Wenn der Arzt zu wenig sagt

Gerd Zimny via Flickr

Kathleen verzweifelt an ihrem wortkargen Arzt. Was sie über die Schuppenflechte wissen wollte, hat sie sich selbst anlesen müssen. Der Erfahrungsbericht einer Betroffenen.

Hallo, ich habe drei Kinder im Alter von 7, 1+1 (Zwillinge).

Die Schuppenflechte trat im Alter von 25 Jahren, von mir völlig unbeachtet, während einer strssigen Umzugsphase in Erscheinung. An der Außenseite meines Unterarmes nahe des Ellenbogens entstanden rote Pickelchen, die zu einer Fläche zusammenwuchsen, juckten,dann auch schuppten. Ich ging erst einige Zeit nach Auftreten meines Lieblings zum Hausarzt. Der wußte auch nicht so recht, was er davon halten sollte und verschrieb mir eine Salbe, deren Namen ich vergessen habe. Ist auch egal,denn sie half nicht.

Während meiner Schwagerschaft mit meinen beiden Schokopuddings ließ die Flechte ab dem fünften oder sechsten Monat fast ganz nach. Nur an den Augen trat sie zeitweise auf. Bis dahin wußte ich überhaupt noch nicht, mit welcher lästigen Krankheit ich es zu tun habe. Bis zum Ende meiner Stillphase war ich erscheinungsfrei. Ich dachte, ich hätte es abgeschüttelt.

Wie sollt es auch anders sein, war sie nach der ganzen Hormonumstellerei wieder an meiner Seite. An den Armen hat sie es sich wieder gemütlich gemacht. Dieses Mal begnügte sie sich nicht mit den bevorzugten Stellen. Auch innen am Arm und Handgelenk breiteten sich kleine Pickelchen aus – und so weiter. Es wurde von starker Schuppung und Juckreiz begleitet. Es war so schlimm, dass ich das Problem bei einer Vorsorgeuntersuchung meiner Kinder nebenbei ansprach. Die Kinderärztinn gab mir ein Muster von Daivonex mit.

Die Salbe wirkte ganz gut,doch nach Absetzen war alles wie vorher.Sogar noch heftiger. An beiden Schienbeinen entwickelten sich prächtige Stellen (Handteller groß),oben auf den Füßen, an den Knien. Jetzt entschloss ich mich, doch einen Facharzt aufzusuchen, denn ich konnte keinen Rock oder kurze Hosen anziehen, und das im Sommer.

Dem Arzt verkündete ich meine selbstgestellte Diagnose. Ich hatte mich schon vorher im Psoriasis-Netz erkundigt über die Krankheit und war eigentlich einigermaßen aufgeklärt. Mein Glück! Denn er schaute sich die Stellen an, sagte nichts, vermerkte etwas auf einem Zettel, verschrieb mir Betadermic, sagte nichts über Wirkstoff oder ähnliches. Das wars.

Ich ging voller Hoffnung zu ihm , damit er mir etwas über Behandlungsmethoden erzählt, aber es kam nichts. Er tat so geschäftig, dass ich nicht auf die Idee kam, doch mal nachzufragen und lästig zu werden. Ist auch sonst nicht meine Art. Nun: Die Salbe half dank Cortison. An den Beinen blieben nur dunkle Flächen, aber an Fuß und Knie ist sie noch vorhanden. Das blöde ist: Seitdem die großen Schuppileinies verschwanden, treten sie derzeit in starker Streuung wieder an Armen, Handgelenk, auf der Hand, an einer kleinen Stelle am Rücken, relativ großflächig am Hals nähe Schulter und unter den Armen auf. Wenn die Stellen zu sichtbar werden, trage ich verzweifelterweise wieder Betadermic auf.

An den Augen macht sie sich auch wieder zu schaffen. Da ich keine Salbe für diesen Bereich habe, trage ich Prednisolon-Augensalbe auf. Ich habe keine Ahnung, ob diese angezeigt ist, doch ich habe das Gefühl sie hilft ein wenig.

Das ist der jetzige Zustand, mit dem ich keineswegs zufrieden bin, denn ich fühle mich in meiner Haut nicht wohl!

Wenn nur dieses Jucken nicht wäre…

Beim Genuss von Eiern und Süßigkeiten, von denen ich kiloweise verschlingen könnte, bricht nach meinem Empfinden wieder der Frühling aus – alles beginnt zu blühen. Ihr wisst schon.

Alles Liebe Kathleen

(Juli 2003)

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