Psoriasis-Therapie muss die Haut nicht reizen

Calcitriol hat sich in einer Vergleichsstudie mit Anthralin – besser bekannt als Dithranol – als besser verträglich erwiesen

Bei Psoriasis gibt es heute genügend Möglichkeiten, topisch zu behandeln. Auch nach erfolgreicher Therapie ist aber immer mit einem Rezidiv zu rechnen. Darauf hat Professor Wolfgang Christian Marsch von der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie der Universität Halle-Wittenberg auf dem Psoriasis-Workshop des Unternehmens Galderma in Frankfurt am Main hingewiesen. Bei der lokalen Therapie solle bedacht werden, daß die Behandlung für den Patienten auch akzeptabel sein muß. Die Compliance fördern bekanntlich einfache Therapiemaßnahmen, etwa eine Behandlung, die nur einmal am Tag erforderlich ist.

Dabei ist Anthralin, auch als Cignolin und Dithranol bekannt, nach Marschs Ansicht der „absolute Goldstandard“. Neue Präparate müssen sich an diesem Medikament messen lassen. Anthralin sorgt vor allem bei Psoriasis vulgaris für ein rasches Abheilen der Plaques. Unangenehm sind jedoch durch das Präparat ausgelöste Hautreizungen und dessen Eigenschaft, Haut und Wäsche zu verfärben. Eine kurze Therapie mit hohen Konzentrationen bis zu vier Prozent verringert zwar die Irritationen. Sie verlangt aber eine besonders gute Compliance, weshalb sie eher für die Anwendung in der Klinik geeignet ist.

Hilfreich sind hier Vitamin-D-Präparate, die in synthetischer Form als Analoga verfügbar sind oder, wie Calcitriol (Silkis®), Zubereitungen mit natürlichem Vitamin D3. Calcitriol ist indiziert bei milder bis mäßig starker Plaque-Psoriasis. Marsch stellte in Frankfurt die Ergebnisse einer acht Wochen dauernden Vergleichsstudie mit dem Präparat vor.

Die Studie mit 114 Patienten habe eine etwa gleichwertige Wirksamkeit von Calcitriol – zweimal täglich aufgetragen – und Anthralin, das einmal täglich für 30 Minuten in steigender Konzentration von 0,25 bis zwei Prozent aufgetragen wurde, ergeben. Calcitriol (drei Mikrogramm pro Gramm Salbe) erwies sich dabei mit Hautreizungen bei nur fünf Prozent der Patienten im Vergleich zu 72 Prozent unter Anthralin als besser verträglich.

In einer polnischen Studie mit 198 Patienten hatte sich das Präparat bereits als ähnlich gut wirksam erwiesen wie 0,1prozentige Betamethason-Valerat-Salbe. Weitere Optimierungsmöglichkeiten der Therapie sieht Marsch darin, daß sich Calcitriol etwa mit einer UV-Lichttherapie kombinieren läßt.

Quelle: Ärzte Zeitung, 15.05.2001

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