Neues Psoriasis-Medikament Cosentyx auf der Zielgeraden

Spritze

Ein neues Medikament gegen Psoriasis hat eine wichtige Hürde genommen: Cosentyx® bekam eine positive Empfehlung des Ausschusses für Human-Arzneimittel bei der Europäischen Arzneimittelkommission EMA. Jetzt muss die Europäische Kommission darüber befinden, ob das Medikament zugelassen wird. Von Cosentyx® war bislang in der Öffentlichkeit nur der Name des Wirkstoffes Secukinumab bekannt.

Cosentyx® reiht sich in die Riege der Biologics ein. Es kann, wenn es zugelassen wird, bei mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte verschrieben werden. Hersteller Novartis schreibt, dass sein Medikament zur so genannten First-line-Therapie eingesetzt werden könneDas bedeutet, es darf verschrieben werden, ohne dass zuvor mit innerlichen Medikamenten wie Fumaderm®, MTX oder Ciclosporin behandelt wurde. Bisher zugelassene Biologics dürfen erst dann verschrieben werden, wenn die genannten innerlichen Medikamente nicht gewirkt haben oder aus einem anderen Grund nicht angewendet werden können.

Cosentyx® setzt an anderer Stelle im Immunsystem an als die bisherigen Biologics: Es fängt das Interleukin-17A ab. Dieses Protein findet sich in hoher Konzentration in erkrankter Haut. Das Medikament wird – wie andere Biologics – vom Patienten selbst unter die Haut gespritzt. In den Studien geschah dies in den ersten fünf Wochen einmal pro Wochen, danach noch alle vier Wochen.

In den letzten Studien mit dem Wirkstoff Secukinumab hatten 70 Prozent der Teilnehmer eine Verbesserung ihrer Schuppenflechte um 90 oder 100 Prozent erreicht. 100 Prozent Verbesserung ist dabei gleichbedeutend mit einer kompletten Erscheinungsfreiheit. Zur Anwendung war dabei 16 Wochen lang eine Dosis von 300 Milligramm gekommen. Laut Hersteller zeigte sich sein Medikament dem Biologics-„Klassiker“ Enbrel überlegen. Nach zwei Wochen soll die Psoriasis bereits um die Hälfte reduziert worden sein – was bei Enbrel erst nach sieben Wochen der Fall gewesen sei.

Nebenwirkungen von Cosentyx®

Die häufigsten Nebenwirkungen während der Behandlung mit Cosentyx® über ein Jahr lang waren:

  • Entzündung von Nase und Rachen (bei 21 Prozent der Patienten mit 300 Milligramm Secukinumab)
  • Kopfschmerzen (bei 11 Prozent der Patienten mit 300 Milligramm Secukinumab)
  • Infektion der oberen Atemwege (bei 11 Prozent der Patienten mit 300 Milligramm Secukinumab)
  • Juckreiz (bei 5 Prozent der Patienten mit 300 Milligramm Secukinumab)
  • Schmerzen in Mund und Rachen (bei 4 Prozent der Patienten mit 300 Milligramm Secukinumab)
  • Müdigkeit (bei einem Prozent der Patienten mit 300 Milligramm Secukinumab)
  • Bluthochdruck (bei 5 Prozent der Patienten mit 300 Milligramm Secukinumab)
  • Grippe-Symptome (bei 4,7 Prozent der Patienten mit 300 Milligramm Secukinumab)

Diese Zahlen beziehen sich auf die Gruppe der Patienten, die die Dosis von 300 Milligramm Secukinumab bekamen.

Hersteller Novartis rechnet mit einer Entscheidung über die Zulassung von Cosentyx® innerhalb der nächsten zwei Monate.

In weiteren Studien tritt Cosentyx® derzeit direkt gegen den bislang einzigen anderen Interleukin-Blocker Stelara® an. Außerdem laufen Studien zur Behandlung der palmoplantaren Psoriasis (Schuppenflechte an Händen und Füßen), der Nagel-Psoriasis und der palmoplantaren Pustulosa. Auch für die Behandlung der Psoriasis arthritis wird Cosentyx untersucht.

Ergebnisse in Zahlen

Studie 1 („ERASURE“)

Eine Verbesserung der Psoriasis um 75 Prozent erreichten nach 12 Wochen

  • 81,6 Prozent der Patienten mit 300 Milligramm Secukinumab
  • 71,6 Prozent der Patienten mit 150 Milligramm Secukinumab
  • 4,5 Prozent der Patienten mit einem Placebo

Studie 2 („FIXTURE“)

Eine Verbesserung der Psoriasis um 75 Prozent erreichten nach 12 Wochen

  • 77,1 Prozent der Patienten mit 300 Milligramm Secukinumab
  • 67,0 Prozent der Patienten mit 150 Milligramm Secukinumab
  • 44,0 Prozent der Patienten mit Etanercept
  • 4,9 Prozent der Patienten mit einem Placebo

Quellen:

Bildquellen

  • Spritze: Ramona Heim
Über Claudia Liebram 279 Artikel
Claudia Liebram ist Berlinerin mit Leib und Seele. Dort arbeitet sie als Redakteurin. Ihre Psoriasis begann, als sie 3 Jahre alt war – viel Erfahrung also, die sie weitergeben kann.

1 Kommentar

  1. War heute beim Hautarzt, um mir Cosentyx verschreiben zu lassen.Er sagte mir auch, daß es sehr gut hilft und ich aufgrund meiner Vorgeschichte dafür in Frage käme. Hat es mir aber verweigert mit der Begründung, daß es erst durch einen klinischen Aufenthalt abgeklärt werden müßte.Wüßte gerne warum und war sehr enttäuscht.

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