Ixekizumab wird Taltz heißen und empfohlen

Spritze
Der Wirkstoff Ixekizumab hat es nicht mehr weit bis zur Zulassung: Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) empfahl der Europäischen Kommission jetzt, dem Hersteller eine Zulassung dafür zu erteilen.

Die Substanz hat jetzt auch einen Markennamen: Das Medikament wird Taltz heißen. Damit können Patienten behandelt werden, die eine mittelschwere bis schwere Schuppenflechte haben und bei denen eine innerliche Behandlung angezeigt ist.

Die Empfehlung basiert auf Studien mit mehr als 3800 Patienten in 21 Ländern. Einmalig zum Start kam die doppelte Dosis zum Einsatz, danach bekamen die Probanden den Wirkstoff entweder alle 2 oder alle 4 Wochen. Ixekizumab wurde mit der Wirkung einer Placebo-Spritze und mit Etanercept (Enbrel; 50 mg zweimal pro Woche) verglichen.

Taltz zeigt „deutliche Effekte“

Ixekizumab zeigte in beiden Vergleichsgruppen nach drei Monaten „statistisch deutliche und klinisch relevante Wirkungen“, schreibt der EMA-Ausschuss in einer Mitteilung. Er macht das am PASI 75 und am PGA fest. Auch eine 90- oder gar 100-prozentige Besserung der Psoriasis-Symptome war demnach statistisch häufiger zu sehen als beim Placebo oder bei Enbrel.

Häufigste Nebenwirkung in Studien waren leichte oder mittelschwere Infektionen der oberen Atemwege.

Taltz sollte von Ärzten verschrieben werden, die Erfahrung mit der Behandlung und Diagnose von Schuppenflechte haben, empfiehlt der CHMP.

Hersteller Eli Lilly rechnet mit einer Zulassung in den nächsten zwei bis drei Monaten. Dann soll Taltz als Injektion mit 80 mg auf den Markt kommen.

In einer Liga mit Cosentyx

Der Wirkstoff Ixekizumab setzt am Interleukin 17A an – wie auch das Medikament Cosentyx. Das bekommt mit Taltz dann also Konkurrenz.

Im Herbst 2015 hatte der Gemeinsame Bundesausschuss dem Medikament Cosentyx einen nur geringen Zusatznutzen im Vergleich zu Ustekinumab (Stelara) bescheinigt, wenn jemand zuvor noch keine Biologics genommen hat. Der Zusatznutzen für Patienten, die Erfahrung mit Biologics haben, ist für den G-BA „beträchtlich“, aber nicht in Zahlen auszudrücken – auch hier immer im Vergleich mit Ustekinumab.

Ergebnisse aus zwei Studien mit Ixekizumab

In den Studien mit dem Titel „UNCOVER-2“ und „Uncover-3“ wurde unter anderem ermittelt, um wie viel Prozent die Psoriasis nach drei Monaten besser geworden war:

Quelle: „Comparison of ixekizumab with etanercept or placebo in moderate-to-severe psoriasis (UNCOVER-2 and UNCOVER-3): results from two phase 3 randomised trials“; Professor Christopher E. M. Griffiths et.al. in „The Lancet“, 08.08.2015 bzw. Angaben des Herstellers

Erfahrungen mit Ixekizumab (Taltz) und Cosentyx

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Über Claudia Liebram 279 Artikel
Claudia Liebram ist Berlinerin mit Leib und Seele. Dort arbeitet sie als Redakteurin. Ihre Psoriasis begann, als sie 3 Jahre alt war – viel Erfahrung also, die sie weitergeben kann.

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