Patienten kühlen Medikamente oft nicht richtig

Hinweis zur Kühlung

Wenn Medikamente gekühlt werden müssen, hat das seinen guten Grund: Die Arzneimittel können zum Beispiel ihre Wirkung verlieren, wenn sie nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden. „Problematisch ist, dass der Patient das nicht unbedingt sofort bemerkt“, sagt Dr. Peter Froese vom Deutschen Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI). „Patienten lagern ihre Medikamente nicht absichtlich falsch“, weiß Froese auch. „Sie sind sich nicht der Bedeutung der Kühlung bewusst.“ In einer niederländischen Studie mit 330 Patienten hatte sich gezeigt, dass die Mehrheit der Patienten ihre kühlpflichtigen Medikamente nicht korrekt lagerte.

Kühlpflichtige Medikamente sind zum Beispiel viele der so genannten Biologics. In der zitierten Studie ging es denn auch um Biologics– um Enbrel®, Humira®, Simponi®, Cimzia® oder Orencia®. Die meisten werden auch zur Behandlung der Psoriasis oder Psoriasis arthritis verwendet.

26 Millionen Medikamenten-Packungen mit Kühlung

Im Jahr 2014 gingen in Apotheken in Deutschland etwa 26 Millionen Medikamentenpackungen über den Ladentisch, die gekühlt werden müssen. Dabei waren das „nur“ die Mittel, die von den Gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden – Privatrezepte und selbst bezahlte Arzneimittel sind da noch nicht eingerechnet. Viele dieser kühlpflichtigen Medikamente sind sehr teuer. Eine falsche Lagerung kann deshalb auch auf einen Schlag viel Geld vernichten.

Ob ein Medikament kühl gelagert werden muss, steht auf der Packung. Dann sollte es im Kühlschrank bei Temperaturen zwischen 2 und 8 Grad aufbewahrt werden – wichtig: nicht im Tiefkühlfach.

Medikamente auch auf dem Weg nach Hause kühlen

Ein Drittel der kühlpflichtigen Medikamente muss nicht nur daheim vom Patienten gekühlt werden – auch beim Transport von der Apotheke nach Hause darf das Mittel nicht warm werden. Isoliertaschen oder Styroporbehälter sind deshalb eine prima Erfindung. Aber: Zwischen Kühlelement und Medikament sollte schon noch Platz sein. Ein direkter Kontakt ist ein Problem, weil dann das Arzneimittel einfrieren könnte.

Nun sollte aber niemand in Panik verfallen, wenn beispielsweise die Biologics einmal nicht gekühlt lagerten oder – beispielsweise auf Reisen – nicht ununterbrochen gekühlt werden konnten. Eine Nutzerin des Psoriasis-Netzes hatte ihre Ärztin wegen der Kühlung ihrer Humira®-Pens gefragt. Diese erkundigte sich beim Hersteller, und so kam von dort diese Antwort mit dem „aktuellen Stand“, der auch für die Humira®-Spritzen gilt:

  • Aufbewahrung bis 14 Tage bei Raumtemperatur (maximal 25° C)
  • Lagerung vor Licht geschützt bei maximal 25° C
  • Sobald aus Kühlschrank/Kühlbeutel entnommen, innerhalb von 14 Tagen aufbrauchen, sonst wegwerfen. Datum der Entnahme aus Kühlkette notieren.

Sicherer ist natürlich aber immer die korrekte Kühlung.

Über Claudia Liebram 279 Artikel
Claudia Liebram ist Berlinerin mit Leib und Seele. Dort arbeitet sie als Redakteurin. Ihre Psoriasis begann, als sie 3 Jahre alt war – viel Erfahrung also, die sie weitergeben kann.

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