Gute Ergebnisse eines neuen Fumarsäure-Mittels

Die Firmen Biogen Idec und Fumapharm forschen gemeinsam an einem neuen Medikament mit Fumarsäure, das wie das bekannte Fumaderm geschluckt wird. Nun liegen die Ergebnisse einer Studie vor: In Phase II testeten 144 Patienten mit schwerer Schuppenflechte das Mittel, das noch den unspektakulären Namen BG-12 trägt.

Die Ergebnisse wurden auf dem Frühjahrssymposium der Europäischen Akademie für Dermatologie und Venerologie (EADV) in Budapest (Ungarn) vorgestellt.

Burt A. Adelman, im Vorstand von Biogen Idec für die Entwicklung zuständig, erklärt: „Es ist ermutigend, dass 42 Prozent der Patienten, die die höchste Dosis einnahmen, nach zwölf Wochen eine mindestens 75-prozentige Verbesserung ihres Psoriasis-Befalls (korrekt: ihres PASI) erhielten. Dagegen war das nur bei elf Prozent der Patienten mit einem Placebo so. Wir freuen uns auf die Ergebnisse der laufenden Phase III in Europa und auf die Verkaufskonzession für Biogen Idec.“

Die Studie, ausgeführt von Fumapharm, war eine sogenannte Doppelblind-Multicenter-Studie mit Placebo-Kontrolle und Dosis-Vergleich. Doppelblind heißt, dass weder Arzt noch Patient wissen, ob der Proband gerade ein Medikament mit Wirkstoff oder einen Placebo bekommt. So ist auch unbekannt, in welcher Dosierung das Mittel dem Patienten verabreicht wird. Eine Multicenter-Studie ist eine, die in mehreren Prüfzentren – meist also in mehreren Uni-Kliniken und anderen Studienzentren – durchgeführt wurde.

BG-12 wurde zwölf Wochen lang in drei verschiedenen Stärken geschluckt – 120, 360 oder 720 Milligramm pro Tag.

Einigen Patienten ging es bereits zwei Wochen nach Beginn der Einnahme besser.

Nach zwölf Wochen war die PASI-Reduktion durchschnittlich

– 71 Prozent bei den Patienten, die 720 Milligramm BG-12 bekamen

– 52 Prozent bei den Patienten, die 360 Milligramm BG-12 bekamen

– 31 Prozent bei den Patienten, die 120 Milligramm BG-12 bekamen

– sechs Prozent bei den Patienten, die das Placebo bekamen

Nach 12 Wochen erreichten 42 Prozent der Patienten, die 720 Milligramm BG-12 bekamen, eine Besserung um mindestens (!) 75 Prozent.

Noch ist BG-12 Zukunftsmusik: Bei der weiteren Entwicklung und weiteren klinischen Tests können noch Risiken auch für die Patienten bekannt werden. „Nur ein kleiner Teil von Forschung- und Wntwicklungsprogrammen münden in eine Vermarktung eines Produkts“, schreibt Biogen Idec in einer Pressemitteilung.

Die meist genannten Nebenwirkungen waren ein Flush, Beeinträchtigungen der Leberfunktionen und Erkältungen. Die Nebenwirkungen warem „im allgemeinen“ vorübergehend und mild.

Im September 2003 hatte Biogen Idec von der Fumapharm AG die Exklusivrechte für die Entwicklung und Vermarktung von BG-12 erworben. Biogens Entwicklungspläne für BG-12 umfassen eine breite Anwendungspalette von Autoimmun- und entzündlichen Krankheiten wie Psoriasis oder Multipler Sklerose. Fumapharm ist bislang vor allem für das Medikament Fumaderm bekannt.

Claudia Liebram

Links zum Weitersurfen

Biogen Idec: http://www.biogenidec.com

Fumapharm AG, Schweiz: http://www.fumapharm.ch

Quellen: Firmenangaben, AktienCheck.de; April 2004

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