Die Salbe, die aus dem Pullover kommt

Kleidung, die die Linderung der Neurodermitis unterstützt, gibt es schon seit einiger Zeit. Menschen mit Schuppenflechte müssen sich noch gedulden. Aber: Ingenieure und Ärzte sind an dem Thema dran.

Bei der 2. Europäische Konferenz über Textilien und Haut Ende September 2004 redeten sie sich die Köpfe heiß, als es um neue Produkte, aber auch die Sicherheit ging. Veranstalter waren das Forschungszentrum Hohensteiner Institute in Bönnigheim, die Hautklinik der Friedrich-Schiller-Universität in Jena sowie das Deutsche Textilforschungszentrum Nordwest in Krefeld.

Bei der Neurodermitis wirken die Textilien vor allem gegen Mikroben. Die sind bei der Schuppenflechte nicht so sehr das Problem. Bei der Neurodermitis hilft es zuweilen auch, wenn die Kleidung dank einer Beschichtung aus Silber sehr glatt ist und damit weniger an der Haut „rubbelt“. Aber: In die Kleidung könnten Wirkstoffe – also Salben – „eingewebt“ werden, die nach und nach in den Körper, auf die Haut, abgegeben werden.

Im Mittelpunkt der Entwicklung stehen dabei Textilien mit integrierten Depotmolekülen im Mikro- bzw. Nanometermaßstab, die beim Tragen pflegende oder heilende Substanzen an die Haut des Patienten abgeben. Die als Trägermolekül dienenden Cyclodextrine lassen sich praktisch auf jede Textilfaser aufbringen und mit unterschiedlichen Wirkstoffen befüllen. Durch die Körperwärme werden diese kontinuierlich und über lange Zeiträume freigesetzt und ermöglichen dadurch eine schonende und nachhaltige Therapie.

idw/cl

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 8.10.2004

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Claudia Liebram ist Berlinerin mit Leib und Seele. Dort arbeitet sie als Redakteurin. Ihre Psoriasis begann, als sie 3 Jahre alt war – viel Erfahrung also, die sie weitergeben kann.

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