Neues von der Psoriasis -
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| Neues von der Schuppenflechte - Was Ihr Arzt wissen sollte |
Neues von der Psoriasis - |
| Wirkstoff | Wirkung auf die Haut | Wirkung auf die Gelenke |
| NSAID* | keine | gut |
| MTX | mäßig bis gut | gut bis sehr gut |
| Fumarsäureester | gut bis sehr gut | mäßig |
| Ciclosporin | sehr gut | mäßig |
| Acitretin | mäßig | keine |
| Leflunomid | keine | gut |
| Sulfasalazin | keine | mäßig bis gut |
| Gold | keine | fraglich |
| systemische Kortikoide | gut (aber: Rebound) | gut |
| Etanercept | mäßig bis gut | sehr gut |
| Infliximab | sehr gut | sehr gut |
| Efalizumab | mäßig bis gut | keine |
Professor Nüßlein hatte mit Leflunomid andere Erfahrungen gemacht. Auf diesen Wirkstoff hätten die Hauterscheinungen von Probanden deutlich angesprochen.
Immer öfter sollten Hautärzte ihre Patienten fragen "Wie geht es Ihnen sonst so?". Denn: Untersuchungen der National Psoriasis Foundation aus den USA haben ergeben, dass acht Prozent der Menschen mit Schuppenflechte bereits an Selbstmord gedacht haben. 66 Prozent der Menschen mit Schuppenflechte leiden unter Depressionen.
Darauf wies Professor Enno Christophers aus Kiel hin.
Im Workshop "Pruritus" (Juckreiz ) waren auffällig mehr jüngere Wissenschaftler auf dem Podium als in anderen Veranstaltungen. Dr. Sonja Ständer aus Münster widmet einen Großteil ihrer Arbeit dem Thema Juckreiz - gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern. Sie sagt: "Wir müssen den Patienten das Schuldgefühl nehmen." Und - die gute Nachricht für alle, die sich kratzen müssen: "Kratzen ist normal. Es gehört zum Juckreiz wie das Aus- zum Einatmen."
In einer Untersuchung wurde die Creme Physiogel A.I. von Stiefel unter die Lupe genommen: "Bei 64 Prozent der Patienten wurde der Juckreiz weniger", so Sonja Ständer.
Dr. Ulf Darsow aus München berichtete von einer Studie mit Akupunktur. Untersucht wurde ein Akupunktur-Punkt am Ellbogen (für Fortgeschrittene: Di11), verglichen mit Patienten, wo der Einstich-Punkt an einer anderen Ellbogen-Stelle lag. Das Ergebnis: Der Juckreiz war nach der Di11-Akupunktur nicht mehr so intensiv und störend. Wichtig: "Wir haben nur diesen Punkt untersucht", so Dr. Darsow. Es könnten also weitere Akupunktur-Punkte nützlich sein.
Dr. Markus Streit aus Bern wies auf den Zusammenhang zwischen Juckreiz und inneren Erkrankungen hin. Wenn die Haut nicht erkrankt ist und es trotzdem juckt, sind oft innere Erkrankungen die Ursache. Am häufigsten ist eine Urämie (eine schwere Nierenerkrankung) die Ursache, gefolgt von Eisenmangel oder Morbus Hodgkin. Bei Kindern indes - so Dr. Elke Weisshaar aus Heidelberg - sind innere Erkrankungen als Ursache für Juckreiz selten. Hier sind es meist Hautkrankheiten, vor allem die atopische Dermatitis.
"Für mich ist es ethisch nicht vertretbar, einem Patienten mit Knochenveränderungen erst ein Medikament geben zu müssen, bevor ich ihm ein Biologic geben darf", erläuterte Professor Kristian Reich aus Göttingen für mehrere seiner Kollegen. Hintergrund: Wer eines der neuen Medikamente wie Enbrel , Raptiva oder Remicade verschrieben haben möchte, muss laut Zulassung erst andere innerliche Medikamente "durch" haben, die entweder nicht geholfen haben oder zu schwere Nebenwirkungen zeigten, bevor er das teure Neue bekommen kann. Für Professor Professor J. O. Schröder aus Kiel ist klar: "MTX würde heutige Zulassungskriterien überhaupt nicht mehr erfüllen."
Professor Ulrich Mrowietz rief die Hautärzte und Rheumatologen auf, Mut zu zeigen und die neuen Medikamente zu verschreiben: "Sie müssen sich trauen das zu tun". Dem Argument Regress (Rückforderungen der Krankenkasse, weil der Arzt über sein Budget pro Patient hinaus verschrieben hat) könnte mit einer guten Dokumentation mit Fotos und Berichten entgegengetreten werden. Meist geben die Hersteller den Ärzten mit Formblättern auch eindeutige Hilfen an die Hand.
Welche Biologic eingesetzt wird, ist je nach Schuppenflechte unterschiedlich. "Wenn eine großflächige Psoriasis schnell therapiert werden soll, ist Infliximab das Mittel der Wahl", so Mrowietz. Eine Kombination aus Alefacept und UV-Therapie wirke auch sehr gut, doch sei nicht klar, ob das Krebsrisiko dadurch nicht steigt.
Das größte Problem bei den neuen Biologics sind Infektionen. Professor Schröder rät seinen Patienten immer, dass sie auch bei kleinen Anzeichen für eine Infektion, bei Fieber oder Unwohlsein, auch am Wochenende oder spätabends fix in die Uniklinik kommen, um sich untersuchen zu lassen.
Dem Hautarzt gegenüber sollte der Patient keinesfalls maulfaul sein - oder vorauseilend sagen, der Arzt hätte bestimmt sowieso keine Zeit. Dinge, von denen man denkt, dass sie den Hautarzt nicht interessieren, gehören oft zur Psoriasis dazu: Gelenkprobleme, Infekte, Mandelentzündungen, andere Entzündungen - ein guter Hautarzt bezieht diese in die Diagnose und Therapie mit ein. Also: Erzählen Sie dem Hautarzt lieber zuviel als zuwenig.
Claudia Liebram
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Quellen: DDG-Tagung
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