Forscher erproben Vitamin-A-Creme gegen Hautkrebs

Vielleicht muss schon bald nicht mehr jeder Hautkrebskranke operiert werden. Beim Basaliom, dem am weitesten verbreiteten Hauttumor, erzielten italienische Spezialisten gute Heilungserfolge mit einer Creme, die ein Vitamin-A-Derivat enthält.

Basaliome oder auch Basalzelltumoren sind die einzigen Hautkrebsformen, die für eine solche Behandlung infrage kommen. Zum einen sind sie für einen erfahrenen Hautarzt sehr sicher von anderen Hautkrebsen zu unterscheiden. Zum anderen sind die Tumoren semimaligne, das heißt: Sie zerstören zwar das umliegende Gewebe, wachsen aber recht langsam und setzen vor allem keine Tochtergeschwülste ab. Nur deshalb kann man überhaupt daran denken, eine Behandlung zu versuchen, bei der anschließend kein Material für eine feingewebliche Untersuchung zur Verfügung steht.

Dr. Ketty Peris von der Universität L’Aquila hatte den Vitamin-A-Abkömmling Tazaroten als geeigneten Kandidaten für die Lokaltherapie ausgewählt, der auch bei der Schuppenflechte mit Erfolg eingesetzt wird. Sie behandelte mit der Substanz 30 Basaliome, die immerhin bis zu fünf Zentimeter Durchmesser hatten.

Die Creme wurde einmal täglich aufgetragen, und das acht Monate lang. Dann war die Hälfte der Tumoren völlig abgeheilt, die übrigen deutlich geschrumpft. Wieso Tazaroten die Basalzelltumoren beseitigt, ist noch nicht ganz klar. Man weiß jedoch, dass die Substanz die Entwicklung und Vermehrung von Hautzellen beeinflusst. Da auch Basaliome letztlich aus solchen Zellen hervorgehen, könnte hierin eine Erklärung liegen. MT

Quelle: Berliner Morgenpost, 7. Juni 2000

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