Seit Ende Januar 2007 können sich Patienten in 26 regionalen und überregionalen Beratungsstellen sowie über ein Beratungstelefon kostenlos helfen und beraten lassen.
Das Berater-Team hilft bei
· Vorbereitung zum Arztbesuch,
· Fragen zur Gesundheitsvorsorge, Rehabilitation, Krankheitsbildern und alternativen Behandlungsmethoden
· Suche nach Ärzten, Fachärzten, Kliniken, Heilpraktikern, Selbsthilfegruppen, Pflegedienste und Pflegeeinrichtungen
- Therapieentscheidungen
· ärztlichen Behandlungsfehlern
· sozialrechtlichen Fragen
· Fragen zur Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung
· Fragen zu den Kosten für medizinische oder soziale Leistungen und zur Antragstellung
In einigen Beratungsstellen gibt es fremdsprachliche Berater, z.B. in
Berlin auf Türkisch.
Telefon: 01803 - 11 77 22, montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr.
Internet: http://www.unabhaengige-patientenberatung.de/
Kommentar
Die "Unabhängige Patientenberatung Deutschland - UPD" ist der zweite Versuch, in Deutschland eine seriöse Patientenberatung aufzubauen. Bis Ende 2005 finanzierten die Krankenkassen Patientenberatungsstellen wie die "Patientenberatungsstelle für Erkrankungen der Haut - PBEH". Diese standen bald im Verdacht, nicht wirklich "unabhängig" zu sein.
Psoriatiker kritisierten z.B. bei der PBEH, dass sie dort nicht neutral beraten wurden, sondern einseitig im Sinne des Trägervereins. Das war in diesem Fall der Deutsche Psoriasis Bund e.V. (DPB). Selbst für die Angestellten der PBEH gab es keine saubere Trennung der Tätigkeiten. Sie arbeiteten nicht nur für die Patientenberatungsstelle, sondern wurden auch für interne DPB-Aufgaben eingesetzt.
Daraus hat man gelernt: Die jetzt deutlich als "unabhängig" bezeichneten Patientenberatungsstellen werden getragen vom "Sozialverband VdK Deutschland", dem "Bundesverband der Verbraucherzentralen" und dem "Verbund unabhängiger
Patientenberatung". Die Stellen sind nicht mehr gegliedert nach medizinischen Fachrichtungen, sondern nach Regionen. Sie haben ausdrücklich keine inhaltlichen Vorgaben, sondern sollen objektiv und neutral beraten. Auch das ist wiederum erst einmal ein mehrjähriger Modellversuch, der wiederum von den Spitzenverbänden der
Krankenkassen in Millionenhöhe finanziert wird.
Es gibt in unserem Gesundheitswesen zu viele, die mit sehr unterschiedlichen Interessenten Patienten beraten wollen. Menschen, die krank und deshalb verzweifelt sind, greifen oft nach jedem Strohhalm, um wieder gesund zu werden. Dadurch sind sie aber leichter zu beeinflussen. Deshalb wünschen wir uns eine wirklich unabhängige Beratung! Damit dieser Modellversuch gelingt, sollte jeder Patient seine Kritik oder auch sein Lob über diese neuen Beratungsstellen öffentlich machen. Nur so kann es gelingen, langfristig diese Beratungsstellen zu dem zu machen, was sie sein sollen: vertrauenswürdige, unabhängige, neutrale und kompetente Beratungsstellen für Patienten. rb
Link:
Presseinformation der Patientenbeauftragten







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