Tazaroten nur dünn auf Psoriasis-Herde auftragen!

Zur Behandlung von Patienten mit Psoriasis vom Plaque-Typ hat sich das topische Retinoid Tazaroten sowohl als Monotherapie wie auch in Kombination mit anderen Interventionen gut bewährt.

Damit Tazaroten, das in Deutschland als Zorac® angeboten wird, seine optimale Wirkung entfalten kann und unerwünschte Wirkungen minimiert werden, ist es wichtig, Patienten detailliert die korrekte Anwendungsweise zu vermitteln, hat Privatdozentin Dr. Martina Kerscher von der dermatologischen Abteilung des Universitätsklinikums Ulm auf einer vom Unternehmen Pierre Fabre Dermo Kosmetik ausgerichteten Pressekonferenz in München betont.

Das Tazaroten-haltige Gel ist üblicherweise einmal täglich und vorzugsweise abends nur dünn auf psoriatische Läsionen aufzutragen, wobei eine kreisende Einreibung vom Zentrum zur Peripherie der schuppenden Hautstelle für eine optimale Verteilung sorgt. Die Kontamination gesunder Haut ist möglichst zu meiden, da diese anfälliger für Irritationen durch die Substanz ist. Auch sollte Tazaroten nur auf trockene Haut, die seit mindestens einer Stunde keinen Kontakt mit Hautpflegemitteln hatte, appliziert werden. Kommt es dennoch zu lokalen Reizungen, sollte vorübergehend auf eine schwächere Zubereitung des topischen Retinoids ausgewichen werden oder nur jeden zweiten Tag eine Applikation erfolgen. Auch die Kombination mit einem Steroid hat sich gegen iatrogene Hautirritationen bewährt.

Wie Kerscher versichert hat, tritt bei vielen Patienten mit leichter bis mäßig schwerer Plaque-Psoriasis schon unter einer Monotherapie mit Tazaroten nach ein bis drei Wochen eine deutliche Besserung ein. Einer 1997 im „Journal of the American Academy of Dermatology“ veröffentlichten Studie mit über 300 leicht bis mittelschwer erkrankten Psoriatikern wurde im Verlauf einer 12wöchigen Monotherapie bei rund 70 Prozent ein kosmetisch gutes Ergebnis erreicht, das eine therapiefreie Nachbeobachtungszeit von weiteren zwölf Wochen überdauerte. Dies bedeutet, dass Rebound-Phänomene nach Absetzen von Tazaroten nicht zu befürchten sind.

Reicht die Tazaroten-Therapie allein nicht aus, hat sich die Kombination mit verschiedenen Formen der Phototherapie (Breitspektrum- und Schmalspektrum-UVB-Bestrahlung) oder mit der Photochemotherapie (Psoralene plus UVA-Bestrahlung, PUVA) bewährt, wie Kerscher sagte.

Quelle: Ärzte Zeitung, 05.09.2000

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