„Elidel“ als Hoffnung für Patienten

„Elidel“ als Hoffnung für Neurodermitis-Patienten

Der große Durchbruch im Kampf gegen Neurodermitis und Schuppenflechte ist nun mit einem neuen, in Österreich entwickelten Medikament gelungen.

WIEN (cr/apa). „Die Erscheinungen bei Neurodermitis und Schuppenflechte gehen mit dem neuen Medikament zu 100 Prozent zurück. Allerdings wird das Präparat, das es als Salbe und in Tablettenform gibt, nicht vor einem Jahr am österreichischen Markt erhältlich sein“, erwähnt Klaus Wolff, Vorstand der Universitäts-Hautklinik Wien, die von Anfang an in die Studien mit dem Mittel involviert war.

Für das am Novartis-Forschungsinstitut in Wien entwickelte Medikament „Elidel“ (Pimecrolimus, ASM 981) hat die US-Arzneimittelbehörde FDA nun die Zulassung für die Behandlung der atopischen Dermatitis (ehemals Neurodermitis) für Patienten ab dem Alter von zwei Jahren erteilt, mit der Zulassung in Europa wird für nächstes Jahr gerechnet.

Pimecrolimus ist eine neue Stoffgruppe, die hochgradig entzündungshemmend und immunstärkend wirkt und selektive Wirkung auf die Haut hat. „Das heißt“, erklärt Wolff, „Salbe, aber auch Tablette wirken vorwiegend auf die Haut und nicht auf innere Organe.“ Damit aber unterscheide sich Pimecrolimus „ganz gewaltig“ von herkömmlichen Wirkstoffen wie etwa Cortison. Die neue Stoffgruppe hat somit nicht die unangenehmen Nebenwirkungen von Cortison. „Die selektive Wirkung auf die Haut ist der große Durchbruch“, betont Wolff.

Das neue Mittel ist inzwischen weltweit in vielen Studien untersucht worden. Wolff: „Bei Neurodermitis wirken Salbe und Tablette exzellent, bei Psoriasis vor allem die Tablette.“ Heilen könne man damit aber weder die eine noch die andere Krankheit, daher ist auch mit Pimecrolimus eine Langzeittherapie erforderlich. Noch aber ist es zu früh, um zu sagen, ob damit lebenslange nebenwirkungsfreie Anwendung möglich sei. „Aber die bisherigen Erfahrungen deuten darauf hin, daß man es lange gefahrlos verwenden kann.“

Blockbuster für Novartis

Novartis sieht das unter Federführung von Anton Stütz entwickelte Medikament als potentiellen Blockbuster an, der Milliarden-Umsätze bringen könnte. Stütz: „Wir haben mit dem Projekt bereits 1987 begonnen. 1993 wurde die Substanz schließlich zum echten Entwicklungsprojekt.“

Quelle: Die Presse, Österreich, 15.12.2001

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