Stelara schneidet besser ab als Enbrel

Ergebnisse einer Studie zeigen, dass Ustekinumab bei der Behandlung einer mittelschweren bis schweren Schuppenflechte besser wirkt als Etanercept – der Stoff, der in Enbrel steckt.

In der Studie mit dem Namen Accept wurden den 903 Patienten zwölf Wochen lang Etanercept oder Ustekinumab gegeben. Die einen Teilnehmer bekamen zwei Spritzen mit Ustekinumab verabreicht – eine zu Beginn und eine vier Wochen später. Den anderen Teilnehmern wurden zweimal pro Woche je 50 Milligramm Enbrel unter die Haut gespritzt.

Erster Punkt der Studie war die Ausprägung der Schuppenflechte nach besagten zwölf Wochen. Als Erfolg wurde gewertet, wenn sich die Psoriasis eines Patient dann um 75 Prozent oder mehr verbessert hatte. Maßgeblich war der PASI.

  • Bei der Gabe von Ustekinumab 45 mg verbesserte sich die Schuppenflechte bei 68 Prozent der Patienten um mindestens 75 Prozent.
  • Bei der Gabe von Ustekinumab 90 mg verbesserte sich die Schuppenflechte bei 74 Prozent der Patienten um mindestens 75 Prozent.
  • Bei der Gabe von Etanercept 50 mg verbesserte sich die Schuppenflechte bei 57 Prozent der Patienten um mindestens 75 Prozent.

Bei mehreren Patienten verbesserte sich die Psoriasis während oder nach der Behandlung mit Ustekinumab sogar um mehr als 90 Prozent. Das waren in der Gruppe mit der kleineren Dosis 36 Prozent, in der Gruppe mit der höheren Dosis 45 Prozent. Bei der Enbrel-Patienten gab es eine derartige Verbesserung „nur“ bei 23 Prozent.

Nebenwirkungen

Die Zahl der Nebenwirkungen war bei allen drei Gruppen etwa gleich – und ist im übrigen gar nicht so klein:

  • Bei der Gabe von Ustekinumab 45 mg trat bei 66 Prozent der Patienten mindestens eine Nebenwirkung auf – in 1,9 Prozent der Fälle war es mindestens ein „schweres unerwünschtes Ereignis“.
  • Bei der Gabe von Ustekinumab 90 mg trat bei 68 Prozent der Patienten mindestens eine Nebenwirkung auf – in 1,2 Prozent der Fälle war es mindestens ein „schweres unerwünschtes Ereignis“.
  • Bei der Gabe von Etanercept 50 mg trat bei 69 Prozent der Patienten mindestens eine Nebenwirkung auf – in 1,2 Prozent der Fälle war es mindestens ein „schweres unerwünschtes Ereignis“.

1,9 Prozent der Patienten mit Ustekinumab 45 mg haben die Studie wegen einer schweren Nebenwirkung abgebrochen.

1,2 Prozent der Patienten mit Ustekinumab 90 mg haben die Studie wegen einer schweren Nebenwirkung abgebrochen.

2,3 Prozent der Patienten mit Etanercept 50 mg haben die Studie wegen einer schweren Nebenwirkung abgebrochen.

Bei recht vielen Patienten trat eine Rötung an der Injektionsstelle auf. Das waren bei den Enbrel-Patienetn 14,7 Prozent, bei den Usteikumab-Patienten 0,7 Prozent. Allerdings war Etanercept auch deutlich öfter zu spritzen.

Was ist Ustekinumab?

Ustekinumab ist ein neuer monoklonaler Antikörper mit einem neuartigen Wirkmechanismus, der sich gegen die Zytokine Interleukin-12 (IL-12) und Interleukin-23 (IL-23) richtet. Diese auf natürliche Weise im Körper vorkommenden Proteine spielen bei der Regulierung des Immunsystems eine wichtige Rolle und werden auch mit entzündlichen Erkrankungen wie der Psoriasis in Verbindung gebracht.

Die Ergebnisse der Accept-Studie wurden von Versuchsleitern am 18. September 2008 auf dem 17. Kongress der Europäischen Akademie für Dermatologie und Venerologie (EADV) in Paris (Frankreich) vorgestellt.

Am Rande des Kongresses tauchte auch der Name des Medikamentes auf: Zumindest in den USA wird es Stelara heißen. Da alle anderen Biologics ebenfalls allerorts den gleichen Handelsnamen tragen, dürfte das in Europa also auch so sein.

Für Europa wird mit einer Zulassung des Medikaments Anfang 2009 gerechnet. Überall in der Welt – außer in den USA – wird die Firma Janssen-Cilag das Medikament vertreiben. In den USA hat die Firma Centocor die Vermarktungsrechte. cl

Quellen:

– Presseinformationen der Firmen Centocor und Janssen-Cilag, 18.09.2008

– Presseinformation der Beraterfirma Decision Resources Inc., 18.09.2008

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