Vorsicht mit Elidel, Douglan und Protopic

Elidel, Douglan und Protopic sind nicht so unbedenklich, wie zuweilen verkündet: Ein Jahr nach der Medizin-Behörde in den USA hat nun auch das europäische Pendant, die EMEA, zu Vorsicht bei der Anwendung geraten.

Der wissenschaftliche Ausschuss der Europäischen Arzneimittelagentur (EMEA) hat gegrübelt, getagt und befunden:

  • Protopic und Elidel (Wirkstoffe: Tacrolimus und Pimecrolimus) sind nur zur Behandlung einer atopischen Dermatitis zugelassen – und auch nur dann angesagt, wenn andere Behandlungsmöglichkeiten auch mit Kortison erfolglos waren oder nicht vertragen werden.
  • Die Behandlung sollte nur von Ärzten begonnen und begleitet werden, die mit der atopischen Dermatitis Erfahrung haben.
  • Kinder unter 2 Jahren und Patienten mit geschwächter Immunabwehr sollten kein Protopic oder Elidel bekommen.
  • Elidel sollte nur bei milder bis mittelschwerer Erkrankung eingesetzt werden.
  • Protopic sollte nur bei mittelschwerer bis schwerer Erkrankung eingesetzt werden.
  • Die Salben sollten nur dünn aufgetragen werden.
  • Eine langfristige Anwendung sollte vermieden werden. Wenn die Hauterscheinungen abgeklungen sind, soll die Behandlung beendet wrden.
  • Wann immer es geht, sollte die niedrigste Dosierung gewählt werden.
  • Wann immer es geht, sollten die Salben nur einmal am Tag aufgetragen werden.

Die Hersteller der Medikamente haben inzwischen Studien in Auftrag gegeben, in denen geklärt werden soll, ob Nebenwirkungen vielleicht erst sehr viel später – also nach mehreren Jahren – auftreten. Bei den Nebenwirkungen kann es sich auch um Lymphome handeln.

Anlass für die neuerliche Begutachtung waren Berichte über Hauttumore und Lymphome, die auftraten, als zeitgleich auch mit Protopic oder Elidel behandelt wurde. Dennoch meint der EMEA-Ausschuss, dass der Nutzen das Risiko überwiegt, wenn man die Schwere der Hautkrankheit betrachtet. Das EMEA-Komitee empfahl außerdem eine Änderung der Produktinformation.

Die US-amerikanische Behörde war da deutlicher: Geht es nach ihr, sollen die Wirkstoffe nur kurzfristig und in der geringsten nötigen Dosis eingesetzt werden. Doch auch die Hersteller Novartis und 3 M Medica erklären in einem Brief an Ärzte: „Jede betroffene Hautregion sollte nur solange behandelt werden, bis eine vollständige Abheilung eingetreten ist. Danach sollte die Behandlung ausgesetzt werden.“ Wenn nach sechs Wochen keine Besserung zu erkennen sei, sollten Eldidel und Douglan nicht weiter angewendet, die Diagnose (atopisches Ekzem) überprüft und andere Therapien in Betracht gezogen werden.

In Deutschland hatten die Krankenkasse Securvita und das Magazin „Ökotest“ gestritten, ob Elidel und Protopic für Kleinkinder geeignet wäre. Diesen Streit hat die EMEA bei dieser Gelegenheit gleich beigelegt.

Um eins jedoch klarzustellen: Elidel enthält kein Kortison.

Quellen:

  • Pressemitteilung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, 23.03.06
  • Pressemitteilung der European Medicines Agency (EMEA), 27.03.06
  • Pressemitteilung von Securvita, 28.03.06
  • dpa, 28.03.06

Lesetipps

Mehrere aktinische Keratosen nach langjähriger äußerlicher Anwendung von Tacrolimus
(Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, 11.03.2011)
Die stets unaufgeregt berichtende Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft informiert über einen Fall, in dem langjährige Anwendung von Protopic schwere Nebenwirkungen hervorgerufen hat.

Über Claudia Liebram 279 Artikel
Claudia Liebram ist Berlinerin mit Leib und Seele. Dort arbeitet sie als Redakteurin. Ihre Psoriasis begann, als sie 3 Jahre alt war – viel Erfahrung also, die sie weitergeben kann.

9 Kommentare

  1. Extrem schlechte Erfahrungen: Nach nur einer Woche einmal abends dünn aufgetragen heftige furunkelartige Entzündungen und eine allergische Hautreaktion über mehrere Tage, die über den ganzen Körper lief ( vorher noch nie und danach auch nicht mehr aufgetreten) , behandelt wurde meine 10 jährige Tochter vor etwa 2 Jahren. Es war nur ein kleines Areal um die Nase eingecremt worden.

  2. Dazu habe ich auch eine kurze Frage. Ich nehme Elidel seit 5 Tagen, nur am Hals und Dekolté und im Nacken. Es ist so gut wie weg, aber wenn ich meinen Hals drehe, sieht es so aus, als hätte ich kleine Falten. Das ist nicht unbedingt das, was mich beunruhigt.

    Was mich für mein Leben unglücklich machen würde, wenn ich nicht mehr in die Sonne dürfte. ch werde schnell braun und dadurch geht es auch meiner Haut wieder besser. Wenn ich das nicht mehr könnte, wäre es das Schlimmste für mich. Welche Erfahrungen habt ihr da? ich gehe NICHT unters Solarium oder so… aber möchte unbedingt in die Sonne. Creme mich immer mit 30 Schutz ein.

    Mich macht es außerdem noch ein wenig Sorgen, denn ich wundere mich, warum das Elidel besser sein soll als Kortison, aber erst dann angewandt werden soll, wenn das Kortison nichts mehr bringt…. ?

    Ich selbst würde diese lieber absetzten, aber mein Hautarzt sagte mir, dass ich diese langfristig nehmen soll. Aber überall steht, dass man diese nicht langfristig nehmen soll. Was ist denn nun da richtig? Außerdem muss ich ehrlichsagen. Ich war jetzt 5 Jahre komplett Beschwerdefrei, bekomme ein wenig ausschlag und jetzt nehme ich so eine krasse Creme ?! Oder hat die wirklich keine Nebenwirkungen.

    Weiterhin nehme ich ja noch mein Schlangengift, welches mir immer geholfen hat über die Jahre hinweg … wenn dann wirklich mal was war. Jetzt weiß ich einfach nicht was ich machen soll, denn ich empfinde gefühlt, dass diese zu stark für mich ist. Allerdings möchte ich jetzt auch kein JOJO – Effekt mit der Creme bekommen.

    Ich freue mich auf Rückmeldungen.

    Danke

    • Das selbe Problem hab ich seit 2 Jahren. Auf einmal ist Main Gesicht voll entzündet und die Haut kann mann mit meine Fingern Weg machen. Ich hab ohne eine klare Diagnose Protopic bekommen und war noch schlimmer. Jetzt hab ich Elidel bekommen aber ich trau mich nicht mehr so etwas zu nutzen. Krebs und Lymphknoten, buah … 🙁
      Es muss etwas anderes geben. Mir hat immer Elocom sehr gut geholfen, aber auch das nur in Not (starker Ausschlag wegen Allergie oder Staphylokokken) 1 mal am Tag und die Haut sieht deutlich besser. Die Entzündung unter der Haut ist auch weg.
      Ich hab auch ichtiosys seit Geburt…eine leichtere Form die mich aber sowieso empfindlicher macht.
      Ich hab die Pille seit letztes Jahr bekommen und seitdem hab ich nur Probleme. Mit diese Cremen ist es alles schlimmer…außer Cortison. Keine Ahnung 🙁

  3. Hi… nach einer erfolglosen Behandlung meiner heute einjährigen Tochter über 9 Monate mit allen möglcihen Creme´s und Salbe, mit Kortison und ohne Kortison, haben wir uns entschieden unsere Tochter mit Eleidel zu behandeln. Nach nur zweimaliger Anwendung war sie beschwerdefrei und die mittlerweile offenen Wudnen heilten ab. Heuet brauchen wir die Salbe nur gangz ganz selten und tragen dies ednan ganz dünn mit einem Wattestäbchen auf dei betroffene Stelle auf. Es wirkt Wunder und unser Baby ist ein agnz gesundes normales Kind, dass sichnicht ständig kratzt oder weint. Ihre haut ist babyweich und zart und wir haben es nicht bereut, die Behandlung mit Elidel gemacht zuhaben, weil wir denken, dass der Nutzen in unserem Fall deutlich größer als die evtl zu erwartenden Folgeschäden sind. Sicher wissen wir nicht was noch kommt, aber jetzt sind wir sehr zu frieden und hoffen es bleicht so. Gute Besserung an alle Betroffenen

  4. Hallo Mandy,

    hatte eure Tochter Neurodermitis? Unser Sohn ist 4,5 Monate alt und hat Neurodermitis an Stirn und Wangen. Uns wurde jetzt auch Elidel verschrieben, habe hier aber große Bedenken. Wie geht es eurer Tochter heute?
    Danke

    Sabime

  5. Hallo Mandy!
    Auch ich würde gerne wissen wie es Deiner Tochter geht?
    Meine Tochter ist 4 monate alt und hat neurodermitis. Da ich die Kortisonsalbe täglich anwenden muss (besonders im Gesicht und am Kopf) damit die wirkung nicht nachlässt wurde mir Elidel von der kinderärztin empfohlen. Allerdings bin ich skeptisch, weil es 1. erst ab 2Jahren gegeben werden soll und 2. weil es als zweite Wahl eingesetzt werden soll.
    Danke
    Verena

    • probiert es doch einfach mal mit dem neuen pflanzlichen Mittel belixos.
      Ich habe mich Stunden dazu belesen, jetzt werde ich diese selber ausprobieren.
      Ich denke das bringt etwas.

  6. Also ich benutze ELIDEL schon seit geschätzt 5 Jahren! Ich habe absolut keine Nebenwirkungen in Form von Hautreizungen, Rötungen etc.. Ich benutze es nur dann, wenn sich leicht abzeichnet, daß betroffene Hautpartien wieder Anzeichen vom Seborrhoisches-ekzem haben. In der übrigen Zeit, zwischen den ELIDEL Behandungen, benutze ich einfache Feuchtigkeitscrems. Teilweise auch mehrfach am Tag.
    Elidel hat mir auf Anhieb geholfen, als viele Stellen in meinem Gesicht extrem spannten und schuppten und ich mich quasi nicht mehr vor die Tür getraut habe. Seit dem ich die Creme nutze, kann ich wieder ein ganz normales Leben in der Öffentlichkeit führen. Daher hoffe ich, zumindest für mich eindringlich, dass mein Hautarzt mir die Creme noch so lange verschreibt wie irgendwie möglich. Denn leider habe ich bisher von keinem Alternativprodukt gelesen, was einen ähnlichen Effekt hat.

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