Fünf Tote in Japan nach Arava-Einnahme

In Japan sind fünf Patienten nach Einnahme des Arthritis-Medikaments Arava gestorben. Bislang haben nach Auskunft des Herstellers Aventis 3.412 Patienten in Japan das Mittel verwendet. 16 davon hätten eine Lungenentzündung bekommen und 5 seien gestorben. Das Mittel gegen rheumatoide Arthritis wird laut Aventis Pharma Deutschland auch in Deutschland vertrieben.

Nach Angaben des Pressesprechers der Europäischen Arzneimittelbehörde EMEA, Martin Harvey, sind gewisse Risiken des Medikaments bekannt, wie etwa ein negativer Einfluss auf das Immunsystem. Auf dem Beipackzettel sei eigens aufgelistet, dass sich Infektionen der Atemwege durch Arava verschlimmern könnten. Es sei nicht auszuschließen, dass Medikamente etwa in Asien anders verwendet würden als in Europa.

„Auf den europäischen Beipackzetteln steht auch, dass es bei Lungenentzündung nicht genommen werden darf“, betonte die Sprecherin von Aventis Pharma Deutschland, Judith Kramer. Vergleichbare Antirheumatika dürften dann ebenfalls nicht verwendet werden. Arava sei seit November 1999 in Deutschland im Handel.

In Japan wandte sich Aventis Pharma an die Krankenhäuser des Landes mit dem Hinweis, das Mittel mit dem Wirkstoff Leflunomid nicht mehr zu verwenden.

Nach Angaben des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn sind im Rahmen der Zulassungsverfahren als Risiken mögliche Leberschädigungen und ein negativer Einfluss auf das Immunsystem erörtert worden. Es sei aber bisher festgestellt worden, dass das „Nutzen-Schaden-Verhältnis“ positiv sei, sagte ein BfArM-Sprecher. Allerdings habe der Hersteller im Vorjahr seine Warnhinweise an Ärzte verschärft. Arava werde für schwere rheumatische Erkrankungen verschrieben, sei aber keines der herkömmlichen Rheuma-Mittel. Im Jahr 2001 wurden in Deutschland für Arava rund 96.000 Verordnungen ausgestellt. dpa, 28.01.2004

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