Panaclar kommt später

Bei der Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft in Dresden stellte Professor Ulrich Mrowietz im Mai 2005 das Präparat Panaclar vor. Es wurde von ihm als „deutlich verträglicher“ bezeichnet als das bisherige Fumaderm. Psoriatiker, die auf ein magenfreundliches Fumarat gehofft haben, werden nun enttäuscht: Der Hersteller Biogen Idec wird das Medikament erst dann auf den Markt bringen, wenn es europaweit verkauft werden kann.

Das wird nicht mehr 2006 der Fall sein. den Markt. Dafür hat Anja Kamps vom Hersteller Biogen Idec Erklärungen: „In einer gemeinsamen Entscheidung von Biogen Idec und Fumapharm wurde der Zulassungsantrag für die Indikation Psoriasis bei der deutschen Zulassungsbehörde – dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte – zurückgezogen, um den klinischen Entwicklungsplan zu optimieren und Panaclar so allen Patienten in Europa zugänglich zu machen. Es werden daher weitere Studien benötigt, um den Anforderungen der europäischen Zulassungsbehörde EMEA zu genügen.“

Anja Kamps: „Ja, wir waren sehr optimistisch hinsichtlich einer rein deutschen Zulassung. Aber das Zulassungsverfahren für Panaclar ist nicht vergleichbar mit dem damaligen Zulassungsverfahren für Fumaderm.“

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hätte laut Kamps Kamps nach Abarbeitung der sogenannten Mängelliste die Zulassung wahrscheinlich erteilt, doch zugunsten einer europaweiten Zulassung hat man den Zulassungsantrag in Deutschland zurückgezogen.

Die Zulassung wurde noch durch Fumapharm initiiert. Mit der Übernahme der Fumapharm AG durch Biogen Idec wird die mit Fumapharm eingegangene Entwicklungskooperation jetzt in voller Verantwortung von Biogen Idec weitergeführt.

Ein Preis für das neue Medikament ist noch nicht genannt worden.

Was ist Panaclar?

In Panaclar ist nur der Wirkstoff Dimethylfumarat enthalten. Der steckt in einer magensaftresistenten Mikrotablette. Die wiederum wird in einer Gelatinekapsel „versteckt“. So wird der Wirkstoff erst nach und nach im Körper freigesetzt.

Von Panaclar wird in der ersten Woche dreimal eine Kapsel, später werden dreimal zwei Kapseln eingenommen. Vom Ergebnis berichtet Dr. Sandra Philipp von der Uni-Hautklinik der Charité in Berlin: „Bei einer Einnahme von sechs Kapseln sahen wir bei Patienten eine Verbesserung des PASI um mehr als 70 Prozent“. Panaclar wirke schneller als Fumaderm, weil die Dosierung des Wirkstoffs gleich zu Anfang höher sei.

Als Nebenwirkungen kennt Dr. Philipp die vom Fumaderm bekannten: Flush, Durchfall und Magenschmerzen. „Sie sind aber milder als beim Fumaderm“, so die Ärztin.

Panaclar wird für die Psoriasis und die Multiple Sklerose entwickelt.

Stand und Quelle: Vortrag und Diskussion im Psoriasis Forum Berlin, Juni 2006

1 Kommentar

  1. wir schreiben 2011…
    und wo bleibt Panaclar.

    Der Artikel ist von 2007, wie sieht die Entwicklung in den letzten 4 Jahren aus?
    Kann man da noch Hoffnung haben?

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