Hilfe gegen Schuppenflechte

Seit Jahrhunderten gilt der auf Feldern wachsende Erdrauch als Heilmittel gegen Haut- und Gallenleiden. Die Bezeichnungen „Krätzheil“ oder „Fumaria officinalis“ deuten schon die medizinische Verwendung an. Nun wird sein Hauptwirkstoff, die Fumarsäure, von immer mehr Schulmedizinern eingesetzt. Wissenschaftler haben entdeckt, dass die Substanz auch gegen Erkrankungen des Immunsystems hilft.

Die Wirksamkeit der Fumarsäure-Ester bei der Behandlung schwerer Schuppenflechten zeigte sich unter anderem in einer bundesweiten Studie mit mehr als 100 Patienten unter Professor Peter Altmeyer, Chef der Dermatologischen Uniklinik in Bochum. Viele deutsche Wissenschaftler glauben, dass weitere pharmazeutische Stärken der Fumarsäure-Derivate in den nächsten Jahren bestätigt werden.

An der Universität Bochum startete unter Federführung des MS-Spezialisten Sebastian Schimrighk vor rund zwei Jahren eine Langzeitstudie, ob sich mit Fumarsäure-Derivaten Multiple Sklerose positiv beeinflussen lässt. Bisherige Erfahrungen lassen hoffen, dass der Wirkstoff den Verlauf der Erkrankung bremsen kann.

Die Entdeckung der Fumarsäuren für die moderne Medizin begann vor genau 40 Jahren. Ende 1959 berichtete der schwäbische Chemiker Walter Schweckendieck in der Medizinischen Monatsschrift über einen Selbstversuch mit Fumarsäure-Ester, durch den seine eigene schwere Schuppenflechte (Psoriasis) verschwand. Etwa drei Millionen Deutsche leiden unter Psoriasis. Die Fumarsäure eröffnet ihnen offensichtlich Erfolg versprechende Therapiechancen.

Quellen: Frankfurter Neue Presse, 17. Dezember 1999, dpa

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