Hautärzte schlagen Alarm für den Psoriatiker

Ärzte leiden mit den Psoriasis-Kranken: Sie schlagen Alarm, weil ihnen zu wenig Geld zur Verfügung steht. Außerdem sehen sie, dass neue Behandlungsmöglichkeiten allermeist nur von denen genutzt werden können, die sie selbst bezahlen. Als Beispiele führen sie die Lasertherapie und neue Mittel wie Amevive an.

"Nur private Kassen tragen die Kosten", so Dr. Klaus Fritz. Er hat eine Hautarztpraxis in Landau und ist gleichzeitig Pressesprecher des Bundesverbandes deutscher Dermatologen (BVDD). "Alle acht Jahre verdoppelt sich das Wissen um Hautkrankheiten", so Fritz. Die Gebührenordnung der gesetzlichen Krankenkassen jedoch sei auf dem Stand von vor 20 Jahren. "Bei den neuen Mitteln und Methoden handelt es sich keineswegs um Schönheitsoperationen und Luxusmedizin, wie das vielfach dargestellt wird." Den Patienten würde von den Kassen eine Uralt-Medizin als ausreichend und zeitgemäß verkauft.

Beispiel Laser- und Immuntherapie

Bei der Lasertherapie können laut Fritz gezielt die kranken Stellen bestrahlt werden – bisher bekam die ganze Haut die Strahlen ab. Neu entwickelte Wirkstoffe wie Infliximab (in Enbrel?) und Alefacept (in Amevive) lassen erstmals auch bei schweren Fällen die Stellen abheilen. "Diese Medikamente sind gewiss nicht billig", weiß Fritz. "Aber wir können damit Patienten behandeln, denen bisher gar nicht, nicht genügend oder nur mit nebenwirkungsreichen Medikamenten geholfen werden konnte."

Beispiel Balneophoto-Therapie

Seit zwei Jahren wird die Balneophoto-Therapie mit Licht und Salz(wasser) von den Krankenkassen nicht mehr bezahlt. Denen fehlte der Nachweis einer wissenschaftlichen Wirkung. Die versucht der BVDD nun in einer Studie zu bringen. Nur: bringt Psoriatikern oft als einzige Therapie wirklich Erleichterung.

Und dann auch noch die Budgets

Hautärzte im Osten Deutschlands, aber auch in so einigen "westlichen" Gebieten, erhalten mittlerweile pro Vierteljahr weniger als 15 bis 20 Euro pro Patient. "Das deckt nicht mal mehr die Betriebskosten kleinerer und mittlerer Praxen", sagt … Eine kleine 30-Gramm-Tube Psorcutan beispielsweise kostet 25 Euro (Stand: Anfang November 2002).

Quelle: Pressekonferenz der "Dialogpartner Öffentlichkeitsarbeit der Hautärzte in Klinik und Praxis", Berlin, 06.11.2002