Daivonex verschwindet in der Schweiz vom Markt

Leo Pharma nimmt seine Produkte Daivonex® Créme und Daivonex® Scalp Solution (Lösung) noch in 2012 vom Schweizer Markt. Begründet wird das mit einer Anweisung des Mutterkonzerns „wegen des europaweiten, rückständigen Gebrauchs“. Das erklärte der schweizerische Marketing Manager Patrick Brunner dem Psoriasis-Netz. Als Ersatz, so die Firma, könne Daivobet® für den Körper und Xamiol® für die Kopfhaut verwendet werden. Diese Ersatzprodukte hätten verbesserte galenische Eigenschaften gegenüber Daivonex® und seien wirksamer und gut verträglich.
 
In der Schweiz, so Brunner, hätte man mit den Hautärzten darüber gesprochen. Man sei sich einig, dass Psoriasis-Patienten, die weiterhin mit Vitamin-D3-Derivaten behandelt werden wollen, auf Silkis® oder Curatoderm® ausweichen könnten.
 
Das bedeutet, dass in der Schweiz „vorläufig kein Arzneimittel mehr im Handel sein wird, das nur Calcipotriol enthält", schreibt das PharmaWiki auf Facebook. Die verbliebenen Ersatzprodukte von Leo würden das Kortison Betamethason enthalten. Das könne die möglichen Nebenwirkungen von Calcipotriol reduzieren – allerdings auch selbst Nebenwirkungen hervorrufen.
 
Im Update 2011 der deutschen Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris wird bestätigt, dass die Mono-Therapie mit Vitamin D – Derivaten wirksam ist (S. 57ff.). "Die fixe Kombination von Vitamin-D3-Derivaten mit Kortikoiden wird in den ersten vier Wochen zur Induktionstherapie der leichten bis mittelschweren Psoriasis empfohlen." Eine Dauer-Therapie mit einem Kombinations-Präparat wie Daivobet® sehen die deutschen Leitlinien nicht vor. 
 
Für die LEO Pharma GmbH in Deutschland lässt uns Dr. Hans Joachim Hutt (Director Governmental Affairs) wissen, dass "noch keine Entscheidung in dieser Angelegenheit getroffen" sei.
 
Seit 1. Januar 2012 besitzt Leo Pharma Deutschland das Monopol auf Cremes, Salben oder Gels mit dem Wirkstoff Calcipotriol. Man hat von der Firma Intendis die Lizenz für Psorcutan® übernommen.
 
Bei den Vitamin-D3-Präparaten gibt es deutliche Unterschiede: Daivonex® enthält den Wirkstoff Calcipotriol, in Silkis® ist Calcitriol und in Curatoderm wirkt Tacalcitol. Zwar gehören sie alle zu den Vitamin-D3-Derivaten, wirken aber unterschiedlich. Die vorliegenden Studien, so Dr. Sandra Philipp (Charité Berlin), sehen deutliche Vorteile bei der Behandlung der Psoriasis mit dem Wirkstoff Calcipotriol gegenüber den anderen Vitamin-D3-Derivaten. Sein größter Vorteil sei, dass es großflächig aufgetragen werden könne. Calcitriol wirke nicht gleich gut. Tacalcitol dürfe nur auf maximal 10 Prozent der Körperoberfläche aufgetragen werden. Es sei, so Dr. Philipp, besonders geeignet für Kinder oder für empfindliche Bereiche.
 
Kommentar
Mit dieser Entscheidung nimmt Leo Pharma (in der Schweiz) einen erfolgreichen Wirkstoff vom Markt – nicht aus medizinischen Gründen, sondern weil die Gewinnerwartung nicht erfüllt wurde.
 
Rolf Blaga

3 Kommentare

  1. Naja…
    Den Konzernen geht es ja nie darum den Menschen zu helfen, sondern was zählt ist lediglich das Geld.
    Schon traurig…

  2. es stimmt leider, auch in der Medizin geht es nur um das Geld. Es gibt viele Medikamente, die gut waren u.sind vom einzigen Hersteller vom Markt genommen worden. Man kann es nur noch selber zahlen (z.B.Sortis von Pfizer Pharma).
    alles mehr als traurig……….

  3. Eigentlich hätten wir aufheulen sollen…aber wer hört uns schon? Bin wieder enttäuscht,wie auch Monika es ausdrückte. Lieber Sponsor als etwas auf dem Markt behalten, das „vor Ort“ hilft!Schade darum!

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*