Neues Biologikum Taltz zugelassen – Markteinführung später

Spritze

Die EU-Kommission hat das nächste Biologikum zur Behandlung der Schuppenflechte zugelassen: Taltz könnte jetzt Patienten mit einer mittelschweren bis schweren Psoriasis helfen. Könnte – denn bis das Medikament mit dem Wirkstoff Ixekizumab ganz real in Apotheken zu finden ist, werden mehrere Monate vergehen.

Das Medikament setzt am Interleukin-17A an – wie auch das Arzneimittel Cosentyx. Bei der Zulassung stützte sich Hersteller Eli Lilly vor allem auf Daten aus sieben klinischen Studien. Drei davon waren so genannte Phase-III-Studien – also die entscheidenden Untersuchungen in der letzten Phase vor einem Antrag auf Zulassung.

An diesen Phase-III-Studien hatten 3800 Psoriasis-Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte in 21 Ländern teilgenommen.

Ergebnisse aus Studien mit Ixekizumab

Quelle: „Comparison of ixekizumab with etanercept or placebo in moderate-to-severe psoriasis (UNCOVER-2 and UNCOVER-3): results from two phase 3 randomised trials“; Professor Christopher E. M. Griffiths et.al. in „The Lancet“, 08.08.2015 bzw. Angaben des Herstellers

Mehr über Studienergebnisse hatten wir bereits berichtet.

So arbeitet der Wirkstoff Ixekizumab

Ixekizumab – der Wirkstoff in Taltz – schnappt sich im Körper des Psoriatikers das Eiweiß Interleukin-17A, kurz: IL-17A, bevor das weiter Unheil anrichten kann. Das Eiweiß würde sonst die Entzündung bei Schupppenflechte wieder und wieder ankurbeln.

IL-17A ist für gewöhnlich ein ganz normaler Stoff, der sich unter anderem darum kümmert, dass der menschliche Körper auf „Eindringlinge“ von außen angemessen reagiert. Bei Menschen mit Psoriasis aber fanden Forscher auffällig viel davon.

Anwendung und Nebenwirkungen von Taltz

Taltz wird es als Injektion geben – entweder klassisch als Spritze oder in einem Pen, der dem Betroffenen den Pieks halbautomatisch verabreicht.

Beim Start werden zwei Injektionen mit jeweils 80 Milligramm Ixekizumab gegeben, danach gibt’s drei Monate lang alle zwei Wochen noch eine davon. Wenn alles gut gegangen und die Schuppenflechte deutlich besser geworden ist, muss sich der Patient alle vier Wochen eine Injektion geben (lassen).

In den klinischen Studien waren Hautreaktionen an der Einstichstelle und Infektionen der oberen Atemwege, besondern Nasen-und-Rachen-Entzündungen, die häufigsten Nebenwirkungen. Derzeit laufen weitere Studien mit dem Wirkstoff Ixekizumab. Dafür werden noch an vielen Orten Teilnehmer gesucht.

Die Deutsche Apotheker-Zeitung schreibt, dass Ixekizumab erst im Frühjahr 2017 in die Apotheken kommen wird. Der Hersteller räumt sich laut journalMED die Zeit ein, um die Ergebnisse von weiteren Studien abzuwarten. In denen soll Taltz gegen andere Psoriasis-Medikamente antreten. Auf Grundlage der Daten soll schließlich der Gemeinsame Bundesausschuss darüber entscheiden, ob das Medikament deutlich mehr kann als bisherige Arzneimittel und deshalb teurer sein darf.

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Über Claudia Liebram 279 Artikel
Claudia Liebram ist Berlinerin mit Leib und Seele. Dort arbeitet sie als Redakteurin. Ihre Psoriasis begann, als sie 3 Jahre alt war – viel Erfahrung also, die sie weitergeben kann.

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