behandlung der Psoriasis („Schuppenflechte“) geben.

„Dies ist die erste verschreibungspflichtige nicht-steroidale Creme gegen leichte bis mittelschwere atopische Dermatitis bei Patienten ab zwei Jahren“, teilte Novartis mit. Der Konzern sieht das jahrelang in Österreich unter Federführung von Univ.-Prof. Dr. Anton Stütz am Novartis Forschungsinstitut (NFI) in Wien entwickelte Medikament als potenziellen „Blockbuster“ an, der Milliarden-Umsätze bringen könnte.

Die atopische Dermatitis („Ekzem“) ist eine bisher nur bedingt behandelbare Erkrankung, deren Ursachen nur teilweise bekannt sind. Es handelt sich dabei um eine von Juckreiz begleitete Hautkrankheit, die beispielsweise etwa 17 Prozent der US-amerikanischen Bevölkerung betrifft. 90 Prozent aller durch Ekzeme bedingten Arztbesuche erfolgen wegen leichter oder mittelschwerer Atopischer Dermatitis.

Die bisherigen Therapiemöglichkeiten bestanden vor allem in der Verwendung von Cortison-Präparaten. Doch gerade bei Kindern ist man mit der Gabe dieser Substanzen – ursprünglich als Hormone der Nebennieren entdeckt – vorsichtig, weil es zu Wachstumsstörungen und anderen Nebenwirkungen kommen kann. Jahrzehntelang wurden Alternativen gesucht.

Den sprichwörtlichen „Vogel“ schossen Univ.-Prof. Dr. Anton Stütz und sein Team am NFI ab. Sie veränderten eine aus Ascomyces-Pilzen bekannte Substanz so, dass sie als Wirkstoff für Arzneimittel gegen chronisch entzündliche Hauterkrankungen verwendbar wurde.

Die wesentlichen Studien an Patienten wurden mit Pimecrolimus an der Universitäts-Hautlinik in Wien (Leiter: Univ.-Prof. Dr. Klaus Wolff) am AKH durchgeführt.

Quelle: Wiener Zeitung, 18.12.2001

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