Hautkranke cremen zu wenig

Hautkranke benutzen oft zu wenig von der verschriebenen Salbe. Zu diesem Schluss kommen dänische Forscher um Andreas Storm von der Uniklinik in Kopenhagen. In ihrer Untersuchung hatte lediglich ein einziger Patient so viel Creme verwendet wie vom Arzt vorgegeben.

Untersucht wurden Patienten, die erstmals in der Uni-Klinik wegen ihrer Hautkrankheit behandelt wurden. Ihnen wurde eine Salbe oder Creme verschrieben, die sie entweder noch nicht kannten oder in den letzten sechs Monaten nicht verwendet hatten. Je nach Ausmaß des Befalls auf der Haut wurde errechnet, wie viel von der Salbe oder Creme verbraucht werden müsste. Die Hautfläche wurde in handliche Einheiten von Handtellergröße umgerechnet. Je Handteller-Fläche sollten jeweils 25 Milligramm des Mittels angewendet werden. Zehn Tage nach der ersten Untersuchung mussten die Probanden einen Fragebogen beantworten. Darin wurde nach dem Hautbefall, der Behandlungs“treue“ und der Dosis gefragt.

Die Mehrheit der 17 Patienten hatte eine Kortisoncreme verschrieben bekommen. Ihre Stellen waren im Durchschnitt drei Handteller groß. Das Ergebnis: Ein einziger Patient hatte am Ende die erwartete Menge des Mittels verbraucht. Die anderen verwendeten etwa ein Drittel der vorgesehenen Dosis.

Unter den 17 Teilnehmern waren drei mit einer Schuppenflechte. Einer kam nie wieder zu den Ärzten, einer benutzte 31 Prozent der verschriebenen Menge und einer 56 Prozent.

Die Forscher schließen aus ihren Beobachtungen: Die meisten Patienten mit Hautkrankheiten cremen einfach nicht so viel wie sie sollten. Ärzte und Kliniken sollten das Bedenken, wenn äußerliche Therapien nicht anschlagen.

In einer früheren Untersuchung hatten die gleichen Forscher ermittelt, dass ein Drittel der Haut-Patienten ein verschriebenes Mittel beim zweiten Mal nicht wieder verlangen. cl

 

Quelle: Journal of American Academy of Dermatology, 06/2008

8 Kommentare

  1. Hautcreme
    Dies liegt m.E. daran, dass die meisten Hautärzte einem erzählen, man solle nicht so viel verbrauchen, weil die Medikamente teuer sind. Wenn man kommt, wird man gefragt, warum man jetzt schon ein neues Rezept haben will. Da man ein schlechtes Gewissen eineredet bekommt, versucht man automatisch länger mit der Creme auszukommen.

    Sammy

  2. Immer wieder cremen…
    Ich stimme Sammy zu. Ansonsten denke ich, dass jahrelanges Cremen ohne gravierende Erfolge einfach müde macht. Ich selbst creme seit über zwanzig Jahren und bisher hat noch keine einzige Creme einen dauerhaften Erfolg erzielt. Auch 2 Wochen am Stück unter klinischer Beobachtung, in denen ich permanent in Creme „gelegen“ habe, brachten keinen Erfolg. Im Gegenteil: Schuppenflechte war hinterher weiter ausgedehnt als vorher. Auch das sehe ich als Grund, warum einige sparsam mit der Creme umgehen und sich mit der Anwendung zurückhalten. Man weiß schließlich nicht, wie man auf neue Cremes reagiert.

  3. Immer wieder cremen…
    Ich denke, es liegt auch daran, dass viele Patienten nach jahrelangem Cremen ohne Erfolg irgendwann „creme-müde“ sind. Ich habe einmal unter klinischer Beobachtung zwei Wochen lang permanent in Creme „gelegen“. Dies hat genau das Gegenteil bewirkt: Meine Schuppenflechte war hinterher ausgedehnter als vorher. Auch hierin sehe ich einen Faktor, warum manche mit unbekannten Produkten zunächst vorsichtiger umgehen: Man weiß nicht, wie die Haut reagiert und ob es bei intensiver Anwendung hinter nicht vielleicht schlimmer ist als vorher.

  4. immer wieder cremen
    Verstehen kann ich das alles sehr gut. Auch ich kann mit Cremen gerade den Status quo erhalten, den ich in der Reha erreicht habe. Und dass es so verläuft, ist ja keineswegs selbstverständlich.
    Was mich besonders ärgert, dass ich trotz Krankenversicherung alle Salben selbst bezahlen muss, nur weil schlaue Politiker zu der Überzeugung gekommen sind, dass das ja alles nur quasi kosmetisch sei. Wenn ich mich zwei Monate nicht mehr eincremen würde, könnte ich mich krank melden, weil dann die Haut an den Füßen aufplatzen würde, so dass ich nicht mehr gehen könnte. Eine Woche krank zu sein, wäre so teuer wie die Salben für 1 – 2 Jahre. Toll, was dadurch gespart würde!

  5. einsalben/cremen
    Langjährige Erfahrung: Ich muss schon seit Jahren salben und cremen und es hilft immer nur kurzfistig. Auf die Dauer ist es anstrengend und es zerrt an den Nerven, weil man auch täglich unterwegs ist: Arbeiten, Freizeit, Familie usw. Wo soll man da auf die Dauer die Zeit finden regelmäßig – also täglich, mitunter sogar 2-3x täglich, zu cremen…??? Es ist anstrengend. Die Kleidung leidet darunter…, Bezahlung und Ärzte-Kommentare erschweren dies noch. Meine einzige Hoffnung ist jetzt eine innerliche Therapie mit Medikamenten.

  6. Mal hü, mal hott
    Gerade bei Kortison wird ständig vor „zu viel“ und „zu lang“ gewarnt.
    Nimmst man sich die Warnungen zu Herzen oder stellt fest, dass die Creme nicht wirkt, ist es auch wieder nicht richtig.
    Na was denn nun?
    :'(

  7. Hallo, ich habe einen chronischen Lupus und soll laut den Klinikärzten permanent und dick cremen. Der Kommentar meines Hautarztes war: „soviel kann ich Ihnen nicht verschreiben, das ist ja schließlich keine Niveacreme.“ Wie soll man das dann wieder in der Klinik erklären wenn es wieder schlechter geworden ist. Dann muss auch immer jemand da sein, der einen eincremt die Klamotten leiden darunter und man fühlt sich den ganzen Tag wie pappig.

  8. Weil Ärzte vielleicht auch einfach vergessen das es schwierig ist ein Sozialleben und einen Beruf haben kann wenn man alles voll schmiert, glänzt wie Speckschwarte und die Klamotten speckig aussehen.

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