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Daivobet als Gel auf dem Markt
Seit dem 1. Juni 2010 gibt es ein weiteres Kombinationspräparat aus Vitamin-D3 und Kortison, das für den Körper zugelassen ist: Daivobet Gel. Nach Hersteller-Angaben lasse sich dieses verschreibungspflichtige Präparat deutlich besser auf der Haut verteilen, als die gleichnamige Salbe und ziehe schneller ein. Das liege an einem neu entwickelten Lipo-Gel, in dem die Wirkstoffe gebunden seien.

Die Kombination von Calcipotriol (Vitamin-D3 Analogika) mit Betamethason (Kortison) wird immer dann verwendet, wenn eine Psoriasis am Körper erst einmal abheilen soll. Das sind die Medikamente Psorcutan Beta und Daivobet. Nach vier bis sechs Wochen wird der Arzt dann umsteigen auf eines der Präparate, die kein Kortison mehr enthalten, sondern nur einen Vitamin-D3 ähnlichen Wirkstoff: Calcipotriol (Psorcutan, Daivonex), Tacalcitol (Curatoderm) oder Calcitriol (Silkis). Einzig für den Kopf wird empfohlen, das Kombinationspräparat Xamiol als Dauertherapie einzusetzen.

Pharmazeutisch ist das neue Gel völlig identisch mit dem Xamiol Gel. Während das aber nur für den Kopf zugelassen ist, darf Daivobet Gel am ganzen Körper bei einer leichten oder mittelschweren Psoriasis angewendet werden – also auch auf dem Kopf. Die Kombinationen in Salbenform dagegen sind für alle Formen der Psoriasis zugelassen.

Unser Kommentar

Für viele Patienten könnte die Behandlung der Psoriasis-Stellen leichter und angenehmer werden. Kombinationspräparate von Vitamin-D3 und Kortison gab es bisher für den Körper nur in Salbenform. Salben sind aber immer schmierig. Ein Gel dagegen ist relativ dünnflüssig, d.h. es ist einfacher aufzutragen, besser zu verteilen und zieht schneller ein. Bei einer Salbe muss man eigentlich warten, bis nach einer knappen halben Stunde die Salbe eingezogen ist. Wer kann das morgens vor der Arbeit oder abends vor dem Zubettgehen vernünftig managen? Bei Patienten mit Körperbehaarung bleibt Salbe in den Haaren kleben. Salbenreste ziehen in die Textilien ein und hinterlassen auf dem Hemd, der Bluse, einer dünnen Hose oder einem leichten Kleid hässliche Flecken. Diese Probleme entfallen, wenn man stattdessen ein Gel benutzen kann.

Salben haben natürlich Vorteile, z.B. dass erkrankten Hautbereiche besser abgedeckt werden und weniger Hautfeuchtigkeit verdunstet. Deshalb sollten diejenigen, die gut mit der Salbe klarkommen, dabei bleiben.

Auch diese neue Darreichungsform ist am Körper nicht als Dauertherapie gedacht.

Für den Patienten bleibt unklar, weshalb der Hersteller zwei scheinbar völlig gleiche Produkte anbietet, anstatt die Zulassung für Xamiol Gel zu erweitern. Schon bei der Einführung dieses reinen Kopf-Präparates wurde gerätselt, weshalb es nicht „Daivobet Gel“ genannt wurde. Schließlich war es pharmazeutisch genau das. Jetzt gibt es zur Verwirrung von Ärzten und Patienten beides. R. Blaga

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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 06. August 2010 um 12:00 Uhr