Gesunde Haut mit neuer Arznei

Die Patientin

Evelyne Koch (44), Innenarchitektin aus Düsseldorf: „Vor viereinhalb Jahren bekam ich die ersten Bläschen an den Händen. Ich dachte zunächst an Hitzepickel und wartete ab. Doch ein Jahr später halle ich auch Blasen an den Fußsohlen. Sie wurden immer größer und taten höllisch weh. Schließlichging ich zum Hautarzt. Der stellte zu meinem Entsetzen die Diagnose Schuppenflechte und verschrieb mir eine Zinkpaste. Das half gar nicht. Die Bläschen bildeten sich bald auch an den Fingerkuppen und unter den Fingernägeln. Alles war entzündet. Deshalb trug ich ständig Baumwollhandschuhe. Für meine Söhne kochte ich Tiefkühlkost, denn ich konnte weder Kartoffeln schälen noch Gemüse putzen.

Ich rannte von einem Hautarztzum anderen und flog sogar zu einem „Wunderheiler“ nach Innsbruck. Aber die Blasen blieben. Von einer Bekannten hörte ich schließlich, dass Professor Altmeyer in Bochum ein neues wirksames Medikament anwendet.

Mit großer Hoffnung fuhr ich hin. Er verschrieb mir die Tabletten, und ich wartete ungeduldig auf Besserung. Nach etwa sechs Wochen merkte ich, dass die Blasen kleiner wurden. Ich musste allerdings das Medikament ein ganzes Jahr nehmen, bis die Schuppenflechte völlig abheilte und meine Haut gesund war. Die Nebenwirkungen wie Magen- und Darmprobleme habe ich hingenommen. Der Erfolg: Ich kann meine Hände wieder vorzeigen.“

Der Arzt

Prof. Dr. Peter Altmeyer (54), Direktor der Klinik für Dermatologie der Ruhr-Universität Bochum:

„Etwa 2.5 Millionen Deutsche leiden an Schuppenflechte (med. Psoriasis), einer Störung der natürlichen Hauterneuerung. Normalerweise dauert die Erneuerung der Haut 28 Tage, bei Psoriatikern jedoch nur vier Tage. Das bedeutet, dass die Hornzellen sich vermehren und an der Oberfläche ansammeln. Zusätzlich entzündet sich die Haut. Die befallenen Stellen jucken. brennen und schmerzen. Sie sind stark gerötet, stoßenständig Schuppen ab.

Das neue Medikament mit dem Namen Fumaderm greift regulierend in diese gestörte Vermehrung der Hornzellen ein. Grundlage ist Fumarsäure – ein Bestandteil der Heilpflanze Erdrauch. Erste Wirkung zeigt die Behandlung mit den Tabletten meistens nach vier bis sechs Wochen.

Um die Krankheit vollständig zu bekämpfen, müssen die Patienten die Tabletten ein Jahrlang einnehmen. Alle. die unter der nicht so häufigen chronischaktiven Form der Schuppenflechte leiden, sind ihr Leben lang auf eine Erhaltungsdosis angewiesen. Ausgeschlossen von der Therapie sind Dialysepatienten sowie Patienten mit Blutarmut. Leberschäden. Nierenfunktionsstörungen, schwangere und stillende Frauen.

Infos

Professor Dr. Peter Altmeyer, Dermatologische Klinik der Ruhr-Universität Bochum, Telefon: 0234/5091, und

Professor Dr. Gottfried Wozei, Klinik und Poliklinik für Dermatologie am Universitätsklinikum Dresden. Telefon: 0351/4580

Das Medikament

In einer Multicenter-Studie, an der die Dermatologischen Kliniken Bochum, Bonn, Dortmund, Dresden und Krefeld beteiligt waren, wurden 100 Patienten mit dem Medikament Fumaderm behandelt. Sie erhielten das Präparat 16 Wochen in steigender Dosierung. Bei 53% kam es zu einer vollständigen Heilung oder deutlichen Besserung, bei 18% zu einer Linderung der Beschwerden.

22 % brachen die Therapie vorzeitig ab. Sie litten unter Nebenwirkungen wie Übelkeit,Durchfall, Magenkrämpfen, Hautrötungen. In Kürze soll ein Nachfolgepräparat auf den Markt kommen, das die unangenehmen Nebenwirkungen nicht mehr hervorruft.

Professor Dr. Gottfried Wozel von der Uniklinik Dresden: „Wenn das Präparat abgesetzt wird, kann die Psoriasis wiederkommen. Dann muss man erneut mit der Therapie beginnen.“

Die Kosten für die Behandlung werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Der Wirkstoff in den Fumaderm-Tabletten wird aus der Heilpflanze Erdrauch gewonnen – ein Mohngewächs aus Mitteleuropa. Bei 53 Prozent der Patienten kommt es zu einer Heilung wie bei Evelyne Koch oder zu einer deutlichen Besserung der Schuppenflechte.

Quelle: SuperIllu 10/2000

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