Teures Enbrel hilft beim Sparen

Die Patienten gehen weniger zum Arzt, werden seltener krankgeschrieben und benötigen weniger Pflegeeinsätze. Zu diesem Schluss kommt eine Studie aus den USA.

Studien haben heutzutage einprägsame Namen. Die hier besprochene heißt EDUCATE und setzt sich aus den Anfangsbuchstaben von Experience Diagnosing, Understanding Care And Treatment with ENBREL zusammen. In dieser Studie wurden 1.122 Patienten untersucht.

Bisher wurde viel mit einer Verbesserung der Lebensqualität argumentiert, wenn der Einsatz der teuren Biologika begründet werden sollte. Nun gibt es weitere Fakten, die für den Einsatz sprechen:

  • Die Gelenk- und Hauterscheinungen bessern sich.
  • Die Zahl der Besuche beim Rheumatologen sinkt um 45 Prozent. Die Betroffenen gehen also nur noch fast halb so oft zum Arzt. Die Besuche beim Hautarzt wurden in diese Rechnung nicht einbezogen.
  • Die Zahl der „Besuche“ bei Notaufnahmen oder von Notdiensten sank um 62 Prozent.
  • Die Zahl der Besuche bei unabhängigen Krankenpflegediensten und Arzthelfern sank um 79 Prozent.

Weitere Fakten

Die Gesamtzahl der Krankschreibungen pro Monat reduzierte sich um mehr als 26 Prozent von 984 auf 722. (Quelle: 1,3)

Die Zahl der Patienten, die während der Studie aufgrund ihrer Krankheit ihren Arbeitsumfang ändern mussten, reduzierte sich von 144 Patienten (13 Prozent) zu Beginn auf nur 31 Patienten (3,2 Prozent ) in der 24.Woche. Dies entspricht einem Rückgang um mehr als 75 Prozent. (Quelle: 4)

Die Zahl der Patienten, die angaben, bei der Bewältigung von Alltagsaufgaben auf bezahlte Hilfe angewiesen zu sein, sank von 237 (21 Prozent ) auf 109 (10,9 Prozent). Dies entspricht einem Rückgang um mehr als 50 Prozent. (Quelle: 1, 3).

Schliesslich sank auch die Zahl der Patienten, die darauf angewiesen waren, dass Familie oder Freunde Urlaub nahmen, um sie zu pflegen oder zu transportieren. Die Zahl sank von 91 auf 27 Patienten – ein Rückgang um etwa 70 Prozent. (Quelle: 1, 3)

Die multizentrische Open-Label-Studie über Psoriasis-Arthritis EDUCATE wurde an 121 Standorten in den USA durchgeführt (Quelle: 1).

Nebenwirkungen von Enbrel

Seit der Ersteinführung von Enbrel wurden Fälle schwerer Infektionen bekannt, von denen manche tödlich endeten. Patienten sollten ihren Arzt darüber informieren, wenn sie unter Infektionen leiden oder zu Infektionen neigen. Patienten sollten nicht mit der Behandlung mit Enbrel beginnen, wenn sie gerade eine Infektion jeglicher Art haben oder gegen Enbrel oder einen seiner Bausteine allergisch sind. Enbrel sollte bei Patienten mit einer Neigung zu Infektionen vorsichtig verwendet werden.

Es traten einige Fälle schwerer Erkrankungen des Nervensystems wie Multiple Sklerose oder Entzündungen der Augennerven auf (Quelle: 7). Patienten sollten ihren Arzt informieren, wenn sie bereits früher an solchen Erkrankungen litten oder wenn solche Erkrankungen nach Aufnahme der Behandlung mit Enbrel auftreten (Quelle: 7). Patienten sollten ihrem Arzt ebenfalls mitteilen, wenn sie aufgrund von Herzinsuffizienz behandelt wurden. Es wurden auch einige Fälle von schweren Blutkrankheiten bekannt, von denen einige tödlich verliefen.

Patienten sollten sofort ihren Arzt aufsuchen, wenn sie Symptome wie anhaltendes Fieber, blaue Flecke, Blutungen oder Blässe bemerken. Es ist nicht geklärt, ob Enbrel diese Erkrankungen des Nervensystems und Blutkrankheiten hervorgerufen hat. Bei der Feststellung schwerer Blutkrankheiten bei einem Patienten muss die Behandlung mit Enbrel möglicherweise abgebrochen werden.

Die häufigsten bei klinischen Tests auftretenden Nebenwirkungen bei Patienten mit rheumatoider Arthritis waren

  • Reaktionen an der Injektionsstelle (ISR) (36%)
  • Infektionen (35%) und
  • Kopfschmerzen (17%).
  • In seltenen Fällen traten Malignome auf.

Die bei Psoriasis-Arthritis und ankylosierender Spondylitis auftretenden Nebenwirkungen ähnelten diesen. cl

Quellen

1. Data on File. A multicenter, open label study to observe the effect of entanercept on joint and skin disease on subjects with psoriatic arthritis (EDUCATE), Amgen.

2. Jackson JM et al Psoriatic Arthritis Patients Treated with Etanercept Had Reductions in Health Care Resource Utilization – Results from the Experience Diagnosing, understanding Care , and Treating with Etanercept (EDUCATE) Trial, Abstract P2781. Presented at the American Academy of Dermatology; March 3-7, 2006; New Orleans, LA, USA.

3. Sobell J et al, Psoriatic Arthritis Patients Treated with Etanercept Report Reductions in Caregiver Burden and Absenteeism – Results from the Experience Diagnosing, understanding Care , and Treating with Etanercept (EDUCATE) Trial. Abstract – 2782. Presented at the American Academy of Dermatology; March 3-7, 2006; New Orleans, LA, USA.

4. Christophers E. Psoriasis in epidemiology and clinical spectrum, Clin Exp Dermatol. 2001; 26:314-320.

5. Zachariae H, Zachariae R., Blomqvist K, et al. Quality of life and prevalence of arthritis reported by 5,795 members of the Nordic psoriasis associations. Acta Derm Venerol. 2002; 82: 108-113.

6. Krueger G, Koo J, Lebwohl M, et al. The impact of psoriasis on quality of life: results of a 1998 National Psoriasis Foundation patient-membership survey. Arch Dermatol. 2001; 137:280-284

7. Gladman D.D et al. Psoriatic Arthritis (PSA) – An Analysis of 220 Patients, Quarterly Journal of Medicine, new series 62, No. 238 pp. 127-141, February 1987

Weitere Quelle: ots, 02.06.2006

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